Im Laufental war es tagelang das Gesprächsthema Nummer Eins. Vor genau zwei Jahren soll der damals 55-jährige H.S.* an einem Montagmorgen im Steinbruch nahe des Schwimmbads Laufen einem Kollegen mit einer Pistole in die Brust geschossen und getötet haben. Die Baselbieter Polizei konnte den Beschuldigten damals noch vor Ort widerstandslos festnehmen. Er befindet sich seither in Haft.

Zwei Jahre später hat die Staatsanwaltschaft nun gegen den mutmasslichen Täter am Strafgericht Anklage wegen Mordes erhoben. «Selbst wenn ein solches Delikt auch für uns Priorität geniesst, sind zahlreiche Untersuchungen nötig, die ihre Zeit brauchen, damit der Fall vor Gericht stichhaltig ist», sagt Sprecher Michael Lutz.

Täter und Opfer bauten im grossen Stil Drogen an

«Wir gehen davon aus, dass die Bluttat im Zusammenhang mit einer Hanf-Indooranlage steht», führt Lutz weiter aus. Ein Streit um den Betrieb der Anlage könnte zur Tat geführt haben. An der Hanfanlage sollen sowohl der Angeklagte als auch das Opfer, der 34-jährige Schweizer S.B.* aus Muttenz, welcher sich im rechtsradikalen Milieu bewegt habe, beteiligt gewesen sein.

Neben Mord lautet die Anklage denn auch auf mehrfache Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz und weitere Delikte.

Der Täter lebte selber am Rande des Steinbruchs. Er hatte gleich oberhalb ein Haus gemietet, in dem die Hanfanlage betrieben worden sein soll.

Gelebt hatte er dagegen in einem zu einem Wohnmobil umgebauten Postauto auf dem von Wald umgebenen Gelände. Er galt in seinem Umfeld als ruhiger und «gmögiger» Typ. Er soll immer mit Geldproblemen zu kämpfen gehabt haben.

Nach der Tat soll der Todesschütze seinen Bruder angerufen haben. Dieser habe dann die Polizei alarmiert. Wann sich der Beschuldigte vor dem Baselbieter Strafgericht verantworten muss, ist noch offen.

 

* Namen der Redaktion bekannt