Läufelfingen
Angriffiger Dobermann-Mischling weiter ohne Maulkorb

Der Kantonstierarzt stuft die Hündin, die im letzten Jahr in Läufelfingen andere Hunde angriff, als ungefährlich ein. Sie darf weiterhin ohne Maulkorb spazieren gehen.

leif simonsen
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Dobermänner ohne Maulkorb zvg

Dobermänner ohne Maulkorb zvg

Für den aggressiven Dobermann-Mischling aus Läufelfingen geht das Leben weiter wie bisher – er darf weiterhin ohne Maulkorb spazieren geführt werden. Diese Nachricht dürfte einigen Hundehaltern aus dem Dorf ein mulmiges Gefühl bescheren. Die Hündin hat nämlich schon einige Artgenossen angefallen und verletzt (bz vom 7. April). Nun hat sich herausgestellt: Der Dobermann-Mischling ist nur gegen bestimmte Hunde aggressiv.

«Für Menschen ist der geprüfte Hund überhaupt nicht gefährlich», stellt Ignaz Bloch klar. Solche Erkenntnisse gewinnt der Kantonstierarzt aus Tests, in welchen man die «potenziell gefährlichen» Hunde möglichen Konfrontationen aussetzt. «Es ist davon auszugehen, dass die Hündin in ihren jungen Jahren mit einer gewissen Hunderasse oder einem gewissen Typ Hund schlechte Erfahrungen gemacht hat.»

Persönlich voreingenommen

Für Rita Imhof*, deren Labrador vor knapp einem Jahr von eben diesem Dobermann-Mischling angegriffen wurde, ist dieser Entscheid nicht nachvollziehbar. «Ich fühle mich schlichtweg nicht ernst genommen», sagt sie. Sie hatte gegen die Hundehalterin Anklage erhoben. Imhof wird nun weiterhin mit der Angst klarkommen müssen: «Wenn ich in Zukunft mit meinem Hund Gassi gehe, werde ich rechtsumkehrt machen müssen, wenn ich diesen Hund antreffe.» Dass Imhof indes persönlich voreingenommen ist, kann sie nicht leugnen. Ihr stösst insbesondere sauer auf, dass sich die Hundehalterin nach der Attacke auf ihre Bella* nicht entschuldigt habe.

Neben dem Charaktertest der Hündin wurde indes auch das Verhältnis zum Herrchen geprüft – genauer: zum Frauchen. Die Besitzerin kommt aus Österreich und ist jeweils nur zu Besuch bei ihrem Freund im Oberbaselbiet. Auch wenn der Kantonstierarzt über die betroffene Person keine Auskunft geben darf, gibt er preis: «Sie kann problemlos auf ihren Hund einwirken.» Darüber hinaus habe die Hundehalterin aus den Vorfällen vor einem Jahr die nötigen Konsequenzen gezogen und ihren Mischling einer Abklärung und Therapie unterzogen. Sie führt den Hund seither kosequent an der Leine. Für Bloch ist dies ausreichend – zumal das Tier «an der Leine problemlos führbar ist».

Eines ist aber sicher: Der Streit ist mit dem Entscheid des Kantonstierarzts nicht zu Ende. Nicht nur Rita Imhof wird sich weiterhin für ihr Anliegen starkmachen: Auch aus der Politik kann sie auf Unterstützung zählen. Urs-Peter Moos, designierter SVP-Landrat, will gleich nach Amtsantritt im Herbst das Gesetz verschärfen. «Der Wesenstest in dieser Form ist eine Farce», findet er.

Name geändert