Sanierung
Adlertunnel erst ab Juli 2011 wieder zweispurig

Ein Flug zum Mond erscheint einfacher als ein Tunnelbau durch Juragestein. Der Bau des Adlertunnels verzögert und verteuert sich ein weiteres Mal.

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Adlertunnel
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 Auf der Fahrt ins schwarze Loch werden Erinnerungen an den Europapark wach.
 Auf einem Abschnitt von 40 Metern hat sich die Sohle wegen aufquellenden Gesteins angehoben.
 SBB-Projektleiter Markus Sägesser erklärt den Journalisten, wie die Tunnelwände verstärkt werden.
 Die rechte Seite ist saniert. Nun folgt die linke.
 Ein Windstoss und Ohrendruck künden jeweils die Durchfahrt eines Zuges an.

Adlertunnel

bz Basellandschaftliche Zeitung

Der frisch gebaute Adlertunnel zwischen Muttenz und Liestal ist bereits beschädigt. Da das Gestein quillt, ist seit Januar eine Sanierung in Gang. Nun kämpfen die SBB auch bei der Sanierung mit Problemen: Verwittertes Gestein erschwert die Arbeiten.

Die Sohle des zweigleisigen, 5,3 Kilometer langen Tunnels zwischen Muttenz und Liestal habe sich seit seiner Eröffnung im Jahr 2000 auf einer Länge von rund 40 Metern um bis zu sieben Zentimeter angehoben. Grund für den Druck von unten sei so genannter «Gipskeuper», der bei Kontakt mit Wasser aufquillt und an Volumen gewinnt.

Einspurig befahrbar

Der betreffende Tunnelabschnitt wird seit Anfang Januar 2010 für rund 16 Mio. Franken saniert. Wie die SBB schreibt, können die Arbeiten jedoch nicht wie geplant Ende Oktober abgeschlossen werden, sondern voraussichtlich erst Mitte Juli 2011.

Die Sanierung wird dadurch teurer als erwartet und verzögert sich um fast ein Jahr.

Am Wochenende wird der Tunnel ein weiteres Mal total gesperrt. Züge von und nach Basel werden via Pratteln umgeleitet und verspäten sich dadurch um etwa sechs Minuten (mau/jep)