Allschwil
Anton Laubers Nachfolgerin ist in den Startlöchern

Bis Montag hatten die Mitglieder des Allschwiler Gemeinderats Zeit, ihr Interesse für das Gemeindepräsidium kundzutun. Weil sich ausser der Vizepräsidentin Nicole Nüssli-Kaiser niemand gemeldet hat, ist es nun offiziell: Nüssli ist neue Allschwiler Gemeindepräsidentin.

Benjamin Wieland
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Nicole Nüssli, bisherige Vizepräsidentin und jetzt Gemeindepräsidentin von Allschwil.

Nicole Nüssli, bisherige Vizepräsidentin und jetzt Gemeindepräsidentin von Allschwil.

Zur Verfügung gestellt

Nicole Nüssli, am Montag ist die Frist für allfällige weitere Kandidaturen abgelaufen. Wir gratulieren Ihnen zu Ihrem neuen Amt als Allschwiler Gemeindepräsidentin!

Nicole Nüssli: Vielen Dank. Aber dafür ist es immer noch etwas zu früh.

Wann darf man Ihnen denn gratulieren?

Die Erwahrung kann die Geschäftsprüfungskommission frühestens am 6. Januar 2014 vornehmen und damit auch festhalten, dass es eine Stille Wahl geben wird. Nach der Veröffentlichung der Erwahrung, welche dann wohl am Freitag, 10. Januar, im «Allschwiler Wochenblatt» publiziert wird, gilt es noch eine dreitägige Frist für Stimmrechtsbeschwerden abzuwarten. Somit werde ich ab 15. Januar die Interimsphase definitiv beenden können und offiziell Gemeindepräsidentin von Allschwil sein.

Wir gratulieren also mit Vorbehalt. Sie sind eine «Interne» – das heisst, Sie müssen künftig ein Kollegium führen, dem sie schon sehr lange angehört haben. Beschreiben Sie Ihren Führungsstil.

Führen heisst für mich Vordenken, Vorarbeiten und den Weg aufzeigen, den es aus meiner Sicht zu gehen gilt. Wichtig ist mir dabei, meine Kollegin und meine Kollegen auf diesem Weg mitzunehmen und sie in den Verantwortungsprozess einzubinden, sodass wir die anstehenden Aufgaben erfolgreich bewältigen können.

Das Gemeindepräsidium stellt heutzutage eine hohe zeitliche Belastung dar. Wie kriegen Sie Beruf, Familie und Präsidium unter einen Hut?

Dass dies möglich ist, setzt sicher ein hohes Mass an Belastbarkeit und Organisationsfähigkeit voraus. Es setzt aber auch voraus, dass das familiäre Umfeld diese Belastung mitträgt. Dass es möglich ist, zeigt mein Engagement seit dem Jahr 2000.

Wie viele andere Gemeinden im Kanton rechnet auch Allschwil in Zukunft mit roten Zahlen, die finanzielle Belastung wird weiter ansteigen. Wie kriegen Sie die grösste Gemeinde des Baselbiets wieder auf einen grünen Zweig?

Allschwil ist eine wunderbare Gemeinde, welche in vielen Bereichen enorme Vorteile gegenüber anderen Gemeinden aufweist. Dass dies nicht alles gratis zu haben ist, versteht sich von selbst. Der Gemeinderat ist aber bereit, seine Hausaufgaben zu machen und wird dem Einwohnerrat eine Aufgaben- und Leistungsüberprüfung vorlegen mit dem Ziel, Einsparungspotenzial aufzuzeigen.

Überkommunale Zusammenarbeit ist in aller Munde und wird auch schon stark praktiziert. Mit wem sollte Allschwil aus Ihrer Sicht künftig stärker zusammenarbeiten? Mit Basel, mit Nachbar Binningen, mit der Plattform Leimental?

Allschwil ist es gewohnt, sich in überkommunalen Gremien einzubringen, um anstehende Themen gemeinsam anzugehen. Die Zusammenarbeit in Zukunft hängt aus meiner Sicht von den künftigen Themen ab.

Zuletzt die Gretchenfrage: Wie stehen Sie zur Fusion der beiden Basel?

Ich bin ganz klar der Meinung, dass uns in naher Zukunft insbesondere der Verkehr in weit höherem Masse beschäftigen sollte als eine Fusion Baselland – Basel-Stadt, welche enorme Ressourcen binden würde und für die ich im Moment gegenüber einer verstärkten Zusammenarbeit keinen wirklichen Vorteil sehe.