Laufen
Bänggler bringen im Alten Schlachthuus ihre Pointen ins Ziel

Vier Schnitzelbänke schlachten im Alten Schlachthuus Pannen, Pleiten und Blamagen aus. Les Chanterelles aus Kleinlützel, D’Lumpesammler aus Zwingen, Raphi und Jölle sowie Papageno und Papagena sorgten für einen gelungenen Sonntagabend.

Roland Bürki
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Schnitzelbank in Laufen, Alts Schlachthuus
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D’Lumpesammler
Raphi und Jölle
Papageno und Papagena

Schnitzelbank in Laufen, Alts Schlachthuus

Roland Bürki

Nach dem feuchtnassen Nachmittag gibt es nichts Erheiternderes, als im Trockenen, lies Beiz, zum wärmenden Kaffi Lutz auch noch überraschende Schnitzelbankpointen zu geniessen. Kein Wunder ist die Wandelbar im Kulturzentrum Alts Schlachthuus in Laufen am Sonntagabend bis auf den letzten Platz besetzt, denn schliesslich stehen einmal mehr «Schnitzelbängg and more» auf dem Programm.

Unter den Gästen auch Stadträtin Sabine Asprion und Landrat Linard Candreia, die beide wissen wollen, wo momentan die Frau und den Mann von der Strasse der Schuh drückt. Vorerst können sie entspannt zurücklehnen, denn Les Chanterelles aus Kleinlützel als Fifa-Schiedsrichterinnen pfeifen erst mal den Blatter Sepp, «so ne gschmierte, korrupte Depp», zurück. Auf die schwache Reaktion im Publikum folgt prompt ihre Reaktion: «Sid er alli uff dr Sytte vom Sepp?» Und schon folgt es, das erste verneinende und befreiende Lachen. Doch im nächsten Vers zur Melodie «Roti Rösli» stehen auch Laufner Politiker wie die beiden Gäste etwas im Gegenwind:

Uf em Chall und uf em Blaue
söll’s e paar Windreder gäh:
Wenn der Wing chunnt cho bloose,
chönne mir vo dört Strom näh.
Aber wenns nie feschter chuttet
als bim Sturm vom 1. Mai,
cha me das Projekt abbloose
glych wie dr Märt: Findet nit statt, nei!

Sorgen machen sich die Chanterelles aber um:

Die alti Königin vo Ängland,
hockt scho 65 Johr uf em Thron.
Wenn chunnt ändlich dä Wing cho bloose,
dass es Platz gitt für e Sohn vom Sohn.....vom Sohn.

Die Absage von 1. Mai-Markt und 1. August-Feuerwerk ist wie schon bei den Chanterelles auch bei den Lumpesammler aus Zwingen ein oder doch kein Thema. Ihr Helgen ist nämlich total weiss, geblieben ist aber ihre Aufforderung, an den richtigen Stellen den Refrain mitzusingen: «Jä nei, hösch, dää chasch nit bringe, mir sy vo Zwinge!»

Bim nöchschte Bangg, do gohts um nüt,
drum singet liebi Lüt!
Dr Imhof kämpft und will uf Bärn,
doch gnützt het’s eifach......nüt.
Am 1. August kei Fürwärk, vom Brumbärg bis is Grüt,
und am 1. Mai wird dr Märt abgseit,
schlussändlig wäge.......nüt!

Ihr nächster Vers ist der ultimative Prototyp eines Vierzeilers, der am Schluss zur totalen Begeisterung einen völlig überraschenden Haken schlägt. Chapeau!

Do einisch isch mi Frau ganz wild –
das chunnt sälte vor.
Si räklet sich im Négligé, huucht mir lasziv is Ohr:
«Säg mir öppis ganz Verruechts,
wo richtig dräggig tönt!»
I ha gschtudiert und ha denn
ganz eifach «VW Diesel» gstöhnt!

Ob die Patienten von Raphi und Jölle, den beiden kultigen, wandlungsfähigen Hof-, Bänkel-, Lieder- und Schnitzelbanggsängern, auch gestöhnt haben, ist anzunehmen, wenn sie wie dieses Jahr als Dr. med. Gabriel Leibundbluet und Professor Dr. Hodrian Furzenegger vom Berner Insu-Spital auf «Bärndütsch» nach Nierensteinen, Milz, Nieren oder Leber tasten. Peter Rebers Inselsong tönt bei ihnen wortmässig etwas anders:

D Tage läng u hektisch, u d Nächt sy ohni Rueh.
E Wält, wo au defekt si und aui näb de Schueh
Viune geits a Chrage, mit Infekt u Gicht
Doch bi üs chaschs wage, mir gäbe guete Bricht.

Mir finge jedes Grinsu – wie vo Geisterhand
Mir platziere Stents u stopfe s Loch ir Zwüschewand
Wiene Künschtler d Pinsu, so füehre mir die Hand
Wo ander Ort dr Pfarrer chunnt,
bringe mirs no locker zstand

Ja mir si vo dr Insu u nid vom Basuland
We bi üs entschiede wird, hetts morn o no Bestand
Drum kenne mir kes Gwinsu, gseh nie e Demonstrant
Politik, Regierigsrät hei mir fescht i dr Hand –
i üsem Götterstand!

Sie sind beliebt und bekannt in Laufen, Papageno und Papagena, die klassischen, eleganten Schnitzelbänggler mit der herrlichen Vogelfänger-Melodie aus der Zauberflöte. Heute wechseln sie für einen älteren Herrn mit Pflaster im Gesicht schon mal die Melodie und halten einen Heiligenschein darüber:

I bi dr Blatter Seppeli, ir ganze Wält bikannt,
bi frieer Fifa-Presi gsi, der Poschtu isch hit vakaant.
Hä immer alles richtig gmacht, ich bin än bravu Maa
und we mier dr Herrgott no s paar Millione schänkt,
s’isch all’s, wa’s brücht, ja, ja!

Si Kolleg vo dr Uefa sait:
I ha mini Spure besser vrwüscht
Denn I ha mi Schwarzgäld – in Platin i-tuscht!

Das war’s! Der bz bleibt nur noch ein «Let’s go Fasnight, let’s go!»

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