Pratteln

Zwei Kaufangebote platziert: Chemiefirmen wollen die Rohner AG beerben

Raucht der Kamin auf dem Areal der stillgelegten Rohner AG bald wieder? Zwei Kaufangebote liegen vor.

Jetzt also doch: In letzter Minute gingen beim Baselbieter Konkursamt zwei Kaufangebote für die chemischen Anlagen der Rohner AG ein. Zwei Firmen wollen also den Betrieb wieder aufnehmen. Eine Wohnnutzung könnte für Jahrzehnte blockiert sein.

Diese Nachricht werden viele Prattlerinnen und Prattler nicht gerne lesen: Das Baselbieter Konkursamt bestätigt gegenüber der bz, dass kurz vor Fristende vom vergangenen Samstag zwei Kaufangebote für die chemischen Anlagen der Rohner AG eingegangen sind. Laut Amtsleiter Reto Tschudin handelt es sich dabei um «Fortführungsangebote». Das bedeutet, die Interessenten wollen die Anlagen auf dem Areal an der Gempenstrasse 6 «en bloc», also gesamthaft übernehmen und vor Ort weiterbetreiben. Tschudin darf zu den Interessenten keine weiteren Angaben machen. Ausser: «Beide Angebote stammen von Unternehmen, die in einem ähnlichen Bereich tätig sind wie die Rohner AG.»

Platzt damit der Traum der raschen Weiterentwicklung des belasteten Grundstücks zu attraktivem Wohnraum nahe des Prattler Bahnhofs? Erst vor wenigen Tagen hatte die Arealbesitzerin Hiag Immobilien Holding AG selbst in ihrem Halbjahresbericht das Szenario «Totalrückbau und Entwicklung» in den Vordergrund gerückt. Vielleicht etwas vorschnell, wie sich jetzt herausstellt.

Neuer Chemiebetrieb könnte Jahrzehnte bleiben

Allerdings betont Hiag-Verwaltungsratspräsident Felix Grisard: «Es sind immer noch alle Varianten offen. Wir müssen erst sicher sein, dass die Solvenz und der Businessplan des Investors einer vertieften Prüfung standhalten. So etwas wie mit unseren letzten Mieterin Rohner darf nicht mehr passieren.» Auch das Konkursamt sagt, dass die Angebote erst geprüft und verglichen würden. Zudem könnten sie noch zurückgezogen werden. Eine Liquidation der Anlagen sei jedenfalls noch nicht vom Tisch, je nachdem, was für die Gläubiger die bessere Variante ist.

Sollte Hiag allerdings einem der Angebote zustimmen, macht Grisard den Bewohnern des Hexmatt-Quartiers wenig Hoffnung, dass die Chemie bald wegzieht: «Für uns gibt es keine Zwischenlösung. Entweder wir entwickeln das Areal oder ein Investor sichert langfristig den Weiterbetrieb.» 20 bis 30 Jahre seien dann durchaus denkbar.

Immerhin hält Grisard etwas fest: «Selbstverständlich müsste ein neuer chemischer Betrieb diverse Sicherheitsauflagen erfüllen und für eventuelle Risiken bürgen.»

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