Buus
Auf dem Hof von Familie Leuenberger in Buus gilt: Klein, aber fein

Nebst der Angus-Rinderzucht widmen sich Andreas und Marisa Leuenberger ihrem kleinen Hofladen. Dessen Sortiment beinhaltet einige Überraschungen.

Mélanie Honegger
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Auf dem Hof Leimen sind Gäste stets willkommen.
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Andreas und Marisa Leuenberger vor ihrem Hofladen.
Die aufwändig zubereiteten Curry-Zucchetti.
Curry-Zucchetti und «Natura Beef» aus dem Baselbiet
Der Hofladen mit seinen hausgemachten Spezialitäten.

Auf dem Hof Leimen sind Gäste stets willkommen.

Mélanie Honegger

Vorbei an Maisfeldern und Kirschbäumen führt ein Weg zu einem einsamen Bauernhof. Fern von jeglichem Verkehr strahlt die Abendsonne über das Grün der Wiesen. Die Schönheit der Natur lässt schnell in Vergessenheit geraten, dass die Reise von Basel bis zum Hof Leimen in der Höhe vor Buus eine lange und mühsame ist. Inhaber Andreas Leuenberger lacht. Er wisse, der Hof sei nicht gerade zentral gelegen. «Früher beklagten sich unsere vier Kinder oft, dass wir in dieser Abgeschiedenheit leben», blickt er fröhlich zurück.

Elf Rebbauern für einen Wein

Siebzehn Jahre ist es nun her, seit Leuenberger den Hof zusammen mit seiner Frau Marisa von seinen Eltern übernommen hat. «Der Betrieb wurde von Generation zu Generation weitergegeben», erzählt er, «wir haben das Rad also nicht neu erfunden.» Trotzdem hat sich seither einiges verändert. Besonders einschneidend war die Umstellung auf Mutterkuhhaltung im Jahre 2005.

Statt Milchkühe züchtet die Familie nun Angus-Mutterkühe, deren schlachtreife Jungtiere als «Natura Beef» oder «Swiss Prim Beef» verkauft werden. «Die Arbeitsbelastung durch die vielen verschiedenen Kulturen wie die Kirschen, die Reben und die Randen war zu gross», erklärt Leuenberger. Auch die Direktvermarktung der Produkte sei aufreibend gewesen. «Zum Glück haben wir uns für diesen Wechsel entschieden.»

Andere Arbeiten auf dem Hof sind seit Jahren die gleichen. So zum Beispiel die Lese der Weintrauben, aus denen viele verschiedene Weinsorten gekeltert werden. Besonders stolz ist Leuenberger auf den «Syydebändel» - einen Wein, den er zusammen mit elf anderen Rebbauern aus der Region herstellt. «Für diese Qualität müssen alle am gleichen Strick ziehen», erklärt er. Es sei schön zu sehen, wie sich die Linie zwischen Konkurrenten und Kollegen verwische.

Guter Draht zur Kundschaft

Überhaupt steht bei Leuenberger der Konkurrenzdruck nicht im Vordergrund. «Unser Vorteil ist, die Produkte über die Persönlichkeit zu vermarkten», sagt er. Der Kontakt zur Kundschaft sei eine der grössten Stärken des Familienbetriebs. Zwei Mal im Jahr - im Frühling und im Spätherbst - veranstaltet die Familie ein offenes Hoffest für ihre Kunden, das bis lange in die Nacht dauert.

Ein Hauch Orient zum traditionellen Raclette Gleich neben der Eingangstür zum Wohnhaus der Familie Leuenberger liegt der kleine Hofladen des Betriebs. Konfitürengläser und Sirupflaschen stehen im Regal neben Blauburgunder-Weinen, Dörrfrüchten und Bohnen. Eigentlicher Geheimtipp des Hofladen-Sortiments sind allerdings die eingemachten Curry-Zucchetti. «Die Zubereitung ist ziemlich aufwendig», erklärt Marisa Leuenberger, die auch für die Herstellung der anderen eingemachten Waren zuständig ist. Vier Tage lang dauert es, bis die Zucchetti-Würfel in Gläser abgefüllt werden können. Bis dahin schneidet Leuenberger Zwiebeln, würzt die Sauce und kocht das Ganze immer wieder auf. Doch wie ist Leuenberger auf die Idee dieser orientalisch angehauchten Kombination gekommen? «Bei meiner Bäuerinnen-Prüfung bin ich auf das Rezept gestossen», erzählt sie. Eines der meistverkauften Produkte «Das war eine super Entdeckung. Ich wüsste sonst gar nicht, was ich mit den vielen Zucchetti anfangen sollte.» Seither hat sich die Spezialität gut ins Sortiment eingefügt und zählt zu den meistverkauften Produkten des Bauernbetriebs. Die Zucchetti in den Gläsern zu acht Franken das Stück können denn auch vielfältig verwendet werden. Am besten eignen sie sich laut Leuenberger als Beilage zu einer einfachen Käseplatte oder einem Raclette. Im Winter kann die hofeigene Spezialität auch ein Ersatz für fehlenden Salat sein. Ein ideales Produkt also für die bevorstehende Saison.

Ein Hauch Orient zum traditionellen Raclette Gleich neben der Eingangstür zum Wohnhaus der Familie Leuenberger liegt der kleine Hofladen des Betriebs. Konfitürengläser und Sirupflaschen stehen im Regal neben Blauburgunder-Weinen, Dörrfrüchten und Bohnen. Eigentlicher Geheimtipp des Hofladen-Sortiments sind allerdings die eingemachten Curry-Zucchetti. «Die Zubereitung ist ziemlich aufwendig», erklärt Marisa Leuenberger, die auch für die Herstellung der anderen eingemachten Waren zuständig ist. Vier Tage lang dauert es, bis die Zucchetti-Würfel in Gläser abgefüllt werden können. Bis dahin schneidet Leuenberger Zwiebeln, würzt die Sauce und kocht das Ganze immer wieder auf. Doch wie ist Leuenberger auf die Idee dieser orientalisch angehauchten Kombination gekommen? «Bei meiner Bäuerinnen-Prüfung bin ich auf das Rezept gestossen», erzählt sie. Eines der meistverkauften Produkte «Das war eine super Entdeckung. Ich wüsste sonst gar nicht, was ich mit den vielen Zucchetti anfangen sollte.» Seither hat sich die Spezialität gut ins Sortiment eingefügt und zählt zu den meistverkauften Produkten des Bauernbetriebs. Die Zucchetti in den Gläsern zu acht Franken das Stück können denn auch vielfältig verwendet werden. Am besten eignen sie sich laut Leuenberger als Beilage zu einer einfachen Käseplatte oder einem Raclette. Im Winter kann die hofeigene Spezialität auch ein Ersatz für fehlenden Salat sein. Ein ideales Produkt also für die bevorstehende Saison.

Im Moment ist auf dem Hof aber noch keine Feierstimmung angesagt. Die Kühe müssen in den Stall zurück gebracht werden. Leuenberger führt sie. Jedes der fünfzig Tiere erkennt er - auch mit Namen. «Manchmal muss ich aber schon zwei Mal hinschauen», schwächt er ab. Der 51-Jährige schmunzelt, neben ihm legt sich Hündin Leila ins Gras und schläft.

Die Herbstsonne nähert sich langsam dem Horizont und wirft ihr Licht auf die prächtige Aussicht vor dem Hof. Er empfinde es trotz der hohen Arbeitsbelastung als Privileg, in der Natur zu arbeiten, sagt Leuenberger und fügt an: «Nachts schaue ich manchmal zum Himmel und denke: Diesen Sternenhimmel, den würde ich in der Stadt niemals sehen.»