Ziefen
Ab nächstem Jahr wird Baselbieter Bier nicht mehr im aargauischen Exil gebraut

Die Baselbieter Brauerei AG ist fündig geworden: Nachdem ein erstes Projekt in Niederdorf gescheitert ist, soll das Baselbieter Bier in Ziefen gebraut werden. Die jährliche Biermenge soll innerhalb von vier Jahren von 600 auf 2500 Hektoliter steigen.

Andreas Hirsbrunner
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Die Baselbieter Brauerei beginnt mit der Bierproduktion in ein paar Wochen in den Hallen der Konsolen AG in Ziefen. Kenneth Nars

Die Baselbieter Brauerei beginnt mit der Bierproduktion in ein paar Wochen in den Hallen der Konsolen AG in Ziefen. Kenneth Nars

Die Verträge sind unter Dach und Fach, jetzt kanns losgehen: Die Baselbieter Brauerei AG startet im ersten Quartal des nächsten Jahres in Ziefen im Gebäude der Firma Konsolen AG mit dem Brauen des Baselbieter Biers. Damit hat das Provisorium, das mit einem kleinen Etikettenschwindel einherging, ein Ende. Denn derzeit wird das Baselbieter Bier in einer Menge von rund 40 Hektoliter pro Monat im aargauischen Wettingen gebraut.

Das Provisorium wurde notwendig, weil die Baselbieter Brauerei Anfang dieses Jahres ihren Betrieb nicht wie geplant in Niederdorf starten konnte, obwohl sie die 80'000 Franken teure Anlage bereits gekauft hatte. Grund dafür war das Scheitern des dortigen Innovationszentrums. Verwaltungsrat Daniel Hollenstein bedauert zwar den verspäteten Braubeginn in der eigenen Anlage, hält aber fest: «Wir hatten keinen finanziellen Schaden und nutzten die Zeit, um den Marktaufbau erfolgreich anzugehen.» So setzen zwischenzeitlich mehrere Restaurants im Kanton aufs Baselbieter Bier.

Wetter und Wirte entscheidend

Die neue Brauerei will aber in Ziefen nichts überstürzen und mit einer Jahresproduktion von 600 Hektolitern beginnen und diese bis etwa in vier Jahren auf die maximale Menge von 2500 Hektolitern steigern. Dazu Hollenstein: «Das hängt davon ab, wie der Markt läuft. Dafür entscheidend ist nebst dem Wetter auch, wie viele Gastrobetriebe auf unser Bier einsteigen.»

Eine Hürde sei, dass viele Betriebe bestehende Verträge für das Offenbier hätten, die mit der Schranktheke zusammenhingen. Will heissen, steigt ein Wirt aus einem Liefervertrag aus, muss er das Buffet selbst bezahlen. Eine andere Hürde, die neuen Brauern den Start nicht eben erleichtert, hat mit der hiesigen Bierkultur zu tun: Im Gegensatz etwa zu Deutschland bieten viele Gastrobetriebe nicht zwei oder drei, sondern nur ein Offenbier an.

Trotz dieser Hürden und des Zufalls, dass die neue Brauerei Farnsburg in Gelterkinden praktisch zeitgleich mit der Baselbieter Brauerei in Ziefen zu produzieren beginnt, ist Hollenstein zuversichtlich: «Der gleichzeitige Start ist zwar nicht ganz optimal, aber das Baselbiet verträgt noch ein paar Biere.» Zu spüren bekommen neue Konkurrenz vor allem die «grossen Einheitsgebräue», ist er überzeugt. Hollenstein prognostiziert für das erste Braujahr in Ziefen «eine schwarze Null».

Geschäftsführer der Baselbieter Brauerei werden Michael Hägler und Niklaus Niederhauser aus Lausen, die auch die Idee fürs neue Bier hatten. Und gebraut wird das «Baselbieter Helle», das vorerst einzige Bier im Sortiment, von Horst Wandinger. Der diplomierte Braumeister ist auch Dozent und Prüfungsexperte in Ulm und hat die Baselbieter Brauerei bis jetzt schon beraten. Er soll zu einem späteren Zeitpunkt von einem regionalen Braumeister abgelöst werden. Dann ist definitiv alles einheimisch am Baselbieter Bier.