Regierungsratswahl
Analyse zum Wahlsonntag: Die CVP muss auf einen Sieg Nussbaumers hoffen

Für die CVP wäre ein Sieg Eric Nussbaumers am Wahlsonntag von Vorteil: Die SP würde dann nicht mehr bei der Ersatzwahl für Peter Zwick antreten und der Kandidat der CVP könnte sich gute Chancen gegen die SVP ausrechnen.

Bojan Stula
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Die CVP muss auf einen Sieg Eric Nussbaumers hoffen.

Die CVP muss auf einen Sieg Eric Nussbaumers hoffen.

Nicole Nars-Zimmer

Ein Satz war in den letzten Tagen im politischen Baselbiet immer wieder zu hören: «Egal wer am Sonntag gewinnt, hoffentlich gibts keinen zweiten Wahlgang.» Die durch den tragischen Tod von CVP-Regierungsrat Peter Zwick entstandene Doppelvakanz in der Exekutive belastet das seit fast drei Jahren permanent im Wahlkampf steckende Baselbiet - neben der Trauer über den Verlust - durch zusätzliche Wahltermine in den kommenden vier Monaten. Eine Voraussetzung dafür, dass es nach dem morgigen Wahlsonntag nicht noch einen weiteren Wahlgang für Adrian Ballmers Nachfolge braucht, ist unter anderem, dass die Schwelle des absoluten Mehrs nicht durch Stimmen für nicht nominierte Personen unnötig angehoben wird. Bei der Gesamterneuerungswahl von 2011 machten andere Namen auf den Wahlzetteln einen Anteil von über 7 Prozent aus. Geschieht das am Sonntag in ähnlichem Umfang, wäre der zweite Wahlgang beinahe die zwangsläufige Folge. Und ein solches Protestwahl-Verhalten würde wiederum die Parteien bei der Zwick-Nachfolge bis Mai unter erheblichen zusätzlichen Zeit- und Nominierungsdruck setzen.

Mit besonders zwiespältigen Gefühlen muss die durch Zwicks Tod emotional und politisch gebeutelte CVP der morgigen Entscheidung entgegensehen. Die strategisch denkenden Parteiköpfe haben längst erkannt, dass sie morgen entgegen ihrer offiziellen Wahlempfehlung eigentlich auf den Sieg von SP-Kandidat Eric Nussbaumer hoffen müssen. Die Rechnung ist einfach: Folgt der Sozialdemokrat auf den abtretenden FDP-Finanzdirektor Ballmer, steigen die Erfolgschancen der CVP beträchtlich an, den Regierungssitz von Peter Zwick verteidigen zu können. Nach Nussbaumers Wahl wird sich die SP garantiert nicht um einen dritten Regierungssitz bewerben, und dann läuft bei der Zwick-Nachfolge alles auf ein bürgerliches Duell zwischen CVP und SVP hinaus. Egal wie die Kandidaten dannzumal auch heissen mögen - vermutlich Anton Lauber für die CVP und wieder Thomas Weber für die SVP -, wird der CVP-Kandidat klarer Favorit sein. Zuletzt hat die Gemeindepräsidentenwahl in Birsfelden eindrücklich unter Beweis gestellt, dass ein bürgerlicher Kandidat, der auf die Unterstützung von Rot-Grün zählen kann, im Duell mit einem anderen bürgerlichen Herausforderer fast unschlagbar ist. Ironischerweise musste ausgerechnet ein in SP-Kreisen ungeliebter CVP-Gemeindepräsident diese bittere Erfahrung machen.

Bedeutend weniger gut sieht es für die CVP es aus, wenn SVP-Kandidat Weber Ballmers Nachfolger wird. Dann muss sie sich am 12. Mai auf ein Duell mit einem SP-Kandidaten einstellen, das zu einer Zitterpartie verkommt, selbst wenn Eric Nussbaumer keine Lust mehr auf einen weiteren Anlauf hätte. Eine Niederlage bei der Zwick-Nachfolge und der Verlust des Regierungssitzes wird die CVP jedenfalls mehr schmerzen als irgendwelche neue Turbulenzen um die im Baselbiet schon so oft totgesagte bürgerliche Zusammenarbeit Büza.