Liestal
Auch die Schoggitaler machten Freude

Die Bauarbeiten an der Rathausstrasse können am Montag planmässig weitergehen – es war doch nichts mit dem «Jahrhundertfund» der zweiten Burgunderschale, die Heini Strübin angeblich aus den Burgunderkriegen heim brachte.

Andreas Hirsbrunner
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Bauarbeiten an der Rathausstrasse Liestal
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Gebannt schaut das Publikum in die Baugrube..
..wo der «Schatz» erfolgreich gehoben wird.
Alt Kantonsarchäologe Jürg Ewald darf als erster aus der richtigen Burgunderschale trinken.
Obs am Wein lag? Auch KMU-Sprecher Michael Bischof lässts beim Schluck aus der Burgunderschale etwas an Begeisterung fehlen.
Auch er liess sich die Auflösung des 1. April-Scherzes von bz und KMU Liestal nicht entgehen: Bauführer Daniel Tonetto.

Bauarbeiten an der Rathausstrasse Liestal

Martin Töngi

Drei Dutzend Interessierte wollten es am Samstagnachmittag genau wissen: Was ist in der ominösen Holzkiste, die am Freitag auf der Baustelle an der Liestaler Rathausstrasse zum Vorschein kam?

Nachdem zwei Bauarbeiter die Kiste in vier Metern Tiefe freigeschaufelt und nach oben gehievt hatten, öffnete sie Stadtrat Franz Kaufmann, zeigte den Inhalt – hunderte von goldigen Schoggitalern – dem lachenden und applaudierenden Publikum und meinte: «Jetzt können wir unsern Finanzplan neu schreiben und die Rathausstrasse ganz aus Marmor bauen.»

Stadtpräsident Lukas Ott gestand, dass er sich so ungern vom Glauben an die zweite Burgunderschale in der Holzkiste trenne, wie er das früher beim Osterhasen gemacht habe, als die Wahrheit ans Licht kam.

Dann packte er die richtige Burgunderschale aus einer Tasche und lud die Anwesenden spontan zu einem Umtrunk daraus ein. Dies ganz nach dem angestammten Ritual, dass jeder, der den Liestaler Stadtwein aus der Schale kredenzt, einen Trinkspruch zum besten geben muss.

Schatztruhe weiterhin im Dienst

Alt Kantonsarchäologe Jürg Ewald, der in der bz den geschichtlichen Unterbau zur 1. April-Story lieferte, erledigte das augenzwinkernd in Richtung Basel: Man hätte der Stadt gerne die zweite Burgunderschale gegeben, da es nun aber halt weiterhin nur eine gebe, bleibe die in Liestal.

Der Implenia-Bauführer Daniel Tonetto wünschte vor dem Genuss des Pinot Noir aus der Burgunderschale, der übrigens aus den Reben von Stadtrat Kaufmann stammt, seinen Arbeitern viel Glück und eine unfallfreie Zeit auf der Grossbaustelle an der Rathausstrasse.

Und Michael Bischof, Sprecher von KMU Liestal und Erfinder des 1. April-Scherzes, schliesslich rief: «Es isch nit lätz, mir finde in Lieschtel Schätz.» Bischof fügte an, dass die Geschichte mit der Schatztruhe nun nicht ende, sondern erst richtig beginne:

Die Truhe wandere im Zwei-Wochen-Rhythmus von Laden zu Laden und wer sie finde, könne sich nicht nur an den Schoggitalern darin gütlich tun, sondern auch einen Wettbewerbstalon nehmen und ausfüllen. Insgesamt würden Preise in der Höhe von 5000 Franken winken.

Die Hauptverlosung findet Mitte Dezember statt – natürlich an der bis dann total erneuerten Rathausstrasse.

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