Rünenberg
Altes Gemäuer mit Minergie-Standard: Im Denkmal wohnen

Es ist noch nicht ganz fertig, aber schon jetzt wird klar: Es entsteht ein echtes Schmuckstück. Das kommunal geschützte Wohnhaus mit Scheune in Rünenberg wurde 1787 erbaut, im 19. Jahrhundert erweitert, und jetzt in ein Minergie-Gebäude verwandelt.

Daniel Aenishänslin
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Die kantonale Denkmalpflege zeigt in Rünenberg ein gelungenes Beispiel von Weiterbauen im Ortsbild.
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Rünenberg
Die kantonale Denkmalpflege zeigt in Rünenberg ein gelungenes Beispiel von Weiterbauen im Ortsbild.
Die kantonale Denkmalpflege zeigt in Rünenberg ein gelungenes Beispiel von Weiterbauen im Ortsbild.
Die kantonale Denkmalpflege zeigt in Rünenberg ein gelungenes Beispiel von Weiterbauen im Ortsbild. Konstanze Sylva Domhardt
Die kantonale Denkmalpflege zeigt in Rünenberg ein gelungenes Beispiel von Weiterbauen im Ortsbild.
Die kantonale Denkmalpflege zeigt in Rünenberg ein gelungenes Beispiel von Weiterbauen im Ortsbild.

Die kantonale Denkmalpflege zeigt in Rünenberg ein gelungenes Beispiel von Weiterbauen im Ortsbild.

Nicole Nars-Zimmer

Zwar sind die Sonnenkollektoren auf dem Dach des kommunal geschützten Wohnhauses mit Scheune an Rünenbergs Alter Landstrassegut ersichtlich, doch grundsätzlich ist das Erscheinungsbild erhalten geblieben. Die 20 Zentimeter dicke Isolationsschicht ist von Auge nicht zu erkennen. Dagegen prägen noch immer die typischen Klappläden das Bild, die Fensterfassungen oder der Dachvorsprung.

Nicht jeder Eingriff verboten

«Es ist ein sensibles Objekt», urteilt Ortsbildpflegerin Konstanze Domhardt. Doch es sei Beweis dafür, «dass auch aus geschützten Häusern sehr viel gemacht werden kann». Dies entgegen der landläufigen Meinung, jegliches Handanlegen sei verboten. Das wollte die Kantonale Denkmalpflege beweisen, indem sie in der Oberbaselbieter Gemeinde zur Medienkonferenz lud. Eine Einschränkung macht Architekt Christoph Ecker: «Jeder Bauherr, jeder Architekt sollte gleich zu Beginn seines Projekts Kontakt mit der Denkmalpflege aufnehmen, so erspart man sich Unannehmlichkeiten.» Walter Niederberger, der stellvertretende Baselbieter Denkmalpfleger, strich sein Interesse an einer Zusammenarbeit heraus. Eine sinnvolle Nutzung sei im Interesse aller, «damit das Gebäude erhalten werden kann».

Der Oltinger Architekt Christoph Ecker ist Spezialist für solche Projekte. Vor drei Jahren gewann er den Schweizer Denkmalpreis und bewohnt selbst ein entsprechendes Haus. Er hat dem Gebäude eine Stückholzheizung verpasst mit einer Leistung von 50 Kilowatt sowie einem Wasserspeicher von 12 500 Litern. Sogar im Winter reicht damit ein einziger Heizvorgang pro Woche. Das Baselbieter Energiepaket belohnt die energetische Sanierung mit einem Beitrag. Das Innere des ehemaligen Bauernhauses ist modern geraten mit traumhafter Küche, stilvollem Bad und hohem Wohnzimmer. Ein Haus habe immer eine Geschichte, auch eine chronologische Entstehungsgeschichte, erklärt Denkmalpflegerin Brigitte Frei. «Die Renovation gelingt, wenn das Gebäude in seinen Strukturen begriffen wurde», sagt Frei. «Man kann nicht gegen das Haus bauen.»

Typische Zweiteilung

Typisch für die Baselbieter Bauernhäuser sei die Zweiteilung in Wohnhaus und Ökonomieteil. Ihre grossen Volumen böten viel Spielraum für modernen Umbau. In der Regel seien sie deshalb unternutzt, sagt die Denkmalpflegerin. Auch weil nicht Druck auf den Wohnraum herrsche wie in Gemeinden wie Muttenz oder Pratteln. Das Haus in Rünenberg verfügt über eine Wohnfläche von 270 Quadratmetern.

Die Ortsbildpflege wolle räumliche Zusammenhänge erhalten, trotzdem sollen sich die historischen Ortskerne weiterentwickeln können, sagt Konstanze Domhardt. «Es kann nicht allein darum gehen, die historischen Bauten in den Ortskernen für die nachfolgenden Generationen zu schützen», fügt sie an, «sondern auch darum, ihnen für die heutige Generation einen Sinn zu verleihen.»

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