Allschwil
Am Gartenzaun am Bachgraben herrscht wieder Frieden

Der Auflösung des Gartenareals am Allschwiler Bachgraben begegnen die Familiengärtner mit Resignation. Zwei Jahre nach der heiss umkämpften Abstimmung über die Basler Familiengärten kehrt Ruhe in die Debatte ein.

Von Nicolas Drechsler
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Ab 2016 eine reine Gewerbezone: Das Familiengartenareal am Bachgraben, wo auch Camillo Pini den Boden beackert.

Ab 2016 eine reine Gewerbezone: Das Familiengartenareal am Bachgraben, wo auch Camillo Pini den Boden beackert.

Roland Schmid

«Ich finde es immer schlecht, wenn Familiengärten nur als Landreserve genutzt wurden», sagt Heinrich Überwasser zur Auflösung des Bachgrabenareals mit seinen 75'000 Quadratmetern Schrebergärten. Er, der SVP-Grossrat und 2011 lauteste Kämpfer für die Familiengarten-Initiative.

Auch Paul Kotzolt, Co-Präsident des Zentralverbandes der Basler Familiengärtner, meint: «Es ist schade, aber dass dieses Areal nicht ewig für Familiengärten zur Verfügung stehen würde, ist seit zwölf Jahren klar.»

Der Streit scheint beigelegt

Das sind ganz andere Töne, als sie im Abstimmungskampf vor zwei Jahren angeschlagen wurden. Damals kreuzten ein leidenschaftlicher Heinrich Überwasser und ein entnervter Baudirektor Hans-Peter Wessels öfters die Klingen. Immer vor einem Publikum aus entrüsteten Schrebergärtnern, die das Ende ihres kleinen grünen Idylls befürchteten.

Die Initiative, die sämtliche Areale im Stadtkanton schützen wollte, wurde abgelehnt. Angenommen wurde ein nachträglich nochmals zugunsten der Gärtner abgeänderter Gegenvorschlag.

Und seit dem 1. Juni hat Basel-Stadt nun ein «Freizeitgärtengesetz». Denn so heissen die Pflanzblätz nun. «Schrebergärten» wollen die Gärtner nicht und «Familiengärten» war dem Kanton politisch nicht korrekt genug.

So ein Gesetz wünscht sich Überwasser eigentlich nicht nur in Basel: «Der Kanton Baselland muss sich der Familiengartenfrage auch stellen. Das ist kein Vorwurf, sondern die Aufforderung, eine Chance zu nutzen», meint er.

Beispiel für ein Grundproblem

Am Bachgraben zeigt sich nun ein zentrales Problem: Der Kanton Basel-Stadt, oder in diesem Fall die Bürgergemeinde, besitzen Gartenareale ausserhalb der Kantonsgrenzen. Und dort reicht der Arm des Basler Gesetzes nicht hin. «Ich finde es heikel, wenn das Familiengartenkonzept des Kantons Basel-Stadt Areale in Baselland und Frankreich einschliesst, denn dort können wir von hier aus nicht planen und verfügen», kritisiert Überwasser.

Doch Kotzolt beruhigt: «Die Gärtner bekommen Ersatzparzellen, das ist das Entscheidende», sagt er, dessen eigener Garten auf dem Areal Bettingerstrasse liegt. Dieses gehört Basel-Stadt und wird ebenfalls aufgelöst.

Doch auch damit haben sich die Familiengärtner arrangiert, genauso wie mit dem anstehenden Verlust des Areals beim Dreispitz. Sie wollen der Kantonsentwicklung offenbar nicht zu sehr im Weg stehen. Im Abstimmungskampf klang es noch ganz anders: Drohungen mit einem wahren Hagel von Einsprachen gegen Bauprojekte schwängerten damals die Luft über den Blumenbeeten.