Binningen/Bottmingen
Am Stammtisch zur Fusion von Binningen und Bottmingen: Lieber getrennt

Im Jägerstübli in Binninger wird intensiv über die Zukunft von Binningen und Bottmingen debattiert. Eine Fusion kommt nicht in Frage. Dafür sind die beiden Gemeinden dann doch zu verschieden.

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Hanspeter Weibel, Bruno Gehrig und Felix Wiesner (von rechts nach links) diskutieren mit bz-Redaktor Michael Nittnaus (ganz links) im Jägerstübli

Hanspeter Weibel, Bruno Gehrig und Felix Wiesner (von rechts nach links) diskutieren mit bz-Redaktor Michael Nittnaus (ganz links) im Jägerstübli

bz Basellandschaftliche Zeitung

Binningen und Bottmingen sollen fusionieren? „Das ist bei uns kein Thema", ist man sich am bz-Stammtisch einig. Hanspeter Weibel, Mitglied der Bottminger Gemeindekommission und SVP-Landrat, ist anwesend. Neben ihm sitzen der Binninger alt Gemeinderat Bruno Gehrig und Felix Wiesner vom Dorfmuseum Bottmingen.

Gehrig erinnert an die Trennung der Gemeinden vor über 170 Jahren. „Dafür hatten wir auch einen Grund", wirft Wiesner scherzhaft ein. Und Weibel mahnt: „Bei allem Respekt, das hat keiner von uns miterlebt." Das Eis ist damit gebrochen - eine hitzige Debatte lanciert.

Lokale Eigenheiten behalten

„Wir müssen identitätsstiftende Frage und verwaltungstechnische Fragen unterscheiden", sagt Weibel in Politiker-Manier. Die Identität der Einwohner sei entscheidend, so der Tenor der Diskutanten. Binningen und Bottmingen „ticken anders", ergänzt Wiesner. Zum Beispiel die Stadtnähe von Binningen sei ein Unterschied. Oder was wäre denn, wenn es die Gemeindeversammlung in Bottmingen nicht mehr gäbe? Das Thema weckt rasch eine emotionale Seite bei den Stammtisch-Gästen.

„Gibt es denn rationale Gründe, die gegen eine Fusion sprechen?", will bz-Redaktor Michael Nittnaus wissen. Die Beteiligten mühen sich mit einer Antwort. Eigentlich überwiegt die „gute Zusammenarbeit" der Gemeinden dann doch. Weibel vermisst eine Zusammenarbeit in konkreten Geschäften. „Wenn es dann mal konkret wird, dann werden auch oft die Lösungen schwierig."

Wie sieht es denn mit dem Verbund Leimental aus, zu dem noch Oberwil, Therwil, Ettingen und Biel-Benken zählen? Die Idee kommt besser an, als eine Zweier-Fusion. Nur Gehrig wendet ein, „ab einer gewissen Grösse - zirka 20 000 Einwohner - wird es für jede Verwaltungseinheit schwierig."

Schliesslich trennen sich die Stammtisch-Teilnehmer mit dem Konsens: „Eine Fusion werden wir alle wohl nicht mehr erleben." Es gibt keine gemeinsame Geschichte. Seit 1837 sind die Gemeinden getrennt - und werden es wohl auch in Zukunft bleiben.