Baubeginn
Alte Manor im Liestaler Stedtli: In zwei Wochen fahren die Abrissbagger auf

Die alte Manor im Stedtli in Liestal soll abgerissen werden. Noch gibt es aber keine Abbruchbewilligung, weil die Stadt Liestal Garantien will, dass nach dem Abriss gebaut wird, damit nicht eine Lücke Mitten im Stedtli klafft.

Andreas Hirsbrunner
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Wo früher die Manor in Liestal stand, gibts nur noch verlassene Schaufenster zu begutachten.

Wo früher die Manor in Liestal stand, gibts nur noch verlassene Schaufenster zu begutachten.

Silvana Schreier

Ab 16. September soll die Abrissbirne mitten im Liestaler Stedtli auffahren. Das zumindest hofft Peter Koller, bei dem alle Fäden rund um die alte Manor an der Rathausstrasse zusammenlaufen. Und dies gerade in zweifacher Hinsicht, denn Koller ist sowohl Geschäftsführer bei der Probau AG, die für Rück- und Neubau des Gebäudes verantwortlich ist, wie auch beim neuen Investor Liorba AG.

Noch ist allerdings nicht ganz sicher, ob es terminlich klappt, denn das Bauinspektorat hat die beantragte vorgezogene Abrissbewilligung per Mitte September noch nicht erteilt.

Das sei aber eine reine Formsache, ist Koller überzeugt, denn mit einer Ausnahme sei alles klar. Die Ausnahme: Der Liestaler Stadtrat wolle eine 100-prozentige Sicherheit, dass nach dem Abriss gebaut wird, damit nicht mitten im Stedtli eine Baulücke klaffe.

Offen sei jetzt noch die Form des Schriftstückes, mit dem diese Garantie abgegeben werden soll, sagt Koller. Und er fügt an: «Für uns ist es kein Thema, nicht zu bauen; denn wir haben Mietverträge, die wir erfüllen müssen.»

Damit spielt er auf die beiden Unternehmen Swisscom und Fielmann an, bei denen feststeht, dass sie im Frühjahr 2015 in den Neubau einziehen wollen.

Dem kantonalen Bauinspektorat fehlt denn mit der «abschliessenden Stellungnahme» der Stadt Liestal auch nur noch ein Puzzleteil, um die Abbruchbewilligung erteilen zu können, wie Leiter Andreas Weis auf Nachfrage sagt. Und er ergänzt, dass auch die Baubewilligung «auf gutem Weg» sei; lediglich das separate Verfahren der geänderten Gestaltungsbaulinie sei noch nicht abgeschlossen.

Keine Einsprachen mehr

Dass die wichtigste Voraussetzung für einen Abriss des alten Manor erfüllt ist, darüber informierte Stadtrat Peter Rohrbach den Einwohnerrat bereits letzte Woche: Sowohl die Stadt Liestal wie auch die privaten Beschwerdeführer haben ihre Einsprachen zurückgezogen.

Grund dafür ist unter anderem das ausgeklügelte Baumanagement, das der Bauherr in Zusammenarbeit mit der Stadt Liestal ausgeschaffen hat. Dazu gehört auch die Verkehrsführung: Die Zufahrt des Baustellenverkehrs erfolgt über die Rheinstrasse und die Rathausstrasse, die Wegfahrt via Kanonengasse, Amtshausstrasse und Rheinstrasse.

Kleinere Fahrzeuge können die Baustelle auch durch das Törli verlassen, dürfen danach aber nicht in die Büchelistrasse abbiegen. Um die Fahrt durchs Törli nicht für Nachahmer schmackhaft zu machen, wird auf Seite Wasserturmplatz ein Poller installiert, der über Funk versenkbar ist. Dieser rund 20'000 Franken teure Poller soll auch nach der Bauzeit bestehen bleiben.

Ehrgeizig ist der Terminplan der Liorba AG allemal: Das alte Manor-Gebäude soll bis Anfang November rückgebaut werden, danach erfolgt der Abtransport des Bauschutts.

Ab 6. Dezember herrscht aus Rücksicht auf das Weihnachtsgeschäft ein Baustillstand. In dieser Zeit soll auch eine hölzerne Fussgängerbrücke entlang des benachbarten PKZ-Gebäudes über die Baustelle führen, um die Rathausstrasse mit all ihren Geschäften besser mit dem Parkhaus im neuen Manor im Büchelicenter zu verbinden.

Eigentlicher Baubeginn sei dann Mitte Januar, sagt Koller. Eröffnet werden soll das Nachfolgegebäude des alten Manor mit Läden im Erdgeschoss, Dienstleistungsunternehmen im ersten Stock und insgesamt neun Wohnungen in den beiden obersten Stockwerken voraussichtlich im April 2015.