Wirtschaftsbericht

Wirtschaftsstandort Baselland soll sich von Basel-Stadt lösen

Baselland soll sich nicht immer nur an Basel orientieren.

Baselland soll sich nicht immer nur an Basel orientieren.

Die Kommission fordert von Baselbieter Regierung, «mit Hochdruck», deren Standortattraktivität zu steigern .Die Kritik der Kommission an der Ausrichtung nach Basel-Stadt wird jedoch vom Wirtschaftsförderer relativiert.

Zuckerbrot und Peitsche: Das schien das Credo des Wirtschaftsberichts 2012 zu sein. Zum einen wurde Baselland in der Ende März publizierten Studie von Credit Suisse (CS) dafür gelobt, dass sich das Wirtschaftswachstum in den vergangenen vier Jahren besser entwickelt hat als der schweizerische Durchschnitt. Zum anderen deckte die CS diverse Schwächen auf: Baselland weise eine tiefe finanzielle Wohnattraktivität und eine hohe Altersstruktur auf. Zudem verliere man Arbeitsplätze an das Fricktal (die bz berichtete). Die landrätliche Volkswirtschafts- und Gesundheitskommission (VGK) klingt bei ihrem Bericht ähnlich.

Basel-Fokus hemmt Entwicklung

Einstimmig empfiehlt sie dem Landrat, den Wirtschaftsbericht zur Kenntnis zu nehmen und eine FDP-Motion abzuschreiben. «Baselland gilt heute als moderner, gesunder, lebendiger und attraktiver Kanton mit einer hohen Standortgunst. Er zählt zu den stärkeren und grösseren Wirtschaftskantonen», schreibt VGK-Präsident Peter Brodbeck. Im Laufe des Schlussworts legt der SVP-Landrat aber dann doch noch die rosarote Brille ab. Die Kommission fordert vom Regierungsrat «deutlichere Bekenntnisse zu den Wirtschaftsstandorten Baselland und Region». Zu unklar sei, wo Wohnen und wo Arbeiten im Kanton stattfinden sollen. Und: «Eine einseitige Ausrichtung auf das Zentrum Basel-Stadt behindert die Entwicklung.» Die VGK anerkennt zwar, dass diese und weitere Forderungen bereits im Regierungsprogramm 2012 bis 2015 stehen. Die «guten Ansätze» müssten nun aber mit Hochdruck vorangetrieben werden.

«Wir ziehen am selben Strick», sagt Thomas de Courten. Der SVP-Nationalrat und Leiter der Baselbieter Wirtschaftsförderung pflichtet der Kommission bei, dass «wir jetzt Schub geben müssen». Gleichzeitig habe der Regierungsrat alles aufgegleist. Gestartet seien die vier Arbeitsgruppen Standortkompetenzzentrum, Arealentwicklung, Altersfragen sowie Bildungs- und Innovationsförderung. «Ich gehe davon aus, dass die Arbeitsgruppen laufend konkrete Fortschritte melden. Die Landratsvorlage zum Kompetenzzentrum soll bis Oktober vorliegen.»

Neue Firmen werden angelockt

Zur angekündigten Wirtschaftsoffensive der Regierung gehört auch, neue Firmen in den Kanton zu locken. Hier kann de Courten bereits erste Erfolge vermelden: «Wir bearbeiten mehrere Anfragen von Unternehmen, die Areale von bis zu 50000 Quadratmetern beziehen wollen.»

Die Kritik der VGK an der Ausrichtung nach Basel-Stadt relativiert der Wirtschaftsförderer. Man sei nicht abhängig vom Nachbarn. Vielmehr ergänzten sich die unterschiedlichen Profile der beiden Kantone. Es sei denn auch kein Widerspruch, seine eigenen Merkmale zu betonen und gleichzeitig die Partnerschaften zu pflegen. De Courten: «Es ist doch selbstverständlich, dass Basel-Stadt ein zentraler Anknüpfungspunkt für uns bleibt.»

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