Weshalb braucht Ziefen einen Jugendraum?

Cornelia Rudin: Wir hatten bis vor ein paar Jahren schon eine solche Einrichtung. Das Projekt schlief dann aber ein. Der Gemeinderat bekräftigte danach, er würde sich um einen neuen Jugendraum bemühen, wenn die Jugendlichen das wünschten. Das war 2018 der Fall.

Jugendliche haben den Anstoss gegeben?

Ja. Kinder erkundigten sich auf der Verwaltung und fragten, ob die Gemeinde Räumlichkeiten zur Verfügung stellen könnte. Daraufhin sammelten Jugendliche am Frühlingsmarkt des vergangenen Jahres Unterschriften und reichten mit diesen einen Projektvorschlag ein. Sie wurden durch Eltern unterstützt. Die Jungen präsentierten uns ihre Ideen. Dann nahm sich der Gemeinderat der Sache an und gleiste das Vorhaben auf. Die Kinder waren in den einjährigen Prozess eingebunden und erhielten so politischen Anschauungsunterricht, wie so was abläuft.

Ist dieser Jugendraum eine Reaktion auf Probleme mit Jugendlichen im Dorf?

Nein, gar nicht. Das hat nichts damit zu tun.

Entspricht er einem Bedürfnis?

Davon bin ich überzeugt. Initiantinnen und Initianten besuchten bisher teils in Lupsingen den Jugendraum, weil wir kein solches Angebot hatten.

Wie gross ist das Potenzial von Jugendlichen, die den Jugendraum künftig benutzen werden?

Die Gruppe, die das Projekt angestossen hat, zählt etwa ein Dutzend Kinder. Diese besprachen es mit ihren Schulklassen. Ich gehe davon aus, dass der Jugendraum gut frequentiert sein wird.

Wie sieht das Konzept aus?

Der Raum ist jeweils am Mittwochnachmittag geöffnet. Vor Ort wird stets eine Person der Mobilen Jugendarbeit der Stiftung Jugendsozialwerk sein; dies auf ausdrücklichen Wunsch der Jugendlichen, die betreut werden möchten. Diese wollen lernen, mit Konflikten umzugehen. Das ist lobenswert. Durch Streetwork hatten wir bereits Kontakt mit der Stiftung. Der Jugendraum ist mit diversen Spielen wie Töggelikasten sowie mit bequemen Sofas ausgestattet.

Was trägt die Gemeinde Ziefen finanziell bei?

Die Kosten für Einrichtungen wurden aus Einnahmen eines Sponsorenlaufs durch Kinder und mit Spenden gedeckt. Den Raum stellt die Gemeinde gratis zur Verfügung. Die Betreuungsperson ist in einem 10-Prozent-Pensum angestellt. Dafür kommt die Gemeinde auf.

Können von diesem Angebot nur ortsansässige Kinder profitieren?

Grundsätzlich schon. Die Initianten haben die Zielgruppe auch so definiert: 10- bis 16-jährige Mädchen und Knaben aus Ziefen. Aber Auswärtige werden sicher nicht abgewiesen.

Ist der Gewölbekeller im Gemeindehaus ideal für einen Jugendraum?

Er ist das, was wir zur Verfügung stellen können. Ganz optimal ist der Raum nicht. Wir haben eruiert, was es für Möglichkeiten gibt. Schliesslich entschieden wir uns aus praktischen Gründen für den Gewölbekeller: Dieser ist von aussen gut zugänglich, und bei schönem Wetter kann der Vorplatz genutzt werden.

Wird dieser Keller auch noch von anderen Parteien beansprucht?

Nein. Früher war die Bürgergemeinde für die Vermietung zuständig. Sie gab das Mandat aber an die Einwohnergemeinde zurück, weil sie die Lokalitäten kaum hatte vermieten können. Diese Erfahrung mussten nun auch wir machen. Mit dem Jugendraum wird der Gewölbekeller jetzt endlich gebraucht.

Ist das Projekt Jugendraum auf einen bestimmten Zeitraum ausgelegt?

Wir werden sicher zu einem gegebenen Zeitpunkt eine Standortbestimmung machen. Ich denke, von Jahr zu Jahr. Schliesslich muss der Betrag immer wieder mit dem Budget bewilligt werden. Wir wollen auch wissen, wie das Angebot genutzt wird.


   

Jugendraum Ziefen Tag der offenen Tür; morgen Mittwoch, 17 bis 21 Uhr; Eröffnungsakt, 19 Uhr.