Ausstellung

Zwerge mit grosser Ausstrahlung – Schweizer Minibaum-Ausstellung in Baselland

Bonsaifreund Gilles Kröger mit einem seiner Pflanzen. Davon wird es an der Ausstellung am Wochenende unzählige zu sehen geben.

Bonsaifreund Gilles Kröger mit einem seiner Pflanzen. Davon wird es an der Ausstellung am Wochenende unzählige zu sehen geben.

Die Baselbieter Bonsaifreunde haben die jährliche Schweizer Minibaum-Ausstellung in die Region geholt.

An diesem Wochenende sind an der Nationalen Bonsai-Ausstellung in Basel winzige Bäume zu bewundern. Den jährlich stattfindenden Anlass haben die Moyogi Bonsaifreunde Dreiländereck Basel in die Region geholt. Der Verein ist in Reinach beheimatet, dort ist auch das Lokal, wo man sich jeden Samstag trifft. Gilles Kröger ist zuständig für Werbung und Medien. Er erklärt, was an den Minipflanzen fasziniert.

Herr Kröger, wie viele Bonsais haben Sie zu Hause?

Ungefähr 15. Der erste entstand aus einer Drei-Zentimeter-Pflanze, die wir im Biounterricht in der Schule erhalten hatten. Das war vor 30 Jahren.

Wie viel Zeit verbringen Sie mit Ihren Bäumen?

Sicher täglich eine Stunde. Man muss sie wässern, schauen, ob nichts krumm wächst, ob es Schädlinge hat oder ob ein Ast neu gedrahtet werden muss.

Was ist an Bonsais so faszinierend, dass Sie täglich so viel Zeit damit verbringen?

Dass es Bäume sind wie alle anderen, nur viel kleiner.

Und wie erreicht man das?

Durch die Pflege. Man schneidet oft im Sommer die Blätter ab. Diese wachsen dann im Verhältnis zur Grösse nach, die der Baum aktuell hat. Dafür eignen sich fast alle Baumarten. Es wird an der Ausstellung am Wochenende also viele einheimische Bäume geben.

Und was macht einen schönen Bonsai aus?

Sein Charakter. Der Stamm sollte einen interessanten Verlauf haben. Der Baum sollte alt wirken, obwohl er das gar nicht ist, und einen aufgeräumten Eindruck hinterlassen. Schöne Bonsais haben keine Drahtspuren oder Narben. Idealerweise hat der Baum einen sichtbaren Stamm und einen dreieckigen Aufbau, mit der Spitze oben. All diese Merkmale geben Bonsais Ausstrahlung.

Wie naturnah muss ein Bonsai sein?

Manchmal wächst ein Baum von Natur aus so wie gewünscht, das ist dann ein Glücksfall. Sonst versucht man, die Natur mit Schneiden und Drähten so gut wie möglich nachzumachen.

An der nationalen Bonsai-Ausstellung am Wochenende gibt es einen Wettbewerb. Wird nach den von Ihnen genannten Kriterien gewertet?

Genau, wobei auch persönlicher Geschmack eine Rolle spielt. Zum Glück bin ich nicht in der Jury, denn die Wertungen gehen sehr ins Detail.

Ist die Ausstellung am Wochenende auch für Laien interessant?

Ich denke schon. An den nationalen Ausstellungen gibt es immer auch eine Kinderecke, wie man Bonsai pflegt. Ich staune immer wieder, dass 8- oder 9-Jährige das interessant finden. Die können dann einsteigen, so wie ich damals.

Wenn ich an der Ausstellung vom Bonsai-Fieber angesteckt werde, was sollte ich dann tun?

Entweder Sie setzen einen Samen und warten 25 Jahre. Oder Sie kaufen einen ausgewachsenen in einer Gärtnerei, das ist der Normalfall. Man kann auch einen Bonsai abmoosen, also aus einem abgeschnittenen Ast einer neue Pflanze klonen.

Wohl nicht jeder Bonsai-Freund muss 15 Bäume gleichzeitig halten, wie Sie das tun. Kann man auch mit nur einem Bonsai daheim glücklich werden?

Sicher. Nur besteht dann die Gefahr, dass man ihn überbehütet. Ich gehe manchmal auf die Terrasse und schaue einfach nur meine Bäume an, ohne sie zu bearbeiten.

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