Oldtimer
180 statt bis zu 1000 Franken: Unterhalt des Käfers wird künftig günstiger

Die «fahrenden Kulturgüter» bekommen auch im Landkanton eine Sonderbehandlung. Künftig müssen die Besitzer nur noch eine Pauschale von 180 statt den üblichen bis zu 1000 Franken bezahlen. Dies schlägt die Finanzkommission vor.

Leif Simonsen
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Oldtimer sind umweltfreundlicher als andere Autos, da die meisten maximal 3000 Kilometer jährlich fahren.

Oldtimer sind umweltfreundlicher als andere Autos, da die meisten maximal 3000 Kilometer jährlich fahren.

Keystone

Wer einen Oldtimer fährt, kommt zukünftig in den Genuss eines zusätzlichen Privilegs. So soll nicht mehr wie bei den anderen Autos das Gewicht und der Kohlendioxidausstoss die Höhe der Abgabe definieren.

In Zukunft müssen die Oldtimer-Besitzer lediglich eine jährliche Pauschale von 180 Franken für ein Motorfahrzeug und 50 Franken für ein Motorrad statt der üblichen 600 bis 1000 Franken für einen Durchschnittswagen bezahlen.

Die landrätliche Finanzkommission schlägt diese Änderung in der Totalrevision des Gesetzes über die Verkehrsabgaben vor.

«Himmelweiter Unterschied»

Die wesentlichste Änderung wurde von den Kommissionen derweil nicht angetastet: So sollen zukünftig die Autos nicht mehr nur nach Gewicht besteuert werden, sondern auch nach CO2-Ausstoss. Dass die Finanzkommission die Oldtimer-Besitzer bevorzugen will, hängt in erster Linie mit der städtischen Konkurrenz zusammen.

In Basel-Stadt werden die altehrwürdigen Fahrzeuge schon heute pauschal besteuert, in anderen Schweizer Kantonen wie dem Tessin ebenfalls.

Pascal Donati, Leiter der Baselbieter Motorfahrzeugkontrolle, sieht einen «himmelweiten Unterschied» in der Pauschalbesteuerung nach Basler Art und dem heutigen Baselbieter Modell. «Wenn der Nachbarkanton so tiefe Steuern zahlt, dann ist die Gefahr gross, dass die Oldtimer-Besitzer ihr Auto einlösen», sagt Donati.

600 sogenannter Veteranenfahrzeuge gibt es heute im Kanton Baselland. Das sind Fahrzeuge, die mindestens 30 Jahre alt sind und maximal 3000 Kilometer jährlich fahren. Dabei gilt: Die wichtigen Bauteile müssen original sein.

Viele der Oldtimer sind aber selbst dann umweltfreundlicher, wenn sie aus der Vor-Katalysator-Zeit stammen. «Oft stehen sie ja in der Garage und werden nur gefahren, wenn die Sonne scheint», sagt Donati.

Für Christoph Munsch vom Langenbrucker Verein Altes Blech ist die Pauschalbesteuerung überfällig. «Wir hegen und pflegen schliesslich ein Stück fahrendes Kulturgut», sagt er, der im Besitz von mehreren Oldtimern ist. «Eigentlich sollten wir in den Genuss von Subventionen kommen, anstatt Steuern zu zahlen», findet er.

Trotzdem überwiegt bei ihm die Freude darüber, dass der Landrat auf immerhin 300'000 Franken Steuereinnahmen verzichtet. Und darüber, dass die Oldtimer dereinst subventioniert werden könnten, macht er sich keine Illusionen. «Die Vorstellung ist zu weit verbreitet, dass die Besitzer solcher Autos sehr viel Geld haben – dabei sind es oft nur Liebhaber, welche Freude am Handwerk und am Basteln haben.»

Der unverwüstliche VW

Die ältesten registrierten Oldtimer im Kanton Baselland stammen aus dem Jahr 1900 – um welche Modelle es sich handelt, konnte die Motorfahrzeugkontrolle nicht ausfindig machen. Unbestritten ist indes, welches Modell auf der Hitliste ganz zuoberst steht: der unverwüstliche VW Käfer.