Liestal
800 dinierten gemeinsam am «Langen Tisch»

Bei bestem Herbstwetter genossen 800 Menschen in der Liestaler Rathausstrasse ein Festmahl. Über die politischen und kantonalen Grenzen hinweg speisten Politiker und Bevölkerung friedlich zusammen. Mit diesem «Langen Tisch» ging die Baselbieter Genusswoche zu Ende. Liestal ist «Schweizer Genussstadt 2016».

Andreas Hirsbrunner
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Das Catering von und mit Brüderli.
20 Bilder
Isaac Reber und Anton Lauber
Die lange Tafel vom Törli aus gesehen.
Gemeinsamer Applaus und geteilte Freude.
Der «Lange Tisch» beschliesst die Genusswoche in Liestal.
Der Polit-Tisch
Dominique König und Eric Nussbaumer.
Guy Morin und Lukas Ott
Der «Lange Tisch» beschliesst die Genusswoche in Liestal.
Der «Lange Tisch» beschliesst die Genusswoche in Liestal.
Der «Lange Tisch» beschliesst die Genusswoche in Liestal.
Der «Lange Tisch» beschliesst die Genusswoche in Liestal.
Am Prominententisch begrüssen sich Regierungsrat Anton Lauber (links) und Landratspräsident Philipp Schoch.
Der «Lange Tisch» beschliesst die Genusswoche in Liestal.
Der «Lange Tisch» beschliesst die Genusswoche in Liestal.
Der «Lange Tisch» beschliesst die Genusswoche in Liestal.
Der «Lange Tisch» beschliesst die Genusswoche in Liestal.
Der «Lange Tisch» beschliesst die Genusswoche in Liestal.
Der «Lange Tisch» beschliesst die Genusswoche in Liestal.
Der «Lange Tisch» beschliesst die Genusswoche in Liestal.

Das Catering von und mit Brüderli.

Martin Töngi

Besser hätte die Genusswoche nicht enden können als gestern in Liestal: An einem 200 Meter langen Tisch vom Törli bis zum Regierungsgebäude dinierten 800 gut gelaunte Menschen bei angenehmstem Herbstwetter miteinander, wobei sich die Leckerbissen nicht aufs Kulinarische beschränkten, sondern dank dem Festivalorchester Viva Cello auch übers Ohr Eingang fanden.

Dass Essen verbindet, zeigte der Prominententisch vor dem Rathaus am augenfälligsten: Da scherzten und lachten zum Beispiel bürgerliche Baselbieter Regierungsräte mit links-grünen Liestaler Stadträten, die sich letzte Woche nach dem geplatzten Bahnhof-Deal im Kantonshauptort noch politisch hätten Gift geben können. Und auch der Basler Regierungspräsident Guy Morin fühlte sich sichtlich wohl am Tisch mit den vielen Rampassen. Obs damit zusammenhing, dass sein Baselbieter Pendant, Thomas Weber, in seiner Begrüssungsansprache vor dem grossen Schmausen den Tarif durchgab? Weber: «Wer nicht geniessen kann, wird mit der Zeit selber ungeniessbar.»

Aber wahrscheinlich lag es vielmehr am Hauptverantwortlichen fürs Kulinarische. Diesen kündete Liestals Stadtpräsident und Gastgeber Lukas Ott mit den Worten an: «Ich bin unter Brüdern aufgewachsen und ich weiss, wie wichtig es ist, sich auf ein Brüderli verlassen zu können.» Denn Chef der vielen Köche war Toni Brüderli, der unter anderem die «Kaserne» in Liestal betreibt.

Und Brüderli übersetzte mit seinem Team auf den Tellern, was die Genusswoche zuvor zehn Tage lang als Botschaft ins Land verkündete: Nachhaltige Geniesser essen regional und saisonal. So verarbeiteten Brüderlis Köche 170 Kilogramm Fleisch von Galloway-Rindern vom Hofgut Farnsburg, 120 Kilo Gemüse vom Nusshof und 150 Kilo Urdinkel aus Eptingen zum Festmenu-Hauptgang «‹Laubfrosch› Gourmethacktätschli im Mangoldblatt mit Urdinkel-Kernotto und glasierten Rüebli».

Beim Ausklingen der Langen Tafel meinte ein zufriedener Regierungsrat Anton Lauber: «Das war ein sehr sympathischer Anlass. Wichtig waren für mich auch die Gemeinsamkeit, das Zusammensitzen. Und ich habe hervorragend gegessen.» Auch sein Basler Kollege Guy Morin fand nur lobende Worte: «Ich habe es genossen. Ich bin ja von Amtes wegen oft in Liestal, aber die Lange Tafel gehört für mich nebst dem Chienbäse-Umzug zum Highlight hier.»