Frenkendorf
Ab Mai gibts auch Käse aus der Frenkendörfer Regio-Molkerei

Nach anfänglichen Problemen, hat die Regio-Molkerei unter der Führung von Emmi den Tritt gefunden. Ab Mai produziert sie erstmals Käse. Zur neuen Infrastruktur werden auch zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen.

Michael Nittnaus
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Die Regio-Molkerei in Frenkendorf produziert ab Mai Käse

Die Regio-Molkerei in Frenkendorf produziert ab Mai Käse

Nicole Nars-Zimmer

Fast auf den Tag genau vor zwei Jahren begann für die Regio-Molkerei in Frenkendorf ein zweites Leben (siehe Kasten). Nach einem harzigen Start unter der neuen Führung des Milchriesen Emmi – die Haltbarkeit der Pastmilch machte den Frenkendörfern zu schaffen – scheint der einzige Milchverarbeitungsstandort der Region den Tritt gefunden zu haben. «Wir haben viel nachinvestiert, um die Milch zu verbessern», sagt Betriebsleiter Martin Ineichen. Dank eines neuen mechanischen Verfahrens würden unerwünschte Bakterien nun vollständig herausgefiltert.

Regio Milch: Eine unendliche Geschichte

Bereits in den 1990er-Jahren produzierte das Milchhüsli Liestal von Hans Wüthrich selbst Regio-Milch. Wegen des wachsenden Erfolges kam ihm die Idee einer neuen regionalen Molkerei. Zusammen mit dem 2001 zu diesem Zweck gegründeten Verein Pro Regio Milch des Basler Milchhändlerverbands wird die Idee konkretisiert. 2004 wird die Milchverarbeitung Region Basel (MiReBa) gegründet und Bauland in Frenkendorf erworben. Drei Jahre später nimmt die Regio-Molkerei unter dem Namen Regio Milch beider Basel AG den Betrieb auf. Der Zwölf-Millionen-Bau krankt allerdings schnell an schlechter Planung, hohen Kosten und Qualitätsproblemen bei den Produkten. Bereits 2009 geht es in die Nachlassstundung, ehe Mitte 2010 das endgültige Aus kommt. Dann kauft Emmi mit Beteiligung des Nordwestschweizer Milchverbands Miba das Grundstück und die Produktionsanlagen. Unter dem Namen Regio Molkerei beider Basel AG werden seit Februar 2011 wieder regionale Milchprodukte produziert. (mn)

Die Umstellung ermöglicht aber noch einen weiteren Meilenstein. Ineichen: «Erst dank diesem Verfahren können wir auch Käse produzieren.» Gegenüber der bz nennt der Betriebsleiter bereits den Starttag: Am 10. Mai beginnt die Herstellung eines Halbhartkäses aus regionaler Milch. Rund drei Monate später sollte die erste Ware genügend gereift sein und in die Regale der Detailhändler wandern. Definitive Verträge mit Migros und Coop können aber erst abgeschlossen werden, wenn erste Muster zur Degustation vorhanden sind. Der Käse soll laut Ineichen dank verschiedener Reifezeiten in einer milderen und einer rezenteren Variante angeboten werden.

Neue Käsereianlage wird gebaut

Die Ausweitung des Angebots von Milch und Joghurts hin zum Käse bedeutet gleichzeitig eine Stärkung des Standorts Frenkendorf. Wie Emmi-Sprecherin Sibylle Umiker ausführt, wird die Milchmenge um fünf bis zehn Prozent gesteigert. Heute verarbeitet die Regio-Molkerei pro Jahr vier bis fünf Millionen Kilo Milch. Das bedeute auch, dass zu den acht bisherigen Angestellten ein bis zwei weitere dazustossen werden. «Wir sind mit der Entwicklung der Regio Molkerei sehr zufrieden. Der Betrieb ist umsatzmässig zwar weiterhin bescheiden, doch wir sehen noch weiteres Potenzial für die Zukunft», sagt Umiker. Mit dem regionalen Käse fülle Emmi eine Lücke im Basler Detailhandel, da die Region bisher über keine Käseproduktion verfügt habe.

Zurzeit wird in Frenkendorf Platz für eine Käsereianlage geschaffen. Es wird neu ein Fertiger, eine Presse und ein Salzbad installiert. Bereits nächste Woche wird zudem ein Reifungsraum mit Klimaanlage im Keller des Gebäudes eingerichtet. Bereits seit vergangenem Oktober tüfteln Fachkräfte von Emmi an der richtigen Rezeptur des Käses.

Vorderhand ist mit der Käseproduktion der Ausbau in Frenkendorf abgeschlossen. Zu viele verschiedene Produkte herzustellen, sei heikel, meint Ineichen. Denn: «Nur bei einem beschränkten Sortiment können wir Gewinn erwirtschaften. Und das ist zur Festigung des Standorts jetzt wichtig.»