Liestal
Bahnhof SBB stoppt private Sammlung von Aludosen

Über fünf Jahre standen am Bahnhof in Liestal Sammelbehälter für Aludosen. Seit der letzten Woche sind sie verschwunden. Der Platz dafür fehle, heisst es.

Lucas Huber
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Private können am Bahnhof keine Dosen mehr sammeln

Private können am Bahnhof keine Dosen mehr sammeln

Keystone

Als S., Mitarbeiter der Waldenburgerbahn, nach einer Woche Ferien an den Liestaler Bahnhof zurückkehrte, war erst einmal alles wie sonst. Der Herbst war eingekehrt, die Züge fuhren grösstenteils pünktlich, und der Job machte Freude. Bereits am Dienstag aber überkam S. unvermittelt die Enttäuschung: Seine dunkelroten Sammelbehälter für Dosen waren fort, weggeräumt.

Mit einem einzigen Behälter hatte er vor fast genau fünf Jahren angefangen – «aus Überzeugung, und weil Recycling einfach eine gute Sache ist», sagt er. Mit den Jahren kam Sammelbehälter um Sammelbehälter hinzu. 14 waren es zum Schluss – und sie taten ihren Dienst.

Der Bahnhof sei sauberer, hätten ihm Passanten und Bekannte gesagt, die ihn bei seinem freiwilligen Einsatz beobachteten. Und dass jene Dosen, die im normalen Abfall gelandet wären, so aussortiert wurden, war ein zusätzliches Verdienst S.’, für das er viel Lob erhielt.

Behänder abtransportiert

S. hatte die Behälter in Eigenregie besorgt, finanziert, aufgestellt, entleert, ja überhaupt: bewirtschaftet. Reklamationen, erinnert er sich, habe es nie gegeben – «keine einzige», sagt er. «Darum bin ich auch so enttäuscht.» Das Leergut brachte er jeweils zur Thommen AG in Kaiseraugst, wo es rezykliert wurde. Doch damit ist jetzt Schluss. Vor einer Woche wurden die Behälter auf Anordnung von Bahnhof-Geschäftsführer Stefan Zehnder abtransportiert.

Probleme mit der Zirkulation

«Wir haben ohnehin ein Problem mit der Personenzirkulation, und alles, was herumsteht, hemmt den Fluss zusätzlich», erklärt Zehnder den Grund für sein Vorgehen und verweist auf 8000 Nutzer – täglich. Ausserdem sei sogar Rücksprache mit der Stadtverwaltung genommen worden. «Nun sieht der Bahnhof wieder sauber und aufgeräumt aus, und für die Reinigungskräfte ist es auch einfacher.» Nur für die Kommunikation mit S., die «wohl nicht sauber gelaufen» sei, möchte sich Zehnder entschuldigen.

Die Ernüchterung sitze zwar tief, betont S. noch einmal, doch unterkriegen lässt er sich nicht. Bereits hat er einen neuen Plan, natürlich im Dienste der Umwelt – und natürlich im Dienste des Aludosen-Recyclings.

Was genau es sein wird, verrät er noch nicht. Man werde es denn schon sehen, verspricht er aber.

Ein Dosenproblem habe der Bahnhof Liestal nun aber nicht, versichert der Bahnhofsvorsteher Stefan Zehnder.