Sekundarschule
16 Schüler kennen ihren Schulort noch nicht

16 angehende Schüler wissen noch nicht, wo sie im Sommer in die Schule gehen. Sie haben Beschwerde gegen ihre Umverteilung eingereicht und warten nun auf den Entscheid der Regierung.

Anna Wanner
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Sekundarschüler in Allschwil mit ihrer Lehrerin Gaby Koller. Juri Junkov

Sekundarschüler in Allschwil mit ihrer Lehrerin Gaby Koller. Juri Junkov

Bei der Baselbieter Bildungsdirektion liegen zurzeit 16 Beschwerden vor. Darin fechten die Schüler die angeordnete Umteilung an und verlangen von der Regierung eine Neubeurteilung. Ob den Beschwerden gegen die Versetzung stattgegeben wird, entscheidet die Regierung voraussichtlich bis Ende Mai.

Rosig sehen die Aussichten für die Beschwerdeträger jedenfalls nicht aus. Zwar sind im ganzen Kanton rund 70 Schüler von einer Umteilung betroffen, doch haben sich die meisten mit der Situation abgefunden. So tauchten in den Sekundarschulkreisen Birseck, Ergolz I und Laufental keine Probleme auf. «Obwohl die Empörung über die Schulzuweisung im Frenkentäler Sekundarschulkreis gross war, gab es dort schliesslich nur eine Beschwerde», sagt Plattner.

Nicht alle reagieren gelassen

Trotzdem: Nicht alle Betroffenen nahmen die Zuweisung gelassen auf. Dies bestätigt auch Beat Lüthy, der Schulleiter der Sekundarschule Sissach: «Von den sieben Schülern, die anderen Schulen zugewiesen wurden, haben alle eine Beschwerde eingereicht.»

Auch aus Allschwil sind Beschwerden bekannt: Die Primarschülerin Joëlle Vogt wohnt zwar in Allschwil, müsste aber in Oberwil zur Schule. Das wollen sie und ihre Mutter jedoch nicht. Um sich gegen die Umverteilung zu wehren, gründeten betroffene Eltern und Lehrer ein Komitee und reichten eine Initiative ein.

Mit Abweisung zu rechnen

Für die Betroffenen kommt die Initiative aber zu spät, muss doch erst das Volk darüber abstimmen. Ihre Rettung wäre einzig die Annahme der Beschwerde. Weist die Regierung diese ab, stehen gemäss Plattner zwei Möglichkeiten offen: «Entweder die Eltern akzeptieren den Entscheid oder sie ziehen ihn ans Kantonsgericht weiter.» Dass das Gericht bis Ende Sommerferien ein Urteil fällt, ist aber eher unwahrscheinlich. In diesem Fall wäre die Umteilung nicht rechtsgültig, weil der Regierungsentscheid aufschiebende Wirkung hat. Erst wenn das Gericht sein Urteil gefällt hat, steht der Standort fest.

Maximale Klassengrösse erreicht

Eigentlich sind die Klassen für das neue Schuljahr gebildet. An der Sekundarschule Sissach starten drei Klassen mit der Maximalgrösse à 26 Schüler. «Wir hätten wirklich ein Problem, wenn wir die sieben umgeteilten Schüler aufnehmen müssten», sagt Lüthy. In Sissach besteht noch kein Plan B, falls die sieben Schüler doch noch auftauchen. Die Schulleitung setzt aufs Amt für Volksschulen. «Wird der Regierungsentscheid vor Gericht gezogen, bestimmt das Amt für Volksschulen über das weitere Vorgehen», sagt Lüthy. Wohin die beschwerdeführenden Schüler am ersten Tag gehen sollen, ist noch unklar. Das Amt für Volksschulen hat bis August Zeit, dafür einen Richtplan zu erarbeiten.