Exotisch
Ausstellung «Tarantula»: Behaarte Achtbeiner zum Anfassen und Streicheln

An der Ausstellung «Tarantula» im Hotel Engel in Liestal erhielten Besucher Einblick in die Welt der Vogelspinnen. Der Deutsche Spinenn-Fan Stefan Bauer präsentierte seine Sammlung von dutzenden von Vogelspinnen.

Oliver Sterchi
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Wer sich traut, kann die Vogelspinnen in die Hand nehmen.

Wer sich traut, kann die Vogelspinnen in die Hand nehmen.

Juri Junkov

«Mama, können wir so eine als Haustier haben?», ruft ein kleiner Junge aufgeregt und zeigt auf eine handflächengrosse, braun-schwarze Vogelspinne, die sich in der Ecke eines Glaskastens räkelt. «Auf gar keinen Fall!», erwidert die Mutter schockiert. «So eine kommt mir nicht ins Haus!»

Seit 35 Jahren auf Tour

Eine Vogelspinne als Haustier? Für viele Leute unvorstellbar. Nicht so für Stefan Bauer: der Spinnen-Fan aus Deutschland besitzt nicht nur eine, sondern Dutzende der behaarten Achtbeiner. Es sind sogar so viele, dass er sich dazu entschloss, seine Leidenschaft mit anderen zu teilen und die Spinnentiere öffentlich zu präsentieren. «Tarantula» heisst die Ausstellung, mit der Bauer bereits seit 35 Jahren durch die Lande tourt und die gestern zum ersten Mal in Liestal zu sehen war.

Wer wollte, durfte die Tiere anfassen.
7 Bilder
«Die Tiere sind sehr zahm und beissen in der Regel niemanden» so Aussteller Stefan Bauer.
Die Begsiterung war teils so gross, dass ein Junge sich gleich eine Vogelspinne als Haustier zulegen wollte.
«Vogelspinne ist nicht gleich Vogelspinne», so Bauer.

Wer wollte, durfte die Tiere anfassen.

Juri Junkov

Unter den Besuchern finden sich hauptsächlich Familien mit kleinen Kindern. Während sich der Nachwuchs fasziniert über die zahlreichen Glaskästen beugt und die exotischen Spinnentiere mit grossen Augen betrachtet, halten sich die Eltern eher im Hintergrund - Sicherheitsabstand. Er habe eigentlich keine Angst vor Spinnen, meint zum Beispiel ein Vater, aber er sei schon froh, dass diese «Viecher» in Glaskästen stecken würden. Dabei seien Vogelspinnen völlig harmlos, wie Ausstellungsleiter Bauer betont: «Die Tiere sind sehr zahm und beissen in der Regel niemanden.» Und wenn sie es doch täten, dann sei das zwar schmerzhaft, aber für Menschen ungefährlich, so Bauer weiter. «Nicht schlimmer als ein Mückenstich.»

«Gar nicht so schlimm»

Vogelspinne ist nicht gleich Vogelspinne, wie Info-Tafeln den Besuchern erklären. Nicht weniger als 900 Arten soll es geben, wobei diese in Grösse und Aussehen erheblich variieren. Sind die kleinsten gerade mal so gross wie ein Fingernagel, so erreichen die grössten Tiere eine Körperlänge von bis zu 12 Zentimetern.

Ein ganz besonderes Exemplar ist «Rosi». Sie ist der Star der Ausstellung, denn «Rosi» kann man in die Hand nehmen und streicheln - vorausgesetzt natürlich, man traut sich. Wieder sind es die Kinder, die sich scharenweise um die Grammostola Rosea - wie «Rosi» mit wissenschaftlichem Namen heisst - drängen. Auf die Frage, wie sich denn so eine Vogelspinne auf der Hand anfühle, antwortet ein kleines Mädchen: «Gar nicht so schlimm. Es kitzelt nur ein bisschen wegen der Härchen.»

Das ist es, was Bauer mit seiner Ausstellung bezwecken will: Den Leuten die Angst vor Spinnen nehmen. «Wer einmal so eine Vogelspinne in den Händen hält, kuriert schlagartig seine Spinnenphobie.»

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