Laufen
7500 Unterschriften halfen nichts: Geburtsstation vor dem Aus

7500 Unterschriften sind Ende 2013 innert bloss drei Wochen gegen die Schliessung der Geburtsabteilung am Kantonsspital Laufen gesammelt worden. Der Landrat will trotzdem nicht auf seinen Entscheid zurückkommen, die Abteilung zu schliessen.

Hans-Martin Jermann
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Es wird immer wahrscheinlicher, dass die stationäre Geburtshilfe in Laufen Ende 2014 schliesst.

Es wird immer wahrscheinlicher, dass die stationäre Geburtshilfe in Laufen Ende 2014 schliesst.

Juri Junkov

7500 Unterschriften sind Ende 2013 innert bloss drei Wochen gegen die Schliessung der Geburtsabteilung am Kantonsspital Laufen gesammelt worden. Eine beeindruckende Zahl, wie im Landrat Vertreter aller Parteien anerkennen.

Trotz den 7500 Unterschriften gegen die Schliessung der Geburtsabteilung am Kantonsspital Laufen will das Baselbieter Parlament nicht, dass die Petition in einen verpflichtenden Vorstoss an die Regierung umgewandelt wird. Die im Grundsatz bereits beschlossene Schliessung der Geburtsstation in Laufen Ende 2014 soll nicht nochmals überprüft werden. Der Landrat hat den entsprechenden Antrag von Rolf Richterich (FDP, Laufen) mit 17 gegen 61 Stimmen bei vier Enthaltungen klar abgelehnt.

Laufentaler Frauen gebären in Basel

«Es kann nicht sein, dass ein Geschäft nicht mehr inhaltlich beurteilt wird, weil viele Unterschriften vorliegen», sagte Petitionskommissionspräsident Hans Furer (GLP). Und inhaltlich spricht vieles gegen die Beibehaltung der Laufner Geburtsabteilung: Mit durchschnittlich knapp 100 Geburten pro Jahr werde die Menge nicht erreicht, die langfristig zur Sicherung der Qualität nötig sei. 60 Prozent der Laufentaler Frauen würden ein Spital ausserhalb des Bezirks wählen, um ihr Kind zur Welt zu bringen; viele von ihnen gehen ins private Bethesda-Spital in Basel.

Mit den 7500 Unterschriften werde die Befürchtung zum Ausdruck gebracht, die Schliessung der Geburtsabteilung werde im Sinne einer Salami-Taktik geradewegs zur Schliessung des ganzen Spitals führen. So interpretiert jedenfalls die Petitionskommission die Sammlung. Die Kommission fordert die Regierung daher auf, der Festigung des Spitalstandorts Laufen die nötige Beachtung zu schenken. Für FDP-Landrat Richterich sind dies Lippenbekenntnisse. «Sie wollen 7500 Unterschriften billig entsorgen.» Andere Sprecher wie etwa Urs-Peter Moos (BDP) ärgerte sich über die Klagen zum bevorstehenden Aus der Geburtsstation: «Solche Lokalpolitik bringt uns im Kanton nicht weiter.»

Nun wird über die Zukunft der Geburtsstation abschliessend auf gerichtlichem Weg entschieden: Vier Laufentaler haben eine Beschwerde gegen die Schliessung eingereicht. Diese widerspreche Bestimmungen im Laufentalvertrag, namentlich jene, dass der Kanton Baselland den Betrieb des Spitals «dauerhaft» gewährleisten müsse.