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28 Dinge, die man in Liestal einfach machen muss

Neben Basel verblasst Liestal gerne, dabei hat der Hauptort des Baselbiets so einiges zu bieten. Die bz-Redaktion verrät, was Besucher, Einheimische und Heimweh-Liestaler einfach machen müssen: Nämlich ...

Julia Gohl
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Liestal hat mehr zu bieten als nur eine schöne Altstadt.

Liestal hat mehr zu bieten als nur eine schöne Altstadt.

Julia Gohl

1. ... übers Dach rätseln

Aus dem Zug gibt einem Liestal Rätsel auf: Wieso steht da auf diesem Dach dort «À la»? Weil es sich um die Kantonsbibliothek handelt und auf Marcel Prousts Werk «A la recherche du temps perdu» angespielt wird. Darin dreht sich alles um die Erinnerung, die Geschichte, das Gedächtnis und eben auch um das Wissen der Bücher. Jetzt ist das Rätsel zwar gelöst, ein Besuch in der Kantonsbibliothek lohnt sich aber trotzdem, sowohl für Leseratten als auch für Architekturinteressierte und Geniesser. Letzteres bringt uns zum nächsten Punkt ...

2. ... die besten Kirschstängeli der Schweiz essen

Der "Kassensturz" bestätigte schon vor vielen Jahren: Die besten Kirschstängeli der Schweiz gibt es in Liestal und zwar in der Confiserie Krattiger. Diese gibt es zwar nicht mehr, auf die berühmten Kirschstängeli muss man deshalb aber nicht verzichten. Kurt und Maja Krattiger bieten ihre Spezialität weiterhin in der Café-Bar in der Kantonsbibliothek an.

3. ... hängende Bäuche anschauen

Wissen Sie, wie ein Vietnamesisches Hängebauschwein aussieht? Nicht besonders hübsch, dafür umso lustiger. Davon kann man sich im Tierpark Weihermätteli überzeugen. Zu sehen gibt es dort auch Lamas, Silka-Hirschen, Minipigs, Japanische Höckergänse, Mini-Shetlandpony und viele weitere Tiere.

4. ... Platzangst bekommen

Im Mittelalter war die Weisse Gasse gar nicht als Durchgang gedacht, sondern hatte die Funktion eines Ehgrabens. Das heisst, der schmale unbebaute Streifen wurde mehrheitlich zur Beseitigung von häuslichen Abfällen und Fäkalien benutzt. Heute kann man durchs Gässli laufen, was man aber unbedingt vor dem Mittagessen einplanen sollte, sonst wirds eng. Apropos Mittagessen ...

5. ... die kulinarische Vielfalt geniessen

An Restaurants mangelt es in Liestal nicht: Gehobene Küche mit wunderbarem Ausblick findet man zum Beispiel im Restaurant Bad Schauenburg. Im Café Azizi gibt es afghanische Spezialitäten. Im Baselbieter Stübli im Hotel Engel wartet nicht nur gute Küche, sondern auch eine Portion Geschichte auf die Gäste. Im Herzlich kommen Veganer und Vegetarier auf ihre Kosten. Kreative Speisen gibt es auch im Mooi. Im Restaurant Schützenstube isst man sogar zwischen Palmen. Wer aber so richtig von Grün umgeben sein möchte, geht besser ins Restaurant Sichternhof. Ein Besuch im Restaurant Kaserne lohnt sich nicht nur wegen des Essens, sondern auch wegen der Wanddrahtbilder. Im Restaurant Pine gibt es neben italienischem Essen auch anatolische Spezialitäten.

6. ... den Eiffelturm 2.0 erklimmen

Da schwärmen alle von der Zugverbindung Basel – Paris in nur drei Stunden. Dabei ist man in knapp zehn Minuten in Liestal, wo das optische Pendant zum Eiffelturm steht. Zugegeben, mit 30 Metern ist der Aussichtsturm auf dem Schleifenberg etwas kleiner als der Eiffelturm mit 324 Metern. Die Höhenlage der Türme hinzugerechnet kommt die Liestaler Version aber schon auf 636 Meter, der Eiffelturm nur auf 357 Meter. Und mit 50 Rappen pro Besucher ist der Eintrittspreis in Liestal erst noch deutlich tiefer als bei der Pariser Version.

7. ... eine Oper schauen und dazu "Schämpis" schlürfen

Nein, ein berühmtes Opernhaus gibt es in Liestal nicht. Aber dafür in London: das Royal Opera House. Das Liestaler Kino Oris holt die schönsten Opern und Ballette live via Satellit aus dem bedeutendsten britischen Opernhaus direkt auf die Kinoleinwand.

8. ... Felix Mühleisen beim Alphornspielen zuhören

Die Sennenkutte gehört normalerweise nicht dazu, aber wer sich vor dem Café Mühleisen aufhält, bekommt zwischendurch ein Alphorn-Ständchen vom Besitzer.

9. ... die Geschichte des Baselbiets erleben

Innovativ und spielerisch informiert das Museum.BL über die Geschichte des Kantons Baselland. So etwa auch in der aktuellen Ausstellung "Eingewandert. Wie das Fremde Heimat wird".

10. ... durchs Törli marschieren

Das Liestaler Wahrzeichen darf man sich nicht entgehen lassen: Das "Törli", das obere Stadttor, das im Gegensatz zu seinem 1827 abgerissenen unteren Pendant stehen geblieben ist, ist das Highlight der allgemein sehr sehenswerten Altstadt. Bis in den 50er-Jahren ging der gesamte Durchgangsverkehr zwischen Basel und Mailand unter dem Tor hindurch. Heute versperrt ein Poller den Weg, durchspazieren kann man aber allemal.

11. ... oder noch besser: mit einem Chienbäse durchs Törli marschieren

Der (fast) unbestrittene Höhepunkt im Jahreskalender der Liestaler: der Chienbäse am Abend des Fasnachtssonntags. Das sollte man nicht nur als Zuschauer miterlebt haben, sondern gleich selbst einen Besen tragen.

12. ... die Grenze kontrollieren

Dem Chienbäse seinen Rang ablaufen könnte höchstens noch der Banntag. Die Liestaler Männer und Kinder feiern diesen am Montag vor Auffahrt begleitet von Trommel- und Pfeiferklängen sowie dem Knallen von Gewehr- und Pistolenschüssen. Zur Grundausstattung für richtige Banntägler gehören ein blumengeschmückter Hut und ein Spazierstock.

13. ... Liestal aus der Sicht der Rekruten erleben

Mit Vollpackung von der Kaserne Liestal zum Schiessplatz auf die Sichtern hochlaufen, wie es Generationen von Liestaler Füsl-Rekruten getan haben.

14. ... die Rathausfassade bestaunen

Das 1568 neu erbaute spätgotische Ratshaus steht in der Mitte der Rathausstrasse. In südlicher Richtung wurde es von 1937 bis 1939 um zwei Arkadenbreiten erweitert. Auf der Fassade finden sich Renaissance-Malereien von 1590. Am Erweiterungstrakt Malereien vom Liestaler Otto Plattner von 1939: "Bewirtung der Eidgenossen in Liestal", "Schlacht bei Dornach", "Tagsatzung zu Stans" und "Niklaus von Flüh". Von ihm stammt auch das monumentale Wandbild im Innenhof: "Der Auszug der Baselbieter und Eidgenossen in die Schlacht bei St. Jakob an der Birs".

15. ... ein Konzert besuchen

Zum Beispiel eines aus dem aussergerwöhnlichen Konzertprogramm des Kulturhotels Guggenheim oder eines der klassischen Konzerte in der Stadtkirche.

16. ... mit dem Waldenburgerli fahren

Die Waldenburgerbahn, in Liestal Waldenburgerli oder WB genannt, fährt als einzige Schweizer Personenverkehrsbahn auf einer Spurbreite von 750 Millimetern – noch.

17. ... Kantonspolitik aus der ersten Reihe mitverfolgen

Von der Tribüne im Landratssaal können Besucher zuschauen, wie Kantonspolitik entsteht, sich ärgern oder auch einfach einschlafen.

18. ... sich im Gitterli wahlweise abkühlen oder aufwärmen

So wie der Sommer in der Schweiz häufig verläuft, sind die Besucher oft froh über das beheizte Wellnessbad im Schwimmbad Gitterli. Wenn es hingegen einmal so richtig heiss ist, kühlt nichts besser ab, als ins kalte Nass zu rutschen.

19. ... in die neue Manor gehen

Und dann wahlweise:

  • Fremden Kindern ungefragt erzählen, dass Sie früher noch bis in den dritten Stock hochlaufen mussten, um Spielzeug zu kaufen.
  • Sich darüber unterhalten, wie Liestal immer moderner wird – das geht mit nostalgischem, verärgertem oder freudigem Unterton.
  • Sich beklagen, dass die neue Manor gar nicht mehr im Angebot hat als die alte. (Abgesehen vom Essen vielleicht, aber dann passt man nicht mehr durch die Weisse Gasse.)

20. ... Familiengeschichte schreiben

Das Staatsarchiv besitzt eine Sammlung von rund 900 Baselbieter Familienwappen. Schauen Sie nach, ob sich auch Ihres darunter befindet. Sollte es nicht dabei sein, hinterlegen Sie es. Das Staatsarchiv erweitert seine Sammlung laufend, indem es neue oder neu entdeckte Baselbieter Familienwappen aufnimmt.

21. .... im Garten des Kantonsspitals die Krähennester beobachten

Der Garten eignet sich übrigens auch bestens für ein kleines Picknick. Was man dazu mitbringen könnte? Da hätten wir eine Idee ...

22. ... einen Hefekranz der Bäckerei Ziegler essen

Der Kranz aus Hefeteig und einer geheimen Nussmischung sieht nicht nur lecker aus, sondern schmeckt auch so. Vorsicht Suchtgefahr!

23. ... sich ärgern wie die Liestaler

Das geht am besten auf der Rheinstrasse. Dank der dortigen Dauerbaustellen gehören abwechselnd das Warten vor Rotlichtern oder die komplette Abwesenheit von Ampeln sowie mühsame Umwege für Liestaler mittlerweile zum Alltag.

24. ... am Kellerabstieg ein Füürwägeli trinken

Auswärtige sollten sich von einem Liestaler zeigen lassen, wie man das Getränk aus Kaffee, Zucker und Schnaps richtig trinkt.

25. ... im Dichter- und Stadtmuseum nach alten Baselbieter Büchern stöbern

Das Dichter- und Stadtmuseum ist Café, Antiquariat und Museum in einem. Es widmet sich vor allem dem Leben und Werk Emma und Georg Herweghs, Viktor Widmanns, Carl Spittelers sowie Hugo Martis. Zweien dieser Dichter sind in Liestal auch Denkmäler gewidmet, was uns zum nächsten Punkt bringt.

26. ... das Georg-Herwegh- und das Carl-Spitteler-Denkmal anschauen

Georg Herwegh musste als sozialistisch-revolutionärer Dichter 1839 aus Deutschland in die Schweiz fliehen und erhielt im jungen Kanton Baselland das Bürgerrecht. 1904 wurde das Portraitrelief in Marmor auf einer Felsgruppe aus dem Gotthardgebiet eingeweiht. Der Dichter Carl Spitteler, der 1919 den Nobelpreis für Literatur erhielt, wurde 1845 in Liestal geboren. Ihm ist das Denkmal «Prometheus und die Seele» im Park neben dem Berri-Gut gewidmet.

27. ... im "Clöb" einfach jeden kennen

Wer braucht schon Klassentreffen, solange das Modus mehrmals jährlich zum "Clöb" lädt?

28. ... Zeit sparen

Wer mit all diesen Sehenswürdigkeiten und Angeboten nichts anfangen kann, sollte immerhin fürs Einkaufen nach Liestal kommen. Nicht weil es hier so viele Läden gibt, sondern weil die Schlangen etwa bei Fielmann oder im Swisscom-Shop deutlich kürzer sind als zum Beispiel in der Basler Innerstadt.