Kantonspolitik

Zwischen Grossratssaal und Baustelle

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Eigentlich nimmt FDP-Politiker Christian Egeler pflichtbewusst an jeder Grossratssitzung teil. Packt aber plötzlich jemand seine sieben Sachen zusammen und schleicht sich auf Zehenspitzen aus dem Grossratsaal, ist es derselbe Egeler.

Grund für die Hektik: Der 40-Jährige muss zwischendurch auf den Baustellen zum Rechten sehen, ist er doch Mitinhaber der Egeler Lutz AG – dem zweitältesten Bauunternehmen in Basel.

Christian Egeler ist im Grossen Rat der typische KMUler. Bei den Freisinnigen tanzt er jedoch öfter aus der Reihe. So war Egeler für die Einführung der Parkraumbewirtschaftung und für das Ausländerstimmrecht. Der FDPler, der Mitglied Umwelt- und Verkehrskommission ist, würde eigentlich gut zu den Grünliberalen passen. Doch dieser winkt ab: «Ich habe nicht vor, die Partei zu wechseln. Hätte es die Grünliberalen vor zehn Jahren gegeben, hätte ich es mir vielleicht überlegt.»

Gegründet wurde die Firma Egeler und Lutz AG anno 1892. Heute beschäftigt das Familienunternehmen an seinem Sitz in Kleinhüningen rund 50 Mitarbeitende. Vor kurzem wurden Egelers Vater und Onkel feierlich verabschiedet, sie führten das Baugeschäft jahrzehntelang in dritter Generation. Nun haben Egeler, Andreas Lutz, Walter Klotz und Christian Schwarz das Ruder übernommen. «Vor fünfzehn Jahren habe ich noch gesagt, dass ich die Firma nicht übernehmen möchte. Damals war ich zu jung dafür», erzählt der FDP-Grossrat. Laut Andreas Lutz laufen die Geschäfte gut: «Man kennt unseren Ruf. Und wir haben keine Fluktuation der Mitarbeiter – der älteste ist schon seit vierzig Jahren bei uns», sagt er. Das Baugeschäft hat unter anderem die Hotels Schweizerhof und Euler am Bahnhof SBB umgebaut oder die Barfüsserkirche renoviert. «Wir bauen viele Altstadthäuser um», meint Lutz weiter.

Egelers Firma ist, so wie viele KMU in Basel, Mitglied des Gewerbeverbands. «In Basel gibt es für Leute, die umbauen möchten, zu viele Vorschriften. Man müsse sehr viel Administratives erledigen, stört sich Egeler. Ansonsten sei Basel aber kundenfreundlich.

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