Charles Simon
Abtretender Binninger Gemeindepräsi: «Ich habe trotz allem einen guten Ruf»

Fünf von sieben Gemeinderäten treten nicht mehr zur Wahl an, darunter auch der heutige Gemeindepräsident Charles Simon – er will aber politisch aktiv bleiben.

Joël Hoffmann
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Der abtretende SP Gemeindepräsident Charles Simon.bos

Der abtretende SP Gemeindepräsident Charles Simon.bos

Herr Simon, in welchem Zustand hinterlassen Sie die Gemeinde Binningen?

Charles Simon: Ich bin noch bis im Juni dabei. Wir arbeiten daran, die Gemeinde dem neuen Gemeinderat in gutem Zustand zu hinterlassen. Wir wollen nach den diversen Pannen eine gute Basis für unsere Nachfolger schaffen.

Wenn Sie nochmals zur Wahl antreten würden, meinen Sie, die Wähler würden Sie nochmals wählen?

Das ist eine spekulative Frage. Ich denke, ich habe trotz allem einen guten Ruf in Binningen.

Aber es gibt einige, die Sie und die SP für das Schlossdebakel verantwortlich machen.

Als Gemeindepräsident muss man vorne stehen und den Kopf hinhalten. Das Binninger Schloss ist ein über zwanzig Jahre altes Projekt. Mehrere Generationen an Gemeinderäten waren daran beteiligt, und es ist keine parteipolitische Sache.

Wie wird sich der Gemeinderat nach dem 11. März zusammensetzen?

Was ich mir wünsche, sind konstruktive, kreative und lösungsorientierte Persönlichkeiten, die als Team arbeiten. Das ist das Wichtigste.

Und parteipolitisch?

Es ist eine Majorz-Personenwahl. Eine Exekutive ist immer dann gut, wenn sie bunt gemischt ist. Dennoch wird der Gemeinderat wohl ähnlich zusammengesetzt sein wie heute.

Welches sind die grössten Brocken, die in den nächsten vier Jahren auf Binningen zukommen?

Ein grosses und sehr wichtiges Projekt ist die Schulraumplanung. Diese muss im Zusammenhang mit Harmos bis 2015 umgesetzt werden. Mit dem Thema kommen wir noch vor dem Juni in den Einwohnerrat. Zudem ist Binningen im 21. Jahrhundert angekommen. Energetische Massnahmen, wie Gebäudeisolation oder Energiesparen, werden uns intensiv beschäftigen.

Wie sieht Ihre eigene Zukunft aus?

Ich werde in zwei Wochen 66. In dem Alter und nach zwölf Jahren im Gemeinderat, davon acht als Gemeindepräsident, wird es Zeit, kürzerzutreten. Ich habe diverse Hobbys und eine Familie. Dennoch werde ich sicher weiter politisch aktiv sein, wenn auch ohne politisches Amt. Ich denke da an Freiwilligenarbeit.