Tag der offenen Baustelle
Auf der Grossbaustelle H2 baggerten und bohrten für einmal die Kleinsten

Tausende haben am Wochenende die H2-Baustelle besichtigt. Kinder nutzten die Gelegenheit, um auf einer richtigen Baustelle mit schwerem Gerät arbeiten zu dürfen. Am Rande warben Gewerkschaften für mehr Lohn und einen besseren Kündigungsschutz.

Simon Tschopp
Merken
Drucken
Teilen

Bauprojekte dieser Grösse und dieser Art rufen stets Befürworter und Kritiker auf den Plan. Mit dem Tag der offenen Baustelle auf der Hauptstrasse Pratteln-Liestal, kurz HPL, landete die Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektion (BUD) an diesem milden September-Wochenende aber einen Volltreffer.

Am Samstag und Sonntag wurden ein paar Tausend Besucherinnen und Besucher auf der H2-Baustelle gezählt. Regierungsrätin Sabine Pegoraro, die Vorsteherin der BUD, hatte einen «sehr guten Eindruck».

Tags der offenen Baustelle H2 Pratteln - Liestal
18 Bilder
Tags der offenen Baustelle H2 Pratteln - Liestal
Die Bagger fahren auf
Die grossen Maschinen faszinierten die Besucher
Die kleinen durften anpacken
Auch die grossen durften ran
Tag der offenen Baustelle H2 Pratteln-Liestal
Tags der offenen Baustelle H2 Pratteln - Liestal
Tags der offenen Baustelle H2 Pratteln - Liestal
Tags der offenen Baustelle H2 Pratteln - Liestal
Tags der offenen Baustelle H2 Pratteln - Liestal
Tags der offenen Baustelle H2 Pratteln - Liestal
Tags der offenen Baustelle H2 Pratteln - Liestal

Tags der offenen Baustelle H2 Pratteln - Liestal

Kenneth Nars

Sie freut sich über das riesige Engagement, dank dem dieses Volksfest möglich geworden ist. Und sie zollt den Bauarbeitern «grossen Respekt». Und Pegoraro, welche die Grossbaustelle regelmässig selber besucht, blickt schon weit voraus: «Das nächste grosse Fest steigt 2013 mit der Eröffnung der H2.»

Jetzt noch Modell, in zwei Jahren das Original

Das mehrere Meter lange Modell, das darstellt, wie die H2 zwischen Frenkendorf und Füllinsdorf künftig eingebettet ist, findet Arthur Gröflin «sehr gut». Der Baufachmann aus Frenkendorf sagt weiter: «Das Projekt mit dem Schönthal-Tunnel finde ich optimal.» Es sei wichtig, dass mit der H2 die Verkehrsprobleme auf der Rheinstrasse endlich gelöst würden. Ein Rentner lacht beim Besichtigen dieses Modells in einem Festzelt und sagt zu seiner Frau: «Wir gehen dann in zwei Jahren das Original anschauen.»

Modell der H2

Modell der H2

bz Basellandschaftliche Zeitung

Das lange und breite Festgelände verschluckt die Baustellen-Besucher. Diese verteilen sich in der mit Sonne gefluteten Schneise und im hallenden, aber angenehm kühlen Tunnel zwischen Frenkendorf und Füllinsdorf. Die Fachleute, die am H2-Projekt arbeiten, geben Interessierten Auskünfte.

Über mangelnde Arbeit nicht beklagen können sich der Mann am Soft-Ice-Automaten sowie die Leute an den Ess- und Getränkeständen. Bratwürste, Sandwiches und Flüssigkeiten gibts – wie anno dazumal – für je einen Franken. Ganz anders die Sanitäter. Diese sitzen tatenlos in ihren Zelten. Gut, wenn die Sanitäter da sind – noch besser, wenn sie nicht gebraucht werden.

Die Filmvorführungen im Tunnel über den Bau der H2 mit eindrücklichen Luftaufnahmen, aber auch die Visualisierung über die verschiedenen Bauphasen beim Tunnel-Tagbau stossen auf grosse Resonanz. So wird das Grossprojekt auch für Laien einigermassen sichtbar.

Die Busse, die zur Rundfahrt zum Abschnitt Nord bei der Hülften einladen, sind gut besetzt. Die Informationen gelangen ab Band via Bordlautsprecher zu den Fahrgästen. Das ganze Projekt HPL wird während der 15-minütigen Fahrt in geraffter Form erzählt.

Esther Lang aus Frenkendorf informiert sich am Tag der offenen Baustelle, den sie lobenswert findet, über die entstehende H2. «Ich arbeite bei der Spitex und fahre deshalb viel auf der Rheinstrasse.» Esther Lang hofft, dass sie ab Ende 2013 zwischen Liestal und Pratteln schneller vorankommt.