Dornach
Anwohner wehren sich gegen Theater-Neubau am Bahnhof

Geht es nach der Bauherrschaft, so öffnet sich im neuen «Theater am Bahnhof» in Dornach im November 2014 zum ersten Mal der Vorhang. Doch in letzter Minute ging auf der Bauverwaltung eine Einsprache gegen den Theater-Neubau ein.

Benjamin Wieland
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Wo heute das ehemalige Restaurant Bahnhofstübli steht, soll bis Ende 2014 ein Theater stehen. Doch Nachbarn melden Bedenken an.
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Einsprache gegen das neue «Theater am Bahnhof» in Dornach
Modell des neuen «Theaters am Bahnhof»

Wo heute das ehemalige Restaurant Bahnhofstübli steht, soll bis Ende 2014 ein Theater stehen. Doch Nachbarn melden Bedenken an.

Nicole Nars-Zimmer

Noch steht es, das ehemalige Restaurant Bahnhofstübli, gleich vis-à-vis des Bahnhofs Dornach-Arlesheim. Geht es nach zwei Stiftungen, so soll es bis im November 2014 dem «Theater am Bahnhof» weichen. Ein modernes Gebäude aus Glas und Beton ist geplant, dazu ein grosszügiges Foyer auf der westlichen Seite der Parzelle mit Blick auf die Geleise. Die Offerten liegen vor - die Baueingabe war im März erfolgt.

Genau gegen diese ist jedoch auf der Dornacher Bauverwaltung am Donnerstag eine Einsprache eingegangen. In letzter Minute sozusagen, am letzten Tag vor Ablauf der Frist. Absender ist Peter Schneider. Er ist der Verwalter der Stockwerk-Eigentümer-Gemeinschaft Bahnhofstrasse 34, 36 und 38 - und vertritt damit die zukünftigen Nachbarn des Theaters.

«Wir haben grundsätzlich nichts gegen das Projekt. In der Baueingabe gibt es aber Punkte, die aus unserer Sicht noch klärungsbedürftig sind», begründet Schneider die Einsprache. Da es sich um ein laufendes Verfahren handelt, will er keine Details bekannt geben.

Zwist um Parkplätze

Konkreter ist der Leiter des Neubau-Projekts Cyrill Häring. Er hat eine Kopie der Einsprache erhalten. «Den Anwohnern geht es um Grenz-Bereinigungen, die Abluft und um die Standorte von Containern und Parkplätzen.» Die Bauherrschaft sei mit den zwanzig Stockwerk--Eigentümern seit Beginn des Projektes im Gespräch, so Häring. «Wir hoffen, die aufgetauchten Unklarheiten bis zur nächsten Sitzung der Baukommission im April bereinigen zu können.» Er zeigt sich zuversichtlich, dass die Einsprache zurückgezogen wird, sodass der Spatenstich trotzdem «wie geplant nach den Sommerferien» ausgeführt werden kann.

Ausser der ausstehenden Baubewilligung ist das Projekt auf Kurs: «Besondere Anstrengungen braucht noch die Sicherstellung der Finanzierung», so Häring. Um mit dem Bau beginnen zu können, seien 2,5 Millionen Franken notwendig. Wie die Bauherrin des Theaters, die Stiftung «Kultur am Bahnhof», mitteilt, sind davon 2,15 Millionen bereits vorhanden. In der Stiftung hat mit Daniel Urech (Freie Wähler) auch ein Dornacher Gemeinderat Einsitz.

Diese zweieinhalb Millionen reichen aber noch nicht: Für die Inneneinrichtung und den Gebäudeausbau müssen nochmals 800'000 Franken aufgetrieben werden. Dafür bleibt der Bauherrschaft aber etwas länger Zeit: «Dieser Betrag muss in der ersten Hälfte 2014 zur Verfügung stehen», sagt Häring.

Neben diversen Stiftungen beteiligen sich auch der Kanton Solothurn und die Gemeinde Dornach mit je einer halben Million Franken an den Kosten, hinzu kommen der Kanton Basel-Landschaft (400'000 Franken) sowie die Nachbargemeinden Arlesheim (250'000 Franken) und Reinach (50'000 Franken).