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Ausstellung führt durch die Industrie-Geschichte der Region

Als eine der am stärksten industrialisierten Regionen der Schweiz besitzt die Region Basel viele wichtige Stätten der Industriegeschichte. Ab dem 13. Juni gastiert die Wanderausstellung «Industriekultur in der Region Basel» im Museum.bl in Liestal.

Andrea Schäfer
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Ausstellung "Industriekultur in der Region Basel" im Museum.bl
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Zum Thema Tonfabrik Laufen wird ein Replika einer edlen, alten Toilettenschüssel zur Schau gestellt.
Hans-Peter Bärtschi, Projektleiter der "Industriekultur in der Region Basel" vor dem Kantonsmuseum in Liestal.
Gegen Mücken: Insektizid der Firma Geigy von ca. 1950.
Diese Zeichnung von P. Bläsi aus dem Jahr 1857 beschreibt das Unglücks am Hauenstein-Tunnel im Mai und Juni 1857, bei dem 63 Arbeiter starben,
Dampfzug der Waldenburgerbahn in Niederdorf 2012. Die 13 Kilometer lange Eisenbahn wurde 1880 fertiggestellt und hat bis heute die seltene Spurweite von 750 Millimetern.
Hafen Birsfelden mit der Kranbrücken von 1940. Schiffbare Gewässer sind die billigsten Transportwege. So ist der Rhein zur verkehrsreichsten Wasserstrasse Europas geworden.
Schweizerhalle mit den ursprünglichen Salzbohrtürmen. Heute produziert die Schweizer Salinen AG jährlich rund 500000 Tonnen Streu- und Kochsalz verschiedener Qualitäten.
Die Hallen des alten Gebäude des Badischen Bahnhofs vor dem Abbruch. Der Bahnhof, dessen heutiges Gebäude aus dem Jahr 1913 stammt, verbindet die Schweiz und das Wiesental mit der Hochrheinstrecke.

Ausstellung "Industriekultur in der Region Basel" im Museum.bl

Andrea Schäfer

Der Badische Bahnhof, die Salzbohrtürme in Schweizerhalle, der Birsfelder Hafen und die Waldenburgerbahn. Dies sind nur ein Paar der wichtigsten Stationen der Geschichte der industriellen Entwicklung im Raum Basel. In der Wanderausstellung «Industriekultur in der Region Basel» werden sie und viele weitere Orte thematisiert. Sie gastiert vom 13. Juni bis zum 2. August im Foyer des Museum.bl in Liestal. Heute, Freitag, fand die Vernissage statt.

333 Schauplätze

Eine Lücke wird geschlossen. Nach Bern, Zürich und der Ostschweiz bekommt nun auch die Region Basel einen Band zur Industriegeschichte», erklärt Marc Limat, Leiter des Museum.bl. Die Wanderausstellung basiert auf dem Buch «Industriekultur beider Basel: Unterwegs zu 333 Schauplätzen des produktiven Schaffens» des Wirtschaftshistorikers Hans-Peter Bärtschi. Das Buch sei die vierte Etappe seines langjährigen Projekts, die wichtigsten Industriekulturgüter der Schweiz, deren Entstehung mindestens vierzig Jahre zurückliegt, zu inventarisieren, erklärt Bärtschi. «Zurzeit arbeiten wir an der Zentralschweiz», sagt der Projektleiter.

Zum Projekt, das unter anderem von den Lotteriefonds Baselland und Basel-Stadt sowie vom Bundesamt für Kultur unterstützt wurde, gehört auch eine via Internet abrufbare Informationsplattform für schützenswerte Industriekulturgüter der Schweiz. «Zurzeit haben wir 4500 mehrteilige Objekte mit insgesamt rund 7500 Files,» erklärt Bärtschi.

Die von Christoph Tschanz kuratierte Wanderausstellung zeigt den Verlauf der Industrialisierung in der Region Basel während der letzten Jahrhunderte. Zuvor war sie im Museum Kleines Klingental in Basel zu Gast.

«Wandern Sie los»

Auf acht verschiedenen Routen können die wichtigsten Stätten der Industrie und des Transports entdeckt werden. Was im Buch Bärtschis beschrieben wird, erscheint auch in der Ausstellung. Die Routen sollen zu Ausflügen inspirieren. «Also montieren Sie morgen die Wanderschuhe – der Wetterbericht ist besser – und wandern Sie los», sagt Limat. Zum Zug kommt die Chemie- und Pharmaindustrie, die Infrastrukturbauten für die Rheinschifffahrt und die Eisenbahn sowie die Papierherstellung im St. Alban-Tal. Doch auch die Baselbieter Industrie kommt nicht zu kurz. Erscheinen doch die obere Hauenstein-Bahnlinie, die Feinmechanik im Waldenburgertal, die erdverarbeitende Industrie im Laufental und vieles mehr in der Ausstellung.

Wer nicht nur im Museum der Industrie-Geschichte nachgehen möchte, kann am 19. Juni in Begleitung von Projektleiter Bärtschi an einer von der Volkshochschule Zürich organisierten Exkursion teilnehmen. Sie umfasst die Besichtigung des Kraftwerks Augst-Whylen und den anschliessendem Besuch der Ausstellung in Liestal.

Auch die öffentliche Sonntagsführung am 21. Juni im Mueum.bl umfasst eine Exkursion. Nach Besuch der Ausstellung fährt man mit der Waldenburgerbahn ins Uhren- und Feinmechanik Museum in Waldenburg.

An der Vernissage referierte auch der Leiter der Baselbieter Wirtschaftsoffensive, Marc-André Giger, der verschiedene Aspekte zur aktuellen Unterstützung des lokalen Gewerbes vorstellte: «Wir probieren, im Kontext der Wirtschaftsförderung Strukturanpassungen zu ermöglichen und den Strukturwandel aktiv anzugehen.»

Ausstellung: «Industriekultur in der Region Basel». 13. Juni bis 2. August im Museum.bl, Zeughausplatz 28, Liestal. www.museum.bl.ch

Informationsplattform Industriekulturgüter der Schweiz: www.industriekultur.ch

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