Anklage
Sexuelle Handlungen mit Kindern und Tierpornos auf dem Computer: Der Allschwiler Kita-Leiter kommt vor Gericht

Der 36-Jährige, der in der Globegarden-Kita in Allschwil mehrere Kinder missbraucht haben soll, muss sich am 22. April vor dem Baselbieter Strafgericht verantworten. Das sind die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft.

Kelly Spielmann
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Der Beschuldigte war Leiter der Globegarden-Kita in Allschwil.

Der Beschuldigte war Leiter der Globegarden-Kita in Allschwil.

Roland Schmid

Die Anklageschrift liest sich nur schwer – es sind harte Vorwürfe, die die Baselbieter Staatsanwaltschaft gegen den heute 36-jährigen Deutschen erhebt, der während seiner Tätigkeit als Kita-Leiter bei Globegarden in Allschwil mehrere Kinder missbraucht haben soll. Angeklagt ist er nun wegen mehrfacher sexueller Handlungen mit Kindern, mehrfacher Schändung, mehrfacher Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte und wegen mehrfacher Pornografie. Am 22. April muss sich der Mann, der sich derzeit im vorzeitigen Strafvollzug befindet, vor dem Baselbieter Strafgericht in Muttenz verantworten. Die Verhandlung findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, Medien können ihr beiwohnen.

Der Mann habe seine Arbeit bei Globegarden laut Anklageschrift erst im Januar 2019, einige Monate vor den Vorfällen, begonnen. In Allschwil war er demnach seit dem 1. April 2019 stationiert – und wurde im Dezember desselben Jahres fristlos entlassen. Dies, nachdem eine Mitarbeiterin ihn am 6. Dezember dabei beobachtete, wie er einem damals 4-jährigen Jungen während des Mittagsschlafs an den Penis gefasst und diesen auch oral stimuliert haben soll.

50 Bilder auf dem Smartphone gefunden

Doch das soll nicht der erste Fall gewesen sein. Wie die Staatsanwaltschaft in der Anklageschrift schreibt, soll mit dem Jungen bereits ein- oder zweimal zu ähnlichen Situationen gekommen sein. Auch seien mehrere Kinder von den sexuellen Handlungen betroffen gewesen.

Ein weiterer Fall, den die Staatsanwaltschaft nennt, soll sich am 31. Oktober abgespielt haben: Der 36-Jährige habe sich zur Mittagszeit in den Schlafraum begeben und dort am 2-jährigen Opfer sexuelle Handlungen ausgeführt. Auch am 7. November soll er sich am selben Jungen vergangen haben. Während der beiden Vorfälle habe er mit seinem Smartphone 50 Bilder gemacht.

Neben den Fällen, die fotografisch festgehalten oder von der Mitarbeiterin beobachtet worden sein sollen, scheint es aber noch weitere gegeben zu haben: Die Staatsanwaltschaft schreibt von zwei weiteren Jungen im Alter von einem und drei Jahren, die vom Kita-Leiter missbraucht worden seien. Dabei soll es zu unbekannten Zeitpunkten während seiner Anstellung zu ähnlichen Handlungen wie bei den ersten beiden Fällen gekommen sein.

Der einjährige Junge soll ab dem Sommer 2019 beim Wickeln zu Hause grossen Widerstand gezeigt haben. Auch soll er unter Magenproblemen und Schlafstörungen gelitten haben.

Auch zoophile Bilder auf dem Computer

Der Mann habe wissentlich und willentlich sexuelle Handlungen durchgeführt, während die Kinder ihm wegen ihres Alters und Zustands schutz- und wehrlos ausgeliefert gewesen seien, schreibt die Staatsanwaltschaft. Die Anträge werden erst während der Verhandlung bekanntgegeben.

Neben den Bildern, die er in der Kita aufgenommen haben soll, sei auf seinem Computer weiteres, verbotenes pornografisches Material gefunden worden: Auf den Dutzenden Film- und Bilddateien seien unter anderem auch zoophile Handlungen zu sehen gewesen.