Stadt versus Land

Wohin mit der Kohle?

Ohne die Belastung durch die Pensionskasse hätte der Kanton Baselland 2016 erstmals seit Jahren fette schwarze Zahlen geschrieben.

Ohne die Belastung durch die Pensionskasse hätte der Kanton Baselland 2016 erstmals seit Jahren fette schwarze Zahlen geschrieben.

Ohne die Belastung durch die Pensionskasse hätte der Kanton Baselland 2016 erstmals seit Jahren fette schwarze Zahlen geschrieben. Was heisst das für die Partnerschaft mit dem reichen Nachbarn?

Gelobet sei der Toni!
Und nun rückt die Kohle raus!

Das Baselbiet bewegt sich nach Jahren im finanziellen Jammertal langsam wieder hügelan. Da hätten wir eine Frage.

Aha. Es geht ja doch. Der Pleitegeier, der seit Jahren über dem Baselbiet kreist, hat sich auf einen Chirsibaum gesetzt und macht zumindest einmal Pause. Da fühlt sich Toni Lauber natürlich bestätigt; der Mann, der emsig predigt, man müsse nur genügend sparen. Dann würden die Kantonsfinanzen irgendwann schon wieder mit dem schwarzen Stift beschrieben werden können. Nach all der Zeit, in der die Rechnung röter war als der Siebedupf im Kantonswappen.

Gut, da ist noch die Pensionskasse, die dem Wunderheiler aus Allschwil die Ernte verhagelt, und die Schuldenlast steigt stetig an. Aber solange der Toni nicht das böse Wort «Steuererhöhungen» hört, behält er seine gute Laune bei. Denn, das wissen nur die wenigsten, als Moses vom Berg Sinai herunterstieg, da hatte er nicht nur die Zehn Gebote für das auserwählte Volk bei sich, sondern auch noch einen Post-it-Zettel für die Baselbieter. Und darauf stand: «Die Steuern sollen immer tief sein, selbst wenn ihr Euch zu Grabe sparen müsst.»

Liebe Baselbieter, wir freuen uns mit Euch, dass ihr dem Armenhause entronnen seid auf eurem Weg der Austerität und Steuerersparnis. Und nun hätten wir da ein kleines, unverbindliches Anliegen:

GEBT UNS UNSER GELD ZURÜCK!

Um genau zu sein, hätten wir gerne die 80 Millionen wieder, die wir Euch zähneknirschend zur Verfügung gestellt haben. Jenes Geld, das ihr nur unter Absingen wüstester Lieder angenommen habt, da die bösen Städter es wagten, Bedingungen an diese Sozialhilfe zu knüpfen.

Dann können wir in der Stadt noch ein paar Zwischennutzungen vergolden, oder Hundeparks gründen, oder interkulturelle Bewegungspädagogen einstellen ... Wenn ich mir es recht überlege, behaltet den Batzen vielleicht doch lieber. Für das nächste Defizit.

Nicht noch mehr Geld für Eva!
Die Kohle muss hier bleiben!

Dem Landkanton geht es finanziell wieder ein bisschen besser. Rückzahlungen an Basel-Stadt kommen aber nicht infrage.

Den Ball, den der Kollege aus der Stadt liegen gelassen hat, nehme ich gerne auf. Denn seien wir ehrlich, liebe Baslerinnen und Basler:

IHR BRAUCHT UNSER GELD NICHT ZURÜCK!

Auch wenn Ihr zuletzt ein deftiges Defizit eingefahren habt, rechnet Eva Herzog für die nächsten Jahre mit Überschüssen von bis zu 140 Millionen. Das sind Zahlen, von denen Toni Lauber weiterhin nur träumen kann. Obwohl er kürzlich ein besseres Ergebnis als seine Basler Amtskollegin präsentierte, wird sich das alte Kräfteverhältnis bald wieder einstellen.

Eure finanzielle Nachbarschaftshilfe ist deshalb immer noch gefragt. Ihr habt ja sowieso schon Mühe, all den Zaster auszugeben, den Ihr angehäuft habt. Da passiert es eben, dass man auf so blöde Ideen wie Tramverlängerungen ins Ausland kommt. Jetzt füllen sich die Basler dort billig die Taschen und können dann direkt bis vor die eigene Haustüre fahren. Gut gemacht!
Oder der Furz, die Innenstadt mit sauteurem Alpnacher Quarzsandstein zu verschönern. Ein Material, das im Baselbiet nur zugezogene reiche Städter für ihre Einfahrt verwenden. Bei uns wäre man schon froh, man wäre in der Lage, alle sanierungsreifen Strassen mit neuem Asphalt zu versehen.

Zum Gestaltungskonzept könnten wir übrigens als Gegenleistung für die Finanzspritze auch etwas beitragen. Gerne würden wir Euch einige Oberbaselbieter Chirsibäume zukommen lassen. Stellt Euch vor, welche Freude die japanischen Messebesucher daran hätten.

Ohnehin verdankt Ihr dem Landkanton derart viel, dass die paar Milliönchen absolut gerechtfertigt sind. Nicht nur waren die letzten grossen Identifikationsfiguren beim FC Basel meist aus dem Baselbiet, von dort stammt mit dem rappenden Heiri auch der beste Schnitzelbänkler. Neuerdings verhelfen sogar kriminelle Rampasse der Basler Polizei zu mehr Arbeit.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1