Kelsag
Abfallsäcke werden massiv günstiger

Für die nächsten fünf bis sechs Jahre liegen die Preise pro Abfallsack bei 1.70 Franken. Damit wurde von den Gemeinden, die an der Kehrichtbeseitigung Laufental-Schwarzbubenland AG beteiligt sind, eine Reduktion um einen Franken in die Wege geleitet.

Philipp Felber
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Die Sackpreise der Kelsag sinken stark.

Die Sackpreise der Kelsag sinken stark.

Kenneth Nars

Für fünf bis sechs Jahre werden die Abfallsäcke im Kelsag-Gebiet nur 1.70 Franken kosten. Die Kosten sinken damit auf eine Rekordmarke in der gesamten Nordwestschweiz. Dies bestimmten die Delegierten der Gemeinden an der Generalversammlung der Kehrichtbeseitigung Laufental-Schwarzbubenland AG (Kelsag). Damit folgten sie einem Antrag des Verwaltungsrats, der jedoch ursprünglich ein anderes Ziel verfolgte.

4 Millionen Franken muss die Kehrichtverbrennungsanlage Basel (KVA) an die Kelsag zurückerstatten. Dies weil die KVA im Zeitraum von 2007 bis 2012 zu hohe Gebühren verlangt hatte. Für die Kelsag war klar: Das Geld soll dahin zurückfliessen, wo es hergekommen ist - zu den Käufern der Abfallsäcke. Eine temporäre Senkung des Kerichtsackpreises wäre die Folge gewesen.

Doch das wollte die Stadt Laufen nicht. Sie wollte das Geld direkt in die Gemeindekassen auszahlen lassen und sich damit unterirdische Sammelstellen im Städtchen bauen. Das wiederum sah die Kelsag nicht gerne, und holte den Preisüberwacher mit ins Boot. Der bestätigte die Haltung des Verwaltungsrats, dass eine Rückerstattung an die Konsumenten im Vordergrund stehen müsse.

Im Nachgang zu einer Infoveranstaltung Ende April, bei dem die Kelsag über das geplante Vorgehen die Gemeindepräsidien informierte, fanden weitere Verhandlungen mit Laufen statt. Dabei entstand der Kompromiss, der an der GV grossmehrheitlich angenommen wurde. Nun fliessen 2,4 Millionen Franken, also 60 Prozent in Form von Sackvergünstigungen an die Käufer der Abfallsäcke zurück. 1,6 Millionen Franken fliessen in die Spezialfinanzierungen für Abfallbeseitigung der einzelnen Gemeinden. Was mit dem Geld passiert, müssen die Gemeinden selber entscheiden.

Eine Möglichkeit: Die Grundgebühr für eine gewisse Zeit senken. „Dass das Geld zurück muss an die Menschen, das ist klar. Deshalb werden wir die Grundgebühr senken, wenn wir die 40 Prozent bekommen“, argumentierte etwa Andreas Dürr aus Breitenbach. Dies sei zudem fairer, weil nicht alle gleichviel Abfall produzieren und von den vergünstigten Preisen profitieren können. Bei der Grundgebühr hingegen schon. Dem wurde zwar widersprochen, doch bei der Abstimmung obsiegte der Kompromissantrag des Verwaltungsrats klar.

Ebenso chancenlos war ein Begehren aus Nunningen, das Geld komplett an die Käufer der Abfallsäcke zurückzuerstatten. Nur gerade die Vertreter von Nunningen, Fehren und Röschenz sprachen sich dafür aus. Ein Antrag aus Dornach, die sechzig Prozent in einer Einmalzahlung direkt den Steuerzahlern zurückzuzahlen, kam gar nicht erst zur Abstimmung. Die weil der Antrag auf Senkung der Sackgebühr hätte zuerst abgelehnt werden müssen. Was nicht passiert ist.

„Wir hätten den Antrag von Nunningen gewollt, doch haben wir die Zeichen der Aktionäre erkannt und den Kompromiss erarbeitet“, sagte Verwaltungsratspräsident Germann Wiggli. Doch so richtig glücklich scheint man im Verwaltungsrat nicht zu sein.

„Ein heisses Traktandum“, nannte Wiggli im Vorfeld der Diskussion das Geschäft. Weniger umstritten war dafür die dauerhafte Senkung des Sackpreises auf 2.20 Franken. Dies wurde möglich, weil die Kelsag einen neuen Transportpartner mit deutlich günstigeren Preisen finden konnte. Die Vergabe führte damals zu Kritik an Wiggli. Er, WIR-Bank-Chef und Verwaltungsratspräsident der Kelsag wurde scharf angeschossen, weil unter anderem auch Wir-Gelder den Ausschlag für das neue Transportunternehmen gaben. Das Thema schien aber an der Generalversammlung vom Tisch zu sein.

Nun kommen die Konsumenten im Kelsag-Gebiet also doppelt zu einer Sackvergünstigung. Zuerst temporär auf 1.70 Franken pro Sack und dann werden die Sackpreise wieder auf 2.20 Franken steigen, falls sich bis dahin nichts an den restlichen Kosten ändert. Das 1.70-Regime gilt, bis die Gelder der KVA aufgebraucht sind. Das dürfte nach Schätzungen der Kelsag in fünf bis sechs Jahren der Fall sein.

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