Schweizerhalle
100 Arbeitsplätze sind in Pratteln in der Schwebe

Der Firma Cabb droht die Auslagerung der Logistikdienste. Weil noch nichts definitiv beschlossen ist, fühlen sich die Angestellten schlecht informiert.

Michel Ecklin
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Beim Feinchemieproduzenten Cabb in Pratteln sollen die Logistikdienste ausgelagert werden. Nicole Nars-Zimmer

Beim Feinchemieproduzenten Cabb in Pratteln sollen die Logistikdienste ausgelagert werden. Nicole Nars-Zimmer

Die Unruhe unter den 340 Angestellten der Cabb AG in Pratteln ist gross. Der Feinchemieproduzent leidet unter dem teuren Franken, der Schliessung von Anlagen von Kunden und dem internationalen Preisdruck. Deshalb hat der bei Frankfurt ansässige Mutterkonzern letzten Sommer das Effizienzsteigerungsprojekt «Cabb 100» gestartet. «Wir erwarteten, dass keine Auslagerungen stattfinden sollen», sagt Vanessa von Bothmer, bei der Gewerkschaft Unia verantwortlich für den Bereich Industrie.

Doch ein Satz in der Mitarbeiterzeitschrift letztes Jahr beunruhigt die Belegschaft. Dort heisst es im Zusammenhang mit Logistikabläufen: «Derzeit wird untersucht, ob ein Outsourcing der Aktivitäten oder ein intern aufgesetztes Verbesserungsprojekt besser zur Realisierung der Optimierungen geeignet ist.» Die Mitarbeiter vermuten, dass die beiden Bereiche Technischer Dienst und Logistikservices an eine externe Firma übergeben werden. Betroffen wären rund hundert Angestellte.

Einige Mitarbeiter wollten von der Unternehmensleitung wissen, was jetzt auf sie zukommt. Laut von Bothmer kamen keine befriedigenden Antworten. Auch eine mehrfach verschobene Betriebsversammlung brachte nicht die konkreten Informationen, die sich die Belegschaft wünschte. «Die Geschäftsleitung ist nicht kooperativ und versteckt sich hinter einem allgemeinen Geschwurbel», so von Bothmer. Was die Belegschaft weiter verunsichert: Vertreter der Firmen, die die beiden Bereiche übernehmen könnten, hätten bereits das Betriebsgelände angeschaut.

Unia befürchtet tiefere Löhne

Auf Anfrage der bz weist die Konzernzentrale die Vorwürfe zurück. «Alle Mitarbeiter wurden bereits zweimal in einer Mitarbeiterversammlung persönlich informiert», lässt sie verlauten. Gleichzeitig befeuert die Firma die Befürchtungen der Angestellten, in dem sie bestätigt, welche Bereiche betroffen sein könnten. Man überprüfe die «Vor- und Nachteile einer möglichen Auslagerung des Technischen Dienstes und der Logistikservices an versierte externe Dienstleister. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt werden interne Kennzahlen erhoben, um beurteilen zu können, ob diese Outsourcing-Projekte Vorteile für den zukünftigen Betrieb haben.» Entscheidungen seien noch keine gefallen.

Falls outgesourct wird, sind für die Unia die Konsequenzen klar: Die neuen Firmen würden nicht alle Arbeitskräfte von Cabb übernehmen, sie würden schlechter zahlen, ihre Angestellten unterstünden keinem Gesamtarbeitsvertrag und hätten in der Cabb-Personalkommission kein Mitspracherecht. «Es handelt sich ganz klar um einen Fall von Lohneinsparungen», sagt von Bothmer.

Da ist es für die Belegschaft kaum beruhigend, dass die Konzernleitung festhält: «Der Standort Pratteln steht für das Management der Cabb Gruppe nicht zur Disposition.»