Wenn in einer Schulklasse zwei den gleichen Vornamen tragen, kann das ärgerlich sein und zu Missverständnissen führen. In Allschwil teilen sich seit kurzem zwei Vereine denselben Namen. Wie das Allschwiler Wochenblatt berichtet, gibt es seit Mitte März im Dorf einen zweiten Kunstverein. Dies zum Ärger des bisherigen Allschwiler Kunst-Vereins, der 1980 gegründet wurde.

Am 10. März, kurz nach dessen Generalversammlung, wurde der zweite mit gleichlautendem Namen gegründet. Rudolf Jelk, Jurist und Präsident des neuen Vereins, liess ihn wenige Tage darauf ins Handelsregister eintragen. «Es ist nicht üblich, dass man Vereine ins Handelsregister eintragen lässt», sagt Ursula Waldner, neue Präsidentin des ursprünglichen Vereins. Dieser kam nun unter Zugzwang, den Namen zu ändern – was auch das Ziel der Abspaltung zu sein scheint.

Kurz nach der Eintragung erhielt Waldner ein Schreiben von Jelk. «Es war ein Ersuchen um eine Namensänderung», erzählt Waldner auf Nachfrage. Bis Anfang Mai sei diese vorzunehmen und ihm seien die entsprechenden Belege zuzustellen. Als Reaktion darauf trafen sich die beiden Parteien am 21. April vor dem Friedensrichter. Man konnte sich nicht einigen.

Jelk sagt, er habe den Allschwiler Kunst-Verein (AKV) «gebeten, den Namen zu ändern»; befehlen könne und wolle er es nicht. Dies kam ganz anders beim AKV an. «Wir schauten, was wir für Möglichkeiten haben», erzählt Waldner. Im Gegensatz zu Jelk sei sie keine Juristin. «Ich wollte, dass jemand dabei ist, damit nichts falsch läuft.» Waldner meint, die Verhandlung seien gescheitert, da von der Gegenseite keinerlei Interesse für einen Vergleich bestanden habe: «Er hatte den Verein ja bewusst so genannt.»

Kampfwahlen und Rausschmiss

Die Gründung eines neuen Vereins hat eine Vorgeschichte. Erstens gab es eine schwierige Wahl an der Generalversammlung vom 7. März. Von sechs Vorstandsmitgliedern hatten vier ihren Rücktritt bekannt gegeben. Der amtierende Vorstand konnte drei neu zu wählende Vorstandsmitglieder vorstellen. Er gab hierzu Empfehlungen ab. Von einer Gruppe um Jelk und der Ehrenpräsidentin Erika Würz kamen andere Vorschläge. Deshalb gab es an der GV des AKV eine «Kampfwahl», wie Waldner es gegenüber dem Allschwiler Wochenblatt nannte. Sie wurde dabei zur neuen Präsidentin gewählt.

Zweitens wurde an der GV der Ausschluss von drei Mitgliedern beschlossen. Im GV-Bericht des bisherigen Kunst-Vereins, welcher am 24. März im Allschwiler Wochenblatt publiziert wurde, steht: «(…) dass der Vorstand (…) an seiner Sitzung vom 5. März beschlossen hat, drei Mitglieder auszuschliessen.» Als Ausschlussgründe werden «wiederholt ehrverletzendes Verhalten» und «den Verein schädigende Aktionen» genannt. Darauf angesprochen antwortet Waldner: «Dazu kann ich nichts sagen, da ich zu der Zeit nicht im Vorstand war.»

Eine dieser ausgeschlossenen Mitglieder ist Erika Würz, die ehemalige Ehrenpräsidentin. Gemäss Jelk ist sie nun Ehrenpräsidentin des neuen Vereins. Er verneint die Frage, ob er nicht provozieren wollte, als er den gleichen Namen wählte. Irgendeinen Namen brauche es. Er ergänzt: «Nach der Namenswahl drängte sich die Möglichkeit, Frau Würz als Ehrenpräsidentin zu wählen, von selber auf. Es war unfair, sie rauszuwerfen.» So werde nun ihren grossen Verdienste im Bereich der Kultur Rechnung getragen und es finde eine «Korrektur» statt.

Dem Allschwiler Wochenblatt gegenüber äusserte Waldner, der AKV überlege, wie man weiter vorgehen solle. Eine Option wäre eine Klage. Jelk sagt dazu zur bz: «Das sollen sie nur machen, wenn sie Geld ‹vertätschen› wollen.» Der Jurist erzählt weiter, sie würden abwarten, ob der ursprüngliche Verein seinem Vereinszweck gerecht werde. «Wir werden gegen ihn erst tätig, wenn Vereinsgelder via Vereins-Liquidation et cetera zu verschwinden drohen. Er soll einfach zweckgerecht weiterfunktionieren.»