Muttenz
Arbeitsgruppe Hochwasser soll Überschwemmungen bekämpfen

Nach den zwei verheerenden Überschwemmungen in Muttenz innerhalb von wenigen Wochen hat der Gemeinderat eine «Arbeitsgruppe Hochwasser» eingesetzt.

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Hochwasser in Muttenz
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Am Samstag vor dem Pfingstsonntag 2016 sah es so aus.
Am 26. Juni 2016 wiederholte sich die Szenerie.
Lange ging gar nichts mehr.
Einige Liegenschaften wurden arg in Mitleidenschaft gezogen.
Die Aufräumarbeiten dauerten jeweils mehrere Tage.
Ein mutiger Velofahrer.
Die Gemeinde richtete eine Hotline ein, unter der Betroffene ihre Schäden melden konnten.
Für die Kinder war das Hochwasser auch etwas Aufregendes.
Die Wehrkirche wurde gleich von zwei Seiten umspült.
Ein Brautgeschäft erwischte es übel. Etliche Brautkleider versanken in der Brühe.
Die Tramlinie 14 war bei beiden Ereignissen jeweils lange unterbrochen.
Auch Sandsäcke halfen nichts gegen die Fluten.
Nochmals ein Bild aus dem Brautgeschäft.
Diese Anzüge können nicht mehr vermietet werden.

Hochwasser in Muttenz

Keystone

In der Arbeitsgruppe sitzen neben den zuständigen Gemeinderäten Joachim Hausammann (Grüne) und Roger Boerlin (SP) der Gemeindepräsident Peter Vogt (CVP), der Gemeindeverwalter Aldo Grünblatt und der Bauverwalter Christoph Heitz. Bei Bedarf werden zusätzliche Fachpersonen beigezogen.

Die Arbeitsgruppe hat in der vergangenen Woche zum ersten Mal getagt und ihr Vorgehen festgelegt. In Zusammenarbeit mit Feuerwehr, Zivilschutz und Gemeindeführungsstab wolle man als Erstes die beiden ausserordentlichen Hochwasserereignisse «sorgfältig analysieren», schreibt die AG. Danach will man Massnahmen treffen. In welche Richtung diese gehen können, schreibt sie nicht.

Grosses Aufräumen in Muttenz nach dem Hochwasser vom Pfingst-Samstag.
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Klaus Hüsler konnte gerade noch rechtzeitig Sandsäcke stapeln: Sein Haus blieb trocken.
Hochwasser in Muttenz
Die Wehrkirche St. Arbogast besass kurzzeitig einen Wassergraben.
Der freischaffende Illustrator Stefan Niederhauser sah sich schon in Venedig ...
Verschlammte Möbel landen in Mulden.
Noch immer ist der Höchstwasserstand an der «Dreckmarke» zu sehen.
In der Wohnung riecht es noch immer übel nach Schlamm.
Dutzende Zivilschützer sind mit dem Räumen von gefluteten Wohnungen und Kellern beschäftigt.
Der ehemalige Weinkeller von Peter Burgener: Flasche für Flasche muss er reinigen.
Dass fast alle Flaschen noch heil sind, freut den Pensionär.
Im Kellergeschoss stand das Wasser bis an die Decke.
Auch Nachbarn helfen mit.
Wie man sieht, hätte man im Keller den Kopf kaum über Wasser halten können.

Grosses Aufräumen in Muttenz nach dem Hochwasser vom Pfingst-Samstag.

Benjamin Wieland

Angesichts der kritischen Stimmung im Dorf erinnert die AG daran, wer gemäss kantonalem Gesetz die Zuständigen für Hochwasserschutz seien: «Für bauliche Massnahmen zeichnet, neben den Grundeigentümern, der Kanton verantwortlich.» Die Gemeinde – also weitgehend sich selber – nimmt die Arbeitsgruppe in Schutz: «Den für die Einwohnergemeinde definierten Aufgaben sind die Verantwortlichen in Muttenz jederzeit nachgekommen.»

Schon nach der ersten Überschwemmung am Pfingstwochenende hatten Geschädigte die Frage aufgeworfen, warum die Gemeinde das schon lange beschlossene Einlaufbauwerk für den Dorfbach noch nicht gebaut habe (bz berichtete). Grund für das Projekt, schreibt jetzt die AG, sei «nicht in erster Linie der Hochwasserschutz», betont die AG. Trotzdem wolle man das Projekt vorantreiben. Womöglich erfolge der Baubeginn bereits im August.

Sandsäcke selber besorgen

Einen oft geäusserten Wunsch in der Bevölkerung, nämlich Sandsäcke zur Verfügung zu stellen, erfüllt die AG nicht selber. Sie verweist aber auf ein Privatgeschäft, wo Liegenschaftsbesitzer welche kaufen können. Wann sie das tun sollen, solle die Bevölkerung den Unwetterwarnungen in den Wetterprognosen entnehmen. (mec)