Herbstmesse
Auch dieses Jahr wieder eine Million Besucher an der Herbstmesse

Eine schweizweite Werbeoffensive, sonniges Herbstwetter und starke Polizeipräsenz waren offensichtlich die Zauberformel für zwei rundum gelungene Herbstmessewochen, die gestern zu Ende gingen.

Boris Burkhardt (Text)und Juri Junkov (Fotos)
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Eine Million Besucher strömten dieses Jahr an die Herbstmesse
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Strahlende Buden und Bahnen, strahlende Gesichter bei Gross und Klein.
Die Qual der Wahl.
Die Polizeipräsenz zeigte Wirkung.

Eine Million Besucher strömten dieses Jahr an die Herbstmesse

bz Basellandschaftliche Zeitung

Sabine Horvath ist als Leiterin Aussenbeziehungen und Standortmarketing zufrieden mit dem Verlauf der 541. Basler «Herbschtmäss».

Auch die Polizei spricht von einer «Messe wie im Bilderbuch»

Die Polizei blickt auf eine «eher ruhige und angenehme Herbstmesse» zurückblicken, bei der es zu «keinen gravierenden Zwischenfällen» kam.

In Zahlen: Im Laufe der 15 Messetage mussten lediglich 7 befristete Platzverweise ausgesprochen werden. Des weiteren kam es zu 6 Taschen- und Trickdiebstählen sowie zu 9 Festnahmen. 7 Personen mussten mit medizinischen Problemen ins Spital gebracht werden. 340 Personen wandten sich an die Polizei und ersuchten um Hilfeleistung bei kleineren Problemen. 132 Fundgegenstände wurden abgegeben und auch 62 Kinder, die im Messetrubel «untergegangen» waren, und kurzzeitig in die Obhut der Polizei kamen.

Mit einer Million Besucher habe die Messe das hohe Vorjahresniveau halten können und damit die Erwartungen überstiegen: Aufgrund der Baustelle auf dem Messeplatz hatte Horvath nämlich mit Einbussen gerechnet. Doch der temporäre Umzug vom Messeplatz an die Kaserne scheint nicht geschadet zu haben: Obwohl vor allem junge Menschen die Fahrgeschäfte auf dem Messeplatz vermissen, sind die neu platzierten Budenbetreiber sehr zufrieden: «Die Messeleitung hat ihr Bestes gegeben, um uns einen guten Platz anzubieten», findet Schiessbudenbesitzerin Odette Lang: «Unsere Stammkundschaft hat uns gefunden.»

Schweizweite Werbung wirkt

Zwar spürte Cello der Clown im fünften Jahr auf dem Münsterplatz die Rezession an seinem Spielwarengeschäft durchaus deutlicher als auf Jahrmärkten in Luzern beispielsweise oder in Zürich: «Es heisst bei den Eltern schon öfter: Nimm doch lieber den Ballon für zehn Franken statt fünfzehn.» Dennoch drückte die Frankenstärke nicht so aufs Geschäft, wie Horvath im Vorfeld befürchtet hatte. Was an badischen und elsässischen Besuchern wegen des teuren Franken fehlte, habe man mit offensiver Fernseh- und Plakatwerbung in der restlichen Schweiz wieder wettmachen können.

Hygiene wird moniert

Auf dem Kasernenplatz wurde als grosser Missstand allerdings die Hygiene moniert: Ein einziger WC-Wagen für die ganze Kaserne sei eindeutig zu wenig, sagt ein Lebensmittelverkäufer, der anonym bleiben will, weil er Repressalien fürchtet. Die Toiletten seien ständig versifft; die Putzfrau sei schon tätlich angegriffen worden. «Auf diesen Anlagen sollen wir aufs Klo gehen und danach wieder Lebensmittel verkaufen», schüttelt er den Kopf.

Nur fünf Platzverweise

Dennoch: Das bisher drängendste Problem des Kasernenplatzes löste sich dieses Jahr fast in Luft auf: Nur noch fünf statt bisher 20 Platzverweise wurden an prügelnde Jugendliche ausgesprochen. Woher der plötzliche Frieden heuer kam, kann Polizeisprecher Klaus Mannhart nicht genau festmachen. Er vermutet, die richtige Mischung aus starker Polizeipräsenz und gutem Wetter habe den Jugendlichen die Lust auf Stress verdorben. Dem kann auch Hermann Haeseli Junior zustimmen: «Es war eine Spur besser als letztes Jahr. Die Kaserne war ein sehr familienfreundlicher Platz.» Je durchmischter das Publikum, desto geringer sei die Gefahr gewalttätiger Auseinandersetzung, ist sich der Betreiber eines Kinderkarussells sicher.