Baselbieter Wahlen
Arlesheim ist bereits grün-liberal

Im Wahlkreis Münchenstein gilt ein Ort als Hochburg der GLP, der andere braucht sie nicht.

Boris Burkhardt
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Der Wahlkreis Münchenstein ist der Wahlkreis der GLP. Spitzenkandidat Daniel Altermatt aus Münchenstein hält einen zweiten Sitz in der Wahlregion 2 (Münchenstein, Muttenz, Reinach, Laufen) für realistisch und hofft im Landrat auf Fraktionsstärke der Grünliberalen: «Vier bis sechs Sitze sind keine verrückte Idee.» Das Ergebnis der kleinen Parteien sei aber im komplizierten Baselbieter Wahlsystem «sehr unberechenbar». Im Wahlkreis Münchenstein erreichte die GLP bei den letzten Wahlen 2011 7,6 Prozent – nur Binningen und Liestal können dieses Ergebnis leicht toppen. Für Altermatt klar eine Frage der Personen: Aus diesen drei Wahlkreisen stammen die drei bisherigen GLP-Landräte: Gerhard Schafroth (Liestal), Hans Furer (Binningen) und er selbst. «Wir zeigen uns sehr viel in der Öffentlichkeit», erklärt Altermatt. Er selbst sei in Münchenstein «relativ aktiv» im Wochenblatt: «Meine Leser bekommen mit, dass ich in Liestal nicht schlafe», scherzt er. 13 Prozent, die die GLP an den vergangenen Gemeindewahlen in Münchenstein machte, sprechen für Altermatts These. Er selbst kam jedoch erst 2013 in den Landrat, als Nachrückender für Stephan Nigg. Er habe Nigg damals mit aufgebaut und auf seine Wahl gesetzt, sagt Altermatt. Die Strategie sei es gewesen, «einen Jungen in den Landrat zu bringen». Die Nachfolge Niggs habe er erst angetreten, als jener aus beruflichen Gründen den Landrat nach anderthalb Jahren wieder verlassen musste.

Weitaus klarer sieht der Arlesheimer FDP-Präsident und Landrat Balz Stückelberger die GLP-Chancen in seiner Heimatgemeinde, die mit Münchenstein den Wahlkreis bildet: nämlich gering. «Die GLP kommt in Arlesheim nicht vom Fleck», sagt er. Arlesheim sei schon seit langem ein «grün-liberales» Dorf: Grüne habe es in Arlesheim bereits vor 30 Jahren gegeben; die meisten seien Freisinnige gewesen: «Die FDP im Dorf war also schon immer grün». Auch für Stückelbergers These sprechen die Zahlen: Im siebenköpfigen Gemeinderat sitzen drei FDPler und drei Grüne; die FDP erreichte bei den letzten Gemeindewahlen 26 Prozent – ein Traumwert für Baselland, wo der kantonale Durchschnitt der Partei bei 15,2 Prozent liegt.

Jungpolitiker sind besonders stark

Den hohen SP-Anteil im Wahlkreis schiebt Stückelberger hingegen auf Münchenstein. Die dortige Spitzenkandidatin und Bisherige Hanni Huggel stimmt dieser Einschätzung «tendenziell» zu, wobei mit drei von sieben Plätzen auch Arlesheimer auf der Liste angemessen vertreten sind. Nicht überraschend für Agglogemeinden ist der hohe Anteil an Jungpolitikern auf der Liste, besonders unter den SP-Kandidaten (Michael Honegger, Adil Koller und Veronica Münger) und den Grünen (Sophie Bischoff und Yannick Frommherz), aber auch unter den Bürgerlichen (Dominic Degen von der FDP, Daniel Biermann von der SVP, und Nadja Lüthi von der CVP). Die Namen Münger, Frommherz und Lüthi lassen den väterlichen Einfluss der Nachwuchspolitiker erahnen. Die BDP tritt im Wahlkreis sogar ausschliesslich mit einem U30-Duo an. Der Spitzenkandidat Filip Winzap (siehe unten) führt das starke politische Interesse der jungen Münchensteiner auf das «persönliche Netzwerk» seiner Altersgenossen zurück: «Wir kennen uns praktisch alle aus dem Gymnasium Münchenstein und motivieren uns so gegenseitig zu mehr Einsatz und Engagement.» Münchenstein, findet der 24-Jährige, könnte im Moment «eine sehr dynamische Gemeinde» sein. Das hätten viele junge Leute erkannt und wollten nun «mithelfen, die Gemeinde vorwärts zu bringen».