Die Baselbieter Bildungsdirektion blickt derzeit gelassen in die Zukunft: «Baselland rechnet langfristig nicht mit einem Mangel an Lehrpersonen», hält Generalsekretär Roland Plattner fest. Das sieht in anderen Kantonen ganz anders aus. Beispiel Luzern: Weil sich die Suche nach Nachwuchs für die Lehrerstellen wegen sich abzeichnender Pensionierungswellen in den nächsten Jahren zuspitzen wird, plant die dortige Regierung nun Massnahmen zur Attraktivitätssteigerung des Lehrerberufs. Geprüft werden unter anderem mehr Lohn und weniger Unterrichtsstunden.

Noch vor dem Beginn des laufenden Schuljahrs waren auch im Kanton Baselland zahlreiche Lehrerstellen zu besetzen. Heute aber gebe es nur noch bei der Heilpädagogik gewisse Engpässe, sagt Plattner. Es gebe aus verschiedenen Gründen über den ganzen Kanton einige nicht ganz einfach zu besetzende Stellen. Dennoch würden nur Personen mit einer genügenden Ausbildung fest angestellt. Plattner: «Wo noch Teile der geforderten Ausbildung fehlen, erfolgen befristete Anstellungen und ist diese so bald als möglich nachzuholen.»

Lücken erst 2015/2016

Auf das Schuljahr 2015/16 allerdings sei mit Lücken im Personalbestand der Primarlehrpersonen zu rechnen, schränkt Plattner ein. Denn dann wird die Primarstufe von fünf auf sechs Jahre verlängert. Voraussichtlich aber könnten diese Lücken ohne ausserordentliche Massnahmen gefüllt werden, schätzt Plattner: «Gegenwärtig beurteilt der Regierungsrat die Arbeitsbedingungen für Lehrpersonen grundsätzlich als wettbewerbsfähig und die Initiierung von kantonsspezifischen Massnahmen als verzichtbar.» Immerhin sei die Verbleibquote im Kanton auch relativ hoch.
Pensionierte wieder im Klassenzimmer

Um personelle Lücken zu füllen, wurden auch im Kanton Baselland pensionierte Lehrkräfte wieder eingestellt oder übernehmen Stellvertretungen. «Es handelt sich dabei aber nur um Einzelfälle», merkt Roland Plattner an. Derzeit seien der Baselbieter Bildungsdirektion nur drei Fälle bekannt, präzisiert deren Generalsekretär. Die Anstellungen erfolgten immerbefristet und meist projektbezogen. Für Plattner eine Erfolgsstory: «Das Feedback sowohl aus dem Kollegium alsauch aus der Schülerschaft ist in all diesen Fällen positiv», betont er.