Herzstück
Auch Baselland sagt ja zum S-Bahn-Tunnel unter der Innenstadt

Beide Basel stellen die Weichen auf grün für den S-Bahn-Tunnel unter der Basler Innerstadt: Nach dem Basler Grossen Rat am Mittwoch hat der Baselbieter Landrat am Donnerstag den 30-Millionen-Kredit zur Vorfinanzierung des Vorprojektes gutgeheissen.

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Die Regio-S-Bahn soll in Basel unter die Erde.

Die Regio-S-Bahn soll in Basel unter die Erde.

Nicole Nars-Zimmer

Von den Kosten des Vorprojektes für das so genannte "Herzstück" entfallen auf Basel-Stadt 19,5 Mio. und auf Baselland 9,8 Mio. Franken. Den auf 1,5 Mrd. geschätzten Bau der unterirdischen S-Bahn-Verbindung der Basler Bahnhöfe soll nach dem Volks-Ja vom Februar zur Bahninfrastruktur-Vorlage FABI der Bund finanzieren.

Im Landrat kam das Herzstück-Vorprojekt glatter durch als am Vortag in Basel, wo sich insbesondere die SVP quergelegt hatte: Der Landrat samt SVP genehmigte das "Generationenprojekt", wie es die CVP nannte, mit 77 gegen eine Stimme - im Grossen Rat waren es 71 gegen 15 Stimmen gewesen.

Klares Zeichen nach Bern

Argumentiert wurde von links wie rechts mit der nötigen Entflechtung des regionalen Verkehrs vom Fernverkehr auf der Schiene, der mit dem Gotthard-Basistunnel markant zulegen werde. Die ausgebaute Bahn werde auch Strassen und Trams entlasten. Die FDP lobte überdies eine Kosten/Nutzen-Rendite des Herzstücks von zehn Prozent.

Mehrfach wurde im Landrat auf die positiven Effekte der Zürcher S-Bahn verwiesen. Nun sei ein klares Zeichen nach Bern nötig, damit das Projekt optimale Chancen habe. Die FDP erinnerte an den "knallharten helvetischen Standortwettbewerb". Ihr ist auch die geplante Realisierung per 2030 viel zu langsam.

Einzig ein BDP-Einzelsprecher kritisierte das Projekt: Aufwand und Nutzen gingen nicht auf; das "gigantische Bauprojekt" sei zu gross für die Region Basel. Besser wäre, Jobs bei den Leuten zu schaffen, als immer mehr Pendler zu ihren Jobs zu karren. Er forderte auch möglichst frühe Volksabstimmungen in den Kantonen.

Bundesrat entscheidet wohl 2016

Mehrere Fraktionen sowie die Baudirektorin Sabine Pegoraro betonten, dass auch der für später vorgesehene Y-Anschluss der Elsässer Bahnlinien zwingend sei. Dieser kostet weitere rund 500 Mio. Franken.

Ob das Herzstück ins Strategische Entwicklungsprogramm Bahninfrastruktur des Bundes (STEP) 2030 aufgenommen wird, entscheidet der Bundesrat voraussichtlich 2016. Die eidg. Räte sollen 2018/19 darüber befinden.

Einzelne Bürgerliche wünschten sich angesichts der Mitfinanzierung des Baselbiets für ein Vorhaben voll auf Stadtbasler Boden ähnliche Beiträge in umgekehrter Richtung. Ein Freisinniger nannte etwa die Staus auf dem Baselbieter A2/3-Autobahnabschnitt.