Gesundheit

Zu zwei Drittel ausgelastet – Tertianum in Liestal gut gestartet

Eva Müggenburg, Chefin des Rebgarten Liestal, kann sich über den Geschäftsverlauf freuen.

«Rebgarten»-Leiterin Eve Müggenburg ist mit 42 vermieteten Alterswohnungen und zehn belegten Pflegebetten mehr als zufrieden.

Grosser Tag nach langer Planungs- und zweijähriger Bauzeit für den «Rebgarten» in Liestal: Am ersten Oktober eröffnete Tertianum ihr neustes Wohn- und Pflegezentrum in der Schweiz an Liestals unterem Altstadtrand. Das jedoch nur dezent mit ein paar aufgehängten Ballons. Die öffentlichen und halböffentlichen Einweihungsfeste folgen mit einem Tag der offenen Türe am 26. Oktober und Anlässen für Anwohner und wichtige Players im November.

Geschäftsführerin Eve Müggenburg sagt zum Start: «Wir haben über Erwarten gut angefangen.» In Zahlen heisst das: 42 der 66 Wohnungen sind vermietet. Die Mieter würden bis Ende Jahr gestaffelt einziehen. Zehn weitere Wohnungen sind reserviert, zudem sind zehn der 40 Pflegebetten belegt. Altersmässig lägen die Wohnungsmieter, so Müggenburg weiter, zwischen 54 und 96 Jahren. Die meisten von ihnen seien «topfit» und nicht auf Pflege angewiesen. Deshalb hätten auch nur wenige ein Zusatzangebot gebucht.

Nachbar kocht doch nicht für «Rebgarten»

Damit spielt Müggenburg auf das Konzept von Tertianum an: Dieser wichtige Player in Sachen Alterswohnen bietet schweizweit 13 Residenzen wie im St. Jakob in Basel fürs grössere Portemonnaie sowie 67 Wohn- und teils auch nur Pflegezentren für den Mittelstand an; Liestal ist das 81. Tertianum-Haus. Dabei können die Kunden nur Wohnungen mieten oder zusätzliche Dienstleistungen wie Essen, Reinigungs- oder Waschservice, aber auch Pflegeleistungen buchen. Im Basisangebot Wohnen ist ein 24-Stunden-Notruf-System sowie das Recht auf ein Pflegebett innerhalb des gleichen Centers inbegriffen.

Müggenburg hat Mitte Juli ihre neue Stelle im «Rebgarten» angetreten. Sie kommt aus der Hotellerie und hat zuletzt den Siky-Park mit Restaurant und Zoo im jurassischen Crémines neu organisiert. Eine Hotelière als Leiterin eines Wohn- und Pflegeheims? «Die beiden Branchen liegen nahe beieinander. Beide wollen zufriedene Gäste. Neu ist hier einzig, dass die Pflege dazukommt,» sagt sie. Dafür habe sie einen kompetenten Pflegdienstleiter angestellt.

Überhaupt gehörte in den vergangenen drei Monaten zu den wichtigsten Aufgaben der 51-Jährigen, das Führungsteam zusammenzustellen. Dazu zählt auch ein Chefkoch. Denn überraschenderweise kocht nicht wie einst angekündigt Erdal Koyuncuer von der benachbarten «Farnsburg» fürs öffentliche Restaurant im «Rebgarten», sondern ein eigenes Team.

Keine Bedenken wegen Tertianum-Verkauf

Müggenburg sagt: «Erdal und ich haben das gemeinsam entschieden.» Momentan arbeiten 30 Personen im neuen Wohn- und Pflegezentrum. Bei Vollbetrieb werden es gegen 50 sein, wie die Noch-Besitzerin von Tertianum, die Swiss Prime Site, beim Spatenstich ankündigte.

Seit August ist bekannt, dass Swiss Prime Site die Tochter Tertianum verkaufen will; an wen, ist noch offen. Ist diese Ungewissheit nicht eine Belastung? Müggenburg: «Darüber mache ich mir keine Sorgen und auch beim Team ist das kein Thema. Das kommt schon gut.» 

Verwandte Themen:

Autor

Andreas Hirsbrunner

Andreas Hirsbrunner

Meistgesehen

Artboard 1