Bundesasylzentrum

Zubringer bedroht das Asylheim Atlas nicht

Der Bund möchte das Asylzentrum Atlas in Betrieb halten.

Der Bund möchte das Asylzentrum Atlas in Betrieb halten.

Der Bund möchte das Asylzentrum Atlas im Allschwiler Bachgraben-Gebiet über 2019 in Betrieb halten. Als maximale Nutzungsdauer wird der Baubeginn des Autobahn-Zubringers Bachgraben genannt. Auf Anfrage präzisiert das Baselbieter Tiefbauamt nun den Zeithorizont und nimmt den Zubringer als Argument aus dem Spiel.

Der Bund möchte das Asylzentrum Atlas mit seinen 120 Plätzen im Allschwiler Bachgraben-Gebiet über 2019 in Betrieb halten. Dies, um der Asylregion Nordwestschweiz mehr Zeit für die Suche nach einem neuen Standort eines Bundesasylzentrums (BAZ) in Baselland oder dem Aargau zu verschaffen, wie die bz gestern publik machte. Dass das Atlas die vom neuen Sachplan Asyl vorgegebene Mindestgrösse eines BAZ von 250 Plätzen nicht erfüllt, rechtfertigen Bund, Kanton und Gemeinde damit, dass es sich nur um eine Übergangslösung handle. Als maximale Nutzungsdauer des Atlas wird der Baubeginn des Autobahn-Zubringers Bachgraben genannt.

Auf Anfrage präzisiert das Baselbieter Tiefbauamt nun den Zeithorizont – und nimmt den Zubringer als Argument aus dem Spiel: Nicht schon wie vermutet 2022, sondern erst zwischen 2023 und 2026 sei der Baubeginn möglich, sollte der weitere Weg durch Landrat, Abstimmungen und Bewilligungen reibungslos verlaufen. Doch das alles spielt wohl gar keine Rolle, denn «die Liegenschaft Asylheim Atlas befindet sich nicht im Projektperimeter des derzeit geplanten Zubringers und deshalb gibt es auch keinen Grund, dass es geschlossen oder abgebrochen werden müsste», schreibt das Amt. Allerdings befinde sich die Planung des Zubringers Bachgraben-Nordtangente noch in einem sehr frühen Stadium ohne klar definierte Linienführung. Noch keine Angaben gibt es, wann und ob überhaupt die Umfahrung Allschwil, die an den Zubringer anschliessen soll, realisiert wird. Erst dies dürfte das Atlas betreffen.

Dies bedeutet letztlich: Praktisch unbeschränkt Zeit für die Nordwestschweiz, bis ein definitives neues Bundesasylzentrum mit 250 Plätzen gefunden sein muss. Baselland versicherte gestern, mit Hochdruck weiter zu suchen. Der Aargau hingegen ist noch an der grundsätzlichen Prüfung, ob ein Bundesasylzentrum mehr Vor- oder Nachteile bringen würde. (mn)

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