Kantonsspital
Ab diesem Sommer wird Laufen zum Schmerzzentrum

Plötzlich gehts schnell: Letzten Sommer stellte das Kantonsspital Baselland das Projekt vor, aus dem Standort Laufen ein Schmerzzentrum zu machen. Dann Funkstille. Nun entscheidet der Verwaltungsrat, das Projekt bereits diesen Sommer zu realisieren.

Michael Nittnaus
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Das Kantonsspital Laufen kann zuversichtlicher als auch schon in die Zukunft blicken.

Das Kantonsspital Laufen kann zuversichtlicher als auch schon in die Zukunft blicken.

Heinz Dürrenberger

Im vergangenen Juni stellte das Kantonsspital Baselland (KSBL) die Spezialisierung des Standorts Laufen zur stationären und ambulanten Schmerzklinik noch als visionäres Projekt vor. Seither herrschte Funkstille. Vergangene Woche nun fällte der Verwaltungsrat um Präsident Dieter Völlmin den Entscheid: Bereits diesen Sommer soll das Projekt realisiert sein. Dies bestätigen Völlmin und KSBL-CEO Heinz Schneider gegenüber der bz.

«Wir waren in den letzten Monaten nicht tatenlos und haben abgeklärt, wie sich die Spezialisierung auf den Standort Laufen auswirkt», sagt Völlmin. Mit weiteren Informationen zur detaillierten Umsetzung möchte das KSBL noch zuwarten, auch um zuerst die Mitarbeitenden über die Veränderungen zu informieren.

Spezialisierung birgt auch Gefahr

Denn dass durch die Spezialisierung für das Spital Laufen einiges neu wird, steht ausser Frage. Bisher gab es an den drei Kantonsspital-Standorten Liestal, Bruderholz und Laufen lediglich Schmerzsprechstunden. Mit dem stationären Angebot sollen für Laufen neue Patientenströme generiert werden, wie sie etwa das Kantonsspital Zug mit seiner Schmerztherapie erreicht. Völlmin: «Die Schmerzklinik soll Laufens Alleinstellungsmerkmal sein und Patienten anziehen, die bisher nicht ins Laufental gekommen sind.» Dass dies gelingt, ist keineswegs garantiert. «Jede Spezialisierung birgt die Gefahr, dass sie nicht reüssiert», sagt etwa Peter Brodbeck. Der Präsident der landrätlichen Volkswirtschafts- und Gesundheitskommission (VGK) habe schon einige skeptische Stimmen von Fachleuten gehört, die sich fragten, ob der Standort Laufen nicht auch abschrecken könnte.

Brodbeck zeigt sich grundsätzlich aber erfreut, dass das KSBL nun vorwärtsmacht. Der Start im Sommer sei sogar ein ziemlich forscher Zeitplan. «Skeptischer wäre ich gewesen, wenn man den Standort Laufen einfach so unverändert weitergezogen hätte.» Dafür seien die Fallzahlen schlicht zu gering. Erst vergangene Woche habe etwa der Oberrheinrat die Gesundheitsversorgung der trinationalen Region analysiert. Dies mit dem eindeutigen Fazit, dass gerade kleine Spitäler heutzutage nicht mehr um eine Spezialisierung herumkommen.

Gynäkologie wird «optimiert»

Das weiss auch Völlmin. Denn sonst droht Laufen zum Klotz am Bein des KSBL zu werden. Zu gering war die Auslastung in den vergangenen Jahren. «Das Einzugsgebiet ist einfach zu klein, das ist die grösste Schwäche», sagt Völlmin. Und: «Wenn wir im Kanton die Spitäler ganz neu planen könnten, bekäme Laufen sicher keines mehr zugestanden.» Der Standort bleibt dennoch gesichert, nicht zuletzt dank des Laufentalvertrages.

Bereits fest steht, dass die Zahl der Akut-Betten von heute 80 um ein Viertel gesenkt wird. Dies ist laut Völlmin der geringeren Aufenthaltsdauer der Patienten geschuldet und auch Brodbeck nennt es einen «logischen Schritt». Ein anderes Sorgenkind ist die Gynäkologie/Geburtshilfe. Völlmin bestätigt gegenüber der bz, dass Gespräche zur Optimierung des Angebots am Standort Laufen im Gang seien. «Es geht nicht um ein Ja oder Nein zum breiten Feld der Gynäkologie insgesamt, sondern um gewisse Anpassungen.» Und sollte die Schmerzklinik wider Erwarten dem Standort Laufen nicht zu neuer Blüte verhelfen, habe man verschiedene Szenarien in petto. Verraten möchte Völlmin aber nur eines und sagt schmunzelnd: «Was ich ausschliessen kann, ist eine Spezialisierung auf Schönheitschirurgie.»