Gault Millau
18 Punkte fürs Baselbiet – 25 ausgezeichnete Restaurants in der Region

Die Nordwestschweiz festigt ihre Stellung als Schlaraffenland für Feinschmecker: Felix Suter vom «Schlüssel» in Oberwil darf sich neu mit 18 Gault-Millau-Punkten schmücken, als erster Küchenchef im Landkanton.

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Der Spitzenkoch Felix Suter erhält die Ernennung zum Gault-Millau «Aufsteiger des Jahres 2017».

Der Spitzenkoch Felix Suter erhält die Ernennung zum Gault-Millau «Aufsteiger des Jahres 2017».

Keystone

Das Warten hat sich gelohnt. Felix Suter und Sandra Marugg Suter vom «Schlüssel» in Oberwil können endlich die 18-Punkte-Tafel von Gault Millau an die Eingangswand ihres Restaurants schrauben – als erster Betrieb im Kanton Baselland und genau 19 Jahre, nachdem sie vom Restaurantführer mit 17 Punkten ausgezeichnet wurden.

Vom zusätzlichen Punkt erfuhr Chef Felix Suter persönlich: gestern Mittag, bei der Präsentation des Schweizer Gault-Millau-Guides 2017 in Küsnacht am Zürichsee. Der «Schlüssel» erhält auch den Titel «Aufsteiger des Jahres», als eines von insgesamt vier Restaurants in der Schweiz.

Im «Gault-Millau 2017» wartet die Nordwestschweiz nun neu mit drei 18-Punkte-Restaurants auf. Die anderen zwei sind das «Les Quatre Saisons» im Kleinbasel und das «Stucki» auf dem Bruderholz; hinzu kommt Peter Knogl, der mit dem «Cheval Blanc» im Hotel Les Trois Rois seine 19 Punkte verteidigen konnte. Somit baut die Region ihre Position als Paradies für Feinschmecker aus: Insgesamt beläuft sich die Zahl der im Guide prämierten Punkte-Betriebe auf 25.

Unangemeldeter Besuch

Auch beim anderen grossen Restaurantführer, dem Guide Michelin, schneidet die Region Basel gut ab: Peter Knogl besitzt drei Sterne und damit als einer von drei Küchenchefs in der Schweiz das Maximum. Auch der «Schlüssel» wartet mit einem Stern auf, und das bereits seit dem Jahr 2000, als die Suters noch in der «Säge» in Flüh wirteten. 2014 siedelte das «Schlüssel»-Wirtepaar nach Oberwil über, übernahm die Räumlichkeiten des Vorgängerbetriebs «Viva».

Die Suters verfolgen ein äusserst puristisches Credo in der Küche: Es gibt genau ein Menü mit vier Gängen, dieses wechselt alle zwei bis drei Wochen. Es ist saisonal angepasst und die Zutaten stammen, wenn immer möglich, aus der Region. Den Testessern habe es bei ihren Besuchen gemundet, sagte Urs Heller, Chefredaktor der Schweizer Ausgabe des Gault Millau bei der Preisverleihung im Seehotel Sonne: «Wir waren alle begeistert. So dachten wir, jetzt rücken wir aber raus mit dem 18. Punkt.»

Die Suters erinnern sich an Hellers Besuch. Er sei alleine in Oberwil aufgetaucht. «Das war kurz nach den Sommerferien», sagt Felix Suter. «Er sass plötzlich im Garten. Da wurden wir schon etwas nervös.»

Vor rund vier Wochen erhielt das Schlüssel-Wirtepaar dann die Einladung zur Gault-Millau-Preisverleihung. «Da wussten wir», sagt Sandra Marugg Suter, «dass wir nicht allzu schlecht gekocht haben.»

Knogl: «Cigarman of the Year»

Gault Millau stattet den Betrieben mehrere Besuche ab. Die Testesser sind nicht angemeldet. Schweizweit waren 66 von ihnen für den neuen Restaurantführer unterwegs, geprüft wurden 820 Restaurants. Der Gault Millau 2017 ist erstmals in einem gelben Einband erschienen, zuvor war er rot. Eine Anweisung aus der Zentrale in Paris, sagte Heller – man wolle alle Länderguides vereinheitlichen.

Auch Peter Knogl durfte eine Auszeichnung entgegennehmen: Der Basler ist «The Cigarman of the Year». Er betreibt im «Trois Rois» eine Smokers Lounge. Um sich bei den Produkten auszukennen, flog er in die Dominikanische Republik. Er begutachtete Tabakfelder der Firma Davidoff – und rollte auch eigene Zigarren.

Restaurant Schlüssel. Hauptstrasse 41, 4104 Oberwil. Menüs ab 75 Franken. Mittags ab 11.30, abends ab 18.30 Uhr geöffnet. Montag, Dienstag und Samstagmittag geschlossen.