Gefahrengut
Auf dem Rohner Areal lagert immer noch zuviel Sondermüll

Ein Jahr nach der gewaltigen Explosion liegt die Firma mit der Entsorgung der Sonderabfälle im Verzug. Das Sicherheitsinspektorat ist nicht zufrieden.

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Rohner AG erreicht die gesetzten Ziele zur Müllentsorgung nicht.

Rohner AG erreicht die gesetzten Ziele zur Müllentsorgung nicht.

Schweiz am Wochenende

Die Firma Rohner in Pratteln hat nach mehreren Zwischenfällen die auf dem Areal gelagerten Produktionsabfälle mit höherem Gefahrenpotential reduziert. Hingegen wurde die Entsorgung der wässrigen Abfälle auf die maximale Zwischenlagermenge nicht erreicht, schreibt die Baselbieter Regierung am Mittwoch.

Im Februar 2016 ereignete sich auf dem Firmenareal der Rohner AG eine Explosion mit anschliessendem Brand. Dabei wurden zwei Personen verletzt. Kurz darauf kam es zu einem weiteren Zwischenfall; bei Aufräumarbeiten entwich ein starker Gestank. Daraufhin stellte die Baselbieter Regierung das Unternehmen unter die Beobachtung des kantonalen Sicherheitsinspektorats.

Explosion bei Chemiefabrik Rohner in Pratteln
18 Bilder
Bei der Chemiefabrik kam es nach 8 Uhr morgens zu einer Explosion.
Die Explosion schleuderte ganze assadenteile auf die Gleise beim Bahnhof Pratteln.

Explosion bei Chemiefabrik Rohner in Pratteln

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Die Firma habe im Mai 2016 den Behörden ein aktualisiertes Entsorgungskonzept der Sonderabfälle vorlegen müssen, schreibt die Regierung in Beantwortung eines parlamentarischen Vorstosses. Das Ziel sei es gewesen, bis im September die Produktionsabfälle auf eine definierte maximale Zwischenlagermenge zu reduzieren.

Wöchentlicher Bericht

Dieses Ziel sei bei den Abfällen mit höherem Gefahrenpotential "gut erreicht" worden. Bei den wässrigen Abfällen konnte die Lagermenge zwar stark reduziert werden, jedoch sei die definierte Zwischenlagermenge bisher nicht erreicht worden. Das Sicherheitsinspektorat begleite den Prozess und inspiziere bei periodischen Betriebsbesuchen die Abfallmenge auf dem Firmengelände, heisst es weiter.

Das Unternehmen müsse wöchentlich die Abfallsituation dem Sicherheitsinspektorat melden. Damit werde eine kontinuierliche Entsorgung sichergestellt. Zudem hätten unangemeldete Betriebskontrollen gezeigt, dass das Unternehmen die Auflagen der Suva einhält.

Die Kosten des Grosseinsatzes der Rettungskräfte in Höhe von knapp 143‘000 Franken seien von der Firma übernommen worden, schreibt die Regierung weiter. Im ordentlichen Zahlungsprozess befinde sich noch die Rechnung der Einwohnergemeinde Pratteln. Sie beläuft sich auf rund 11‘360 Franken.