150 Jahre
Im Tierpark Lange Erlen scheint es ein schönes Jubiläum zu werden – jeden Tag könnte es weitere Jungtiere geben

Im Tierpark Lange Erlen herrscht Vorfreude auf den Wolf – auch wenn es bis da hin noch ein langer Weg wird. Doch mit dem neuen Gehege kann sich der Park selbst ein Geschenk zum Jubiläum machen.

Tobias Gfeller
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Der Tierpark rechnet mit bis zu 24 Storchenpaaren in diesem Frühling.

Der Tierpark rechnet mit bis zu 24 Storchenpaaren in diesem Frühling.

Nicole Nars-Zimmer

Bereits von weit her ist das Klappern der Störche zu hören. Das Klappern der Männchen mit zurückgelegtem Kopf gehört zum Balzritual. Damit locken sie Weibchen an und klappern dann mit diesen gemeinsam in ihrem Horst. Tierparkleiter Bruno Ris rechnet in diesem Frühling mit bis zu 24 Storchenpaaren, die im Tierpark Lange Erlen brüten und Junge aufziehen. Wie viele Junge der Tierpark im Juni zählen kann, hängt vorwiegend vom Wetter ab. Die Zahl der Storchenpaare nimmt seit Jahren stetig zu. Noch stehen bei ihnen aber das Klappern und der Nestbau im Vordergrund.

Vierzehn junge Wildschweine in «Synchrongeburt»

Weiter sind da schon die Wildschweine. Am 26. Februar haben die zwei Bachen zusammen 14 Junge zur Welt gebracht. Diese «Synchrongeburt», wie sie Bruno Ris bezeichnet, sei in einer Rotte nichts Aussergewöhnliches. «Die zwei Muttertiere ziehen die Jungen gemeinsam auf. Dabei säugen sie auch mal die Jungen der anderen Mutter. Das ist kein Problem.» Die Jungtiere toben auf der Anlage gleich beim Haupteingang herum und trauen sich immer mehr zu. Ähnliches spielt sich gerade bei den Zwergziegen weiter hinten ab. Die drei Weibchen haben je zwei Junge bekommen.

Die Wildschwein-Frischlinge im Tierpark geniessen die Frühlingssonne.

Die Wildschwein-Frischlinge im Tierpark geniessen die Frühlingssonne.

Nicole Nars-Zimmer

Wie die jungen Wildschweine können auch sie nicht langfristig im Tierpark bleiben. Weil diese afrikanische Urform der Zwergziegen aufgrund ihrer geringen Grösse sehr gefragt ist, hat der Tierpark zumeist keine Probleme, neue Besitzer dafür zu finden. Der Austausch von Jungtieren ist gerade für Tierparks essenziell, um eine regelmässige Blutauffrischung zu garantieren und so Inzucht zu verhindern. Der Tierpark erwartet gemäss Bruo Ris «praktisch täglich» neue Jungtiere – als Nächstes wohl bei diversen Vogelarten.

Den Wildsäuli in den Langen Erlen könnte man stundenlang zuschauen (Video vom 10. März).

Simone Morger

Spatenstich fürs Wolfsgehege im August

Keinen Nachwuchs soll es dereinst bei den Wölfen geben, die gemäss Zeitplan im Herbst 2022 in den Tierpark Lange Erlen ziehen sollen. Dies ist aber noch ein weiter Weg – vor allem finanziell. Gegen vier Millionen Franken wird die Wolfanlage mit allem drum und dran kosten. Knapp eine Million Franken ist bisher an Spenden zusammengekommen – rund 100'000 Franken davon als Kleinspenden über die im November lancierte «Wolfs-Aktie».

Zum Jubiläumswochenende am 21./22.August soll der Spatenstich erfolgen. Geplant ist, dass zuerst zwei Drittel der Anlage gebaut würden. Analog zur Wisentanlage sollen die Tiere bereits vor Vollendung der ganzen Anlage einziehen.

«Wir bauen nichts, für das die Finanzierung nicht sichergestellt ist»

betont Carlos Methner, Präsident des Erlen-Vereins. Der dritte und letzte Abschnitt soll dann hin zum Haupteingang entstehen.

Mit dem Bau der Wolfsanlage wird auch das in die Jahre gekommene Gehege der Mesopotamischen Damhirsche und jenes daneben aufgehoben. Die lang gezogene Wolfsanlage vom Hintereingang bei den Eseln bis hin zum Haupteingang sei der flächenmässige Abschluss des Tierparks, erklärt Carlos Methner. Mehr sei baulich nicht mehr möglich.

Ein gediegenes Jubiläumsfest

Die Wolfsanlage kann getrost auch als Jubiläumsgeschenk an den im November 150 Jahre alten Erlen-Verein angesehen werden. Die Festivitäten dazu im August sollen «familienfreundlich, beschaulich und gediegen» ausfallen, verspricht Jubiläumskoordinator Felix Rudolf von Rohr. Neben Verpflegung und diverser Unterhaltungsaktivitäten soll es auch viel Informatives zu Tieren und Natur der Region geben.

Das Wochenende soll den Erlen-Verein, der im vergangenen Jahr eine «schwarze Null» schreiben konnte, eigentlich nichts kosten. Denn die Ausgaben sollen in den Tierpark fliessen.