Bottmingen
Auf dem Mibo-Areal ensteht vorerst keine Einstellhalle

Das Mibo-Areal mitten im Bottminger Dorfkern wird vorerst nicht neu gestaltet. Das kantonale Bauinspektorat erteile keine Baubewilligungen, wenn Vertragsbedingungen nicht erfüllt seien. Doch Gemeinde und ansässige Firma suchen noch eine Lösung.

Michel Ecklin
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Im Hinterhof des Mibo-Areals entsteht vorerst keine Einstellhalle. Töngi

Im Hinterhof des Mibo-Areals entsteht vorerst keine Einstellhalle. Töngi

Auf dem Mibo-Areal an der Ecke Schlossgasse-Therwilerstrasse mitten im Bottminger Dorfkern hat die Firma Tschantré AG nicht genug Platz für ihre rund 25 Firmenfahrzeuge. Sie stellt sie auf öffentlichem Grund ab, was die prekäre Parkplatzsituation in Bottmingen verschärft.

Deshalb einigten sich die Firma und die Gemeinde 2009 auf einen Deal: Unter dem öffentlichen Parkplatz im Hinterhof erstellt die Firma, zusammen mit dem privaten Investor Martin Wegmann, eine Einstellhalle für 24 Firmenfahrzeuge. Darüber bleiben die öffentlichen Parkplätze bestehen.

Vier Jahre lang gewartet

Im Gegenzug werden die Besitzverhältnisse bereinigt. Das Land, das derzeit nur teilweise der Gemeinde gehört, soll ganz von ihr übernommen werden. Die Gemeinde verkauft das Restaurant Station und gestaltet den Aussenraum fussgängerfreundlicher. Die Tiefgarage erstellen die Investoren im Baurecht.

Im Dezember 2010 segnete die Gemeindeversammlung den Deal einstimmig ab. Im kommenden Frühling hätten die Bauarbeiten anfangen sollen. Doch jetzt fällt das Projekt ins Wasser. Es lägen «auch nach rund vier Jahren weder die erforderlichen Baubewilligungen noch realisierungstaugliche Ingenieurunterlagen vor», lässt die Firma im «Birsigtal-Boten» verlauten. Dabei gebe es eine Machbarkeitsstudie und ein geologisches Gutachten.

Das legt die Vermutung nahe, die Behörden hätten mit den Bewilligungen geschlampt. Das sieht der Bottminger Gemeinderat Franz Wunderer aber anders. Die Gemeinde habe grünes Licht für alle Umbauprojekte der Investoren gegeben, erklärt er. Das Problem sei aber, dass die Investoren die Einstellhalle nicht erstellen wollten. Eine solche sei Bestandteil der Abmachung zwischen Gemeinde und Investoren gewesen. Das kantonale Bauinspektorat erteile aber keine Baubewilligungen, wenn Vertragsbedingungen nicht erfüllt seien. Das blockiere das ganze Projekt. Wunderer vermutet, dass die Firma die Kosten für die Einstellhalle als zu hoch empfunden habe und sie deshalb auf die Investition verzichte.

Lösung liegt in der Luft

Bei Tschantré will sich niemand zu dieser Angelegenheit gegenüber den Medien äussern. Man verweist auf eine Sitzung mit dem Gemeinderat von nächster Woche, an der man das weitere Vorgehen besprechen wolle. Das zeigt: Beide Parteien haben die Hoffnung nicht aufgegeben, dass man eine Lösung findet. Wunderer möchte erst mal klären, wohin die Firma ihre Fahrzeuge hinstellen soll.

Mit dem Übungsabbruch entgehen der Gemeinde Baurechtszinsen von 53300 Franken pro Jahr. Weil die bisherigen Nutzungen rund 40000 Franken Baurechtszins einbringen, hält sich der Verlust in Grenzen.