Neujahrsempfang

Wirtschaftskammer-Chef Buser gibt sich kämpferisch

Am Neujahrsempfang der Wirtschaftskammer werden die Regierungsräte Thomas Weber und Monica Gschwind von Verbandspräsident Andreas Schneider, Direktor Christoph Buser und zwei Glück bringenden Kaminfegern begrüsst.

Am Neujahrsempfang der Wirtschaftskammer werden die Regierungsräte Thomas Weber und Monica Gschwind von Verbandspräsident Andreas Schneider, Direktor Christoph Buser und zwei Glück bringenden Kaminfegern begrüsst.

«Anschuldigungen und Verunglimpfungen» prägten laut Verbandsdirektor Christoph Buser das Jahr 2018. Die Wirtschaftskammer sei daraus aber gestärkt hervorgegangen, sagte er am Neujahrsempfang in Pratteln vor 450 Gästen. Daneben kündigte Buser eine neue Initiative an, die im Kanton Baselland bessere Rahmenbedingungen für die Berufsbildung fordert.

Fast alles neu am traditionellen Neujahrsempfang der Wirtschaftskammer: Erstmals seit Jahren traten die Spitzen der Basellandschaftlichen Kantonalbank (BLKB) nicht gemeinsam mit dem Dachverband des Baselbieter Gewerbes auf.

Nach markiger Kritik von Wika-Direktor Christoph Buser an der Wirtschaftsförderung des Kantons am selben Anlass vor Jahresfrist war die Kantonalbank auf Distanz gegangen. Finanziell unterstützt sie den Apéro aber noch immer. Anstelle des Pantheons in Muttenz war die Wirtschaftskammer am Donnerstagabend erstmals im Classic Center der Kestenholz AG in Pratteln zu Gast. Das Ambiente – Industrie-Gemäuer mit Geschichte und schicke Oldtimer – wurde kaum zufällig ähnlich gewählt.

"Anschuldigungen und Verunglimpfungen"

Ähnlich kämpferisch wie im Vorjahr zeigte sich Buser in seiner Neujahrsansprache. Die Wirtschaftskammer habe 2018 viele Anschuldigungen und Verunglimpfungen erdulden müssen. Er sprach damit die Medienberichte und öffentliche Debatte um die Baselbieter Arbeitsmarktkontrollen an. Der Verband sei daran gewachsen – und zwar wörtlich. So habe die Mitgliederzahl der Wirtschaftskammer 2018 deutlich zugenommen. Er dankte den Mitarbeitenden, die unter «unangenehmen Bedingungen» einen super Job machten.

Buser forderte eine Berufsbildungsoffensive im Kanton und kündigte hierzu eine Initiative an, mit der in einem neuen Gesetz die Berufsbildung gestärkt werden soll. Diese sei einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren für die Schweizer Wirtschaft, allerdings habe die Lehre bei den Jungen an Attraktivität eingebüsst. Dies müsse sich ändern. Buser forderte bessere Rahmenbedingungen und eine bessere Verzahnung mit der Fachhochschule.

Busers Ansprache wurde hinterher bei Weisswein und Häppchen gemischt kommentiert. Zwar widersprach kaum jemand seiner Forderung zur Berufsbildung, allerdings fanden mehrere, das sei nun nicht das Top-Thema im Baselbiet. Wirtschaftskammer-Präsident Andreas Schneider nahm Busers letztjährige Kritik an der Wirtschaftsförderung auf, indem er sagte: Nun, zwölf Monate später, liege im Kanton dazu bereits ein neues Gesetz vor. «Es lohnt sich eben, wenn die Wirtschaftskammer den Finger auf den wunden Punkt legt.»

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