AM-Jam
«Die Basler wollen Party machen!»

Die zweite Ausgabe des AM-Jam in Hölstein litt unter dem schlechten Wetter – dennoch war die Stimmung am Festival gut.

Alan Heckel
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Das Festival war für den Oberdörfer Rapper Elia quasi ein Heimspiel. Um 22 Uhr waren rund 200 Besucher vor Ort. Die meisten Anwesenden waren aus der Umgebung – aber auch Ausserkantonale besuchten Hölstein.
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Das Festival war für den Oberdörfer Rapper Elia quasi ein Heimspiel. Um 22 Uhr waren rund 200 Besucher vor Ort. Die meisten Anwesenden waren aus der Umgebung – aber auch Ausserkantonale besuchten Hölstein.
Das Festival war für den Oberdörfer Rapper Elia quasi ein Heimspiel. Um 22 Uhr waren rund 200 Besucher vor Ort. Die meisten Anwesenden waren aus der Umgebung – aber auch Ausserkantonale besuchten Hölstein.

Das Festival war für den Oberdörfer Rapper Elia quasi ein Heimspiel. Um 22 Uhr waren rund 200 Besucher vor Ort. Die meisten Anwesenden waren aus der Umgebung – aber auch Ausserkantonale besuchten Hölstein.

zvg

Die Bus-Haltestelle «Lampenberg-Ramlinsburg» steht zwar für Ortsunkundige mitten im Nirgendwo, doch den Weg zum Ziel findet man problemlos. Einfach den Ohren nach, denn der Sound der AM-Jam ist schon von weitem zu hören. Das vom Verein Anderst Motiviert (AM) organisierte Hip-Hop-Open-Air ging am Samstag in die zweite Runde und litt unter dem Regen, der tagsüber niederging. Als um 13 Uhr die ersten Acts auftreten, sind nur wenige Menschen vor der Bühne, die meisten hören aus dem 30 Quadratmeter grossen Festzelt zu, wo sie vor der Nässe geschützt sind.

Als das Wetter besser wird, beginnt die Besucherzahl etwas zu steigen. Gegen 22 Uhr sind es etwa 200, schätzt Leonti Mahler. «Wir hoffen, dass nochmal so viele kommen», sagt die Tagesverantwortliche, die auch zum fünfköpfigen OK gehört. Abgesehen davon läuft eigentlich alles nach Plan, die Stimmung ist gut, Probleme auf dem Outdoor-Eventgelände beim Öpfelhüsli in Hölstein gibt es keine. Auch das wegen Corona geltende Tanzverbot sorgt nicht für Konflikte. «Gemäss BAG ist Tanzen als Paartanz definiert und das kommt ja an Hip-Hop-Konzerten praktisch nicht vor», erklärt Mahler und fügt hinzu, dass dennoch zwischen den einzelnen Acts von den Moderatoren darauf hingewiesen wird.

Partys in geschlossenen Räumen zu unsicher

Ein Blick in die Besucherliste verrät, dass die meisten von ihnen eine Postleitzahl haben, die mit 44 beginnt. «Es sind aber auch Leute aus der Stadt hier, auch Fahrzeuge mit Zürcher und Luzerner Nummernschild habe ich gesehen», berichtet Mahler. Aus Bern gekommen ist dagegen Sara. Die 23-Jährige hatte unter ihrem Künstlernamen SGB einen Auftritt auf der Newcomer-Bühne. «Es war megacool, die Sonne ist hervorgekommen», erzählt sie. «Ihr Auftritt war der beste», findet ihre Basler Freundin Eylül, die ebenso wie Saras Freund Nabuyu mitgekommen ist. Nabuyu, selbst kein Unbekannter in der Berner Hip-Hop-Szene, ist von der Stimmung an der AM-Jam angetan. «Ich hätte nicht gedacht, dass hier alle so entspannt sind, aber man merkt, die Basler wollen Party machen!» Damit trifft er den Nagel auf den Kopf, denn zwar dominieren Hip-Hop-Fans das Bild, aber auch Familien mit Kindern oder Neugierige aus der Umgebung sind da und nicken zu den Beats, Hüpfen auf der Stelle und geniessen den trockenen Abend.

«Endlich wieder Livemusik», spricht Tamara aus Aesch aus, was alle denken. Die 28-Jährige ist an die AM-Jam gekommen, «weil mir Partys in geschlossenen Räumen noch zu unsicher sind». Zusammen mit ihrer gleichaltrigen Freundin Carmen aus Bretzwil geniesst sie die positiven Vibes an der Jam. «Alles ist prima hier», sagen beide unisono.

Durchdrehen, aber nicht tanzen

Mehr als prima ist der Sound: Die Beats kommen klar und satt, dennoch gehen die Rhymes der MCs nicht in einem lärmigen Brei unter, sondern sind klar verständlich. Davon könnten sich bekanntere und teurere Veranstaltungen eine Scheibe abschneiden. «Ganz geil», lautet der Kommentar vom Oberdörfer Rapper Elia, der quasi ein Heimspiel hat und einige Bekannte für Featurings auf die Bühne holt. «Keiet duure, aber tanzed nid», schreit er in die Menge. Es ist das diesjährige Motto eines gelungenen Festivals.

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