Landrat
Acht Landräte ziehen ihren Kopf aus der Wahl

Acht Rücktritte sind auf die neue Legislatur zu verzeichnen, darunter zwei Landratspräsidenten und vier Freisinnige. Bei den christlichen Parteien stellen sich alle Bisherigen zur Wiederwahl.

Jürg Gohl
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16 Jahre: Hanspeter Frey (FDP).
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Acht Landräte ziehen ihren Kopf aus der Wahl
16 Jahre: Eva Chappuis (SP).
10 Jahre: Romy Anderegg (FDP).
8 Jahre: Andreas Helfenstein (SP).
5 Jahre: Christa Ostreicher (FDP).
4 Jahre: Ueli Halder (SP).
2 Jahre: Petra Studer (FDP). Archiv

16 Jahre: Hanspeter Frey (FDP).

Seit gestern Abend, punkt 17 Uhr, ist es definitiv: Da lief für alle Parteien die Frist ab, um auf der Landeskanzlei in Liestal ihre Kandidatinnen und Kandidaten für die Landratswahlen vom 27. März zu melden.

Unter den 617 Personen, die sich um einen der 90 Sitze bewerben, fehlen die Namen von acht Bisherigen. Die Freisinnigen erleiden mit Romy Anderegg, Hanspeter Frey, Christa Oestreicher und Petra Studer den grössten Aderlass. Ihnen folgen die Sozialdemokraten mit Eva Chappuis, Ueli Halder und Andreas Helfenstein; und bei der SVP tritt einzig Peter Holinger zurück. Bei den beiden christlichen Parteien, der CVP und der EVP, stellen sich alle Bisherigen einer Wiederwahl, ebenso bei den Schweizer Demokraten.

Acht Abgänge wie vor vier Jahren

Dass sich die restlichen 82 Landrätinnen und Landräte damit ihrer Wiederwahl gewiss sein können, wird bereits durch das Resultat von 2007 widerlegt, als sich das Baselbieter Parlament letztmals einer Gesamterneuerungswahl unterzog. Damals waren ebenfalls acht Bisherige zurückgetreten. Zudem wechselten Jörg Krähenbühl und Peter Zwick in die Regierung – das Gleiche wäre dieses Jahr mit Isaac Reber und Pia Fankhauser theoretisch ja auch möglich.

Doch als am 2. Juli 2007 im verregneten Augusta Raurica das neue Parlament vereidigt wurde, waren gleich 19 neue Gesichter dabei. Denn 9 Bisherige blieben auf der Strecke, darunter sämtliche vier Vertreter der Schweizer Demokraten, einer Kleinpartei also. Aber auch drei Vertreter der Sozialdemokraten, der grössten Landratsfraktion, stürzten.

Dreimal fällt Amtszeit-Guillotine

Die so genannte Guillotine ist gleich bei drei der acht Austritte aus dem Kantonsparlament der Auslöser. Hanspeter Frey, lange Jahre Bekämpfer von Agglomerationsproblemen und bis letzten Juni noch höchster Baselbieter, der Liestaler Peter Holinger, Freys Amtsvorgänger, Liestaler Stadtprominenz und vom gemässigten Flügel der SVP, sowie die Reinacher Erz-Sozialdemokratin und anerkannte Bildungspolitikerin Eva Chappuis sitzen alle drei seit dem 1. Juli 1995 im Landrat und müssen wegen der Amtszeitbeschränkung ihren Stuhl nach 16 Jahren räumen.

Alle drei verzichteten bewusst darauf, vorzeitig zurückzutreten, um den Nachrückenden zum Prädikat «bisher» zu verhelfen. Immerhin sagt man diesem «Bisher» nach, dass es rund 20 Prozent Wahlstimmen einträgt. «Der Wahlkampf beginnt nicht jetzt, er begann nach den letzten Wahlen», sagt Hanspeter Frey, «zudem fühle ich mich auch meinen Wählern, die mich für vier, nicht für drei Jahre nach Liestal geschickt haben, verpflichtet.»

Frey ist auch überzeugt, dass sich nicht primär die in Liestal geleistete Arbeit, geschweige denn die eigene «Landrats-Show» im Wahlresultat niederschlägt, sondern vor allem die Beziehungspflege und die Rapporte an seine Wähler.